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Dreimal Beethoven

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Dreimal Beethoven

*** Ludwig Van Beethoven schrieb insgesamt 7 Klaviertrios, von denen drei nun bei Challenge Classics veröffentlicht wurden, aufgeführt vom Van Baerle Trio mit Hannes Minnaar (Klavier), Maria Milstein (Violine) und Gideon den Herder (Violoncello). Sie können die Klaviertrios in Es-Dur (opus 1), in c-Moll (opus 1 Nr. 3) und in B-Dur (opus 11) genießen. Es wurde eine sorgfältig gestaltete Ausgabe, die jedoch gerne etwas mehr Charakter hätte haben können.

Diese Trios gehören zu Beethovens Frühwerk. Das erste und das zweite wurden 1793/94 geschrieben, als der Komponist gerade von Bonn nach Wien umgezogen war, um bei Joseph Haydn studieren zu können; das dritte 1798, im Alter von 23 bzw. 28 Jahren. Und doch enthalten die Trios bereits unverkennbare Vorspiele der Kompositionstechniken, die Beethoven zu einem der größten Komponisten aller Zeiten machen sollten. So bestehen beispielsweise die ersten beiden Trios aus vier statt den üblichen drei Sätzen, und das opus 1 enthält ein schnelles Scherzo statt eines traditionellen Menuetts. Dass Haydn mit den Kompositionen nicht ganz glücklich war, zeigt sich darin, dass er Beethoven riet, das Trio in c-Moll nicht zu veröffentlichen. Zum Glück für uns hat Ludwig diesen Rat nie befolgt.

Die Ausgabe des Van Baerle Trios ist korrekt und gediegen. Dass das Booklet auch einen niederländischen Text enthält – und nicht nur den englischen und deutschen – ist äußerst sympathisch. Diese Gediegenheit zeigt sich auch in der Aufnahme selbst, die tadellos ist. Kritikpunkt ist die Aufführung selbst. Das Trio hat sich für eine geschmeidige, aber etwas flache Aufführung ohne Ausreißer entschieden. Die bewusste Wahl zwischen einer vollständig klassischen oder romantischen Praxis fehlt. Dieser Mangel an klarer Wahl macht die Aufführung weder klassisch noch romantisch und daher möglicherweise ein wenig zu langweilig.

Außerdem sticht das Klavier an mehreren Stellen hervor, was nicht an der Balance der Aufnahmetechnik liegt, sondern an den Musikern selbst. Meiner Meinung nach hätte sich das Violoncello etwas deutlicher manifestieren sollen. Eine bessere musikalische Balance hätte die flache, etwas langweilige Aufführung sofort durchbrochen und den von Natur aus romantischen Geist aus der Flasche entlassen. Die Verbindung zum späteren Beethoven hätte auf diese Weise selbstverständlicher verlaufen können. Die Trios bieten in der Partitur und in ihrem Aufbau genug Material dafür.

Alles in allem bleibt diese Ausgabe ein schönes Sammlerstück, das uns auf die nächsten Bände freuen lässt: korrekt und sehr sorgfältig veröffentlicht, aber mit etwas zu wenig Beethoven und etwas zu viel Haydn.


  • WER: Van Baerle Trio
  • WAS: Complete Piano Trios, vol. 1
  • AUSGABE: Challenge Classics, Nr. CC72765 [embed]https://youtu.be/CEcWesPIkSs[/embed]
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