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Dvořák: Legenden op. 59 - Slawische Rhapsodien op. 45

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Dvořák: Legenden op. 59 - Slawische Rhapsodien op. 45

Dvořák komponierte die zehn im Frühjahr 1881 vollendeten Legenden ursprünglich für Klavierduett, um sie kurz darauf auf Wunsch seines Musikverlegers Simrock zu orchestrieren, der eine Wiederholung des Erfolgs der Slawischen Tänze suchte. Dieser Erfolg stellte sich jedoch nicht ein, und leider hat sich daran seitdem wenig geändert, denn merkwürdigerweise gehören die Legenden nicht zum Standardrepertoire der meisten Orchester. Und dabei muss man bedenken, dass sie wirklich alles in sich haben, um gerade dazu beizutragen, populär zu werden, denn auch dies ist Musik, die mit Dvořáks böhmischem Idiom verbunden ist, wie sich unter anderem aus der farbigen und folkloristisch gefärbten Melodieführung und der nicht weniger einfallsreichen Instrumentierung ergibt.

Die drei Slawischen Rhapsodien (1878) sind zwar unter einer Opusnummer zusammengefasst, haben aber inhaltlich und thematisch kaum etwas miteinander gemein, von ihrem rhapsodischen Charakter selbstverständlich abgesehen. Auch diese Rhapsodien erfreuen sich nicht großer Bekanntheit, aber sie sind zweifellos farbig, mit unverkennbaren Einflüssen von Bedřich Smetana (der in der Musik seines Heimatlandes ebenso verwurzelt war – Dvořák wird zwischen 1875 und 1877 zweifelsohne die Uraufführung seiner Má vlast gehört haben) aber auch von dem virtuosen Liszt, der die Rhapsodie zwar nicht erfunden hat, aber ihr einen unauslöschlichen Stempel aufgedrückt hat.

Tomás Netopil ist ein ausgezeichneter Dirigent mit tschechischen Wurzeln, Eigenschaften, die in diesen Aufnahmen leider weniger deutlich hervortreten. Die Ursache liegt sowohl bei Netopil als auch bei den Aufnahmetechnikern.

Um beim Dirigenten zu beginnen: Vor allem seine Interpretation der Legenden wirkt ziemlich matt aus den Lautsprechern, wobei sie auch nicht durch die Aufnahme geholfen wird, die wie in den folgenden Rhapsodien zu wenig Definition mit mangelnder Transparenz verbindet. Als würde man durch ein ziemlich dichtes Vorhang hindurch hören. Aber interpretatorisch ist Netopils Charakterisierung hier wirklich der eigentliche Engpass, denn aus diesen so malerischen Legenden könnte sicherlich mehr gemacht werden, wie unter anderem Iván Fischer, Jakub Hrůša, Charles Mackerras und Rafael Kubelik bereits gezeigt haben. Oder um noch weiter zurückzugehen: der großartige Karel Sejna mit demselben Orchester, wobei es sich um eine Monoaufnahme von Januar 1956 handelt, ebenso wie dieses neue Album, das ebenfalls im Dvořák-Saal des Rudolfinum in Prag aufgenommen wurde (Ich besitze die von Supraphon veröffentlichte LP). Mit der bemerkenswerten Feststellung, dass diese Monoaufnahme eine bessere Fokussierung und Positionierung des Orchesterapparats ergibt als die diffuse Pentatone-Aufnahme.

Die drei Rhapsodien schneiden interpretatorisch glücklicherweise besser ab, was möglicherweise durch eine beträchtlich breitere Anlage erklärt werden kann, wobei jeder Satz eine Dauer von etwa dreizehn Minuten hat. Die expansiv angelegten Melodielinien sprechen für sich selbst, und Netopil hat davon reichlich Gebrauch gemacht, aber es ist ihm auch gelungen, die typisch tschechische Folklore ein ausgelasseneres Profil zu geben. Bei der Qualität der Aufnahme bleibt es leider auch diesmal bescheiden, möglicherweise bedingt durch den Saal, der akustisch anscheinend schwer zu bändigen ist, obwohl man denken könnte, dass Pentatone damit mittlerweile wirklich mehr als genug Erfahrung gesammelt hat. Nun ja, so sei es.

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