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Ein Klavierquartett zu Besuch

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· 3 Min. Lesezeit
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Ein Klavierquartett zu Besuch

Die Middagconcerten von Antwerpen dürfen sich mit Recht die wichtigste Konzertvereinigung in der Antwerpener Region nennen. Sie organisieren nicht nur so nebenbei 30 Kammermusikkonzerte, sondern füllen regelmäßig auch mühelos die Säle. Und das mit minimaler offizieller Unterstützung bereits seit 70 Saisons lang, und das größtenteils mit Musikern, die hier in unserem Land ihr Arbeitsgebiet gefunden haben.

Am Freitag, 2. Februar 2018, saß auf der Bühne die nicht so häufig anzutreffende Besetzung eines Klavierquartetts, wobei die hochbegabte und feinfühlige Musikerin Maiko Inoue sich als das schlagende und begeisternde Herz manifestierte. Mit Freude lernte ich ihre Mitmusiker kennen: Alissa Margulis, die derzeit als Violinlehrerin am Konservatorium von Antwerpen tätig ist; Gergely Kota, der nach seinem Studium am Konservatorium von Brüssel und an der Königin-Elisabeth-Kapelle mit verschiedenen Ensembles auf Tournee ist, aber auch in Watermaal-Bosvoorde unterrichtet; und schließlich der Cellist Johannes Burghoff, der zusammen mit Maiko Inoue die Organisatoren des jährlichen Kammermusikfestivals von Jodoigne ist und mit dem die Middagconcerten von Antwerpen eine Kooperationsvereinbarung haben, die zweifellos beiden Organisationen zugute kommt.

Das Publikum lernte das Klavierquartett von Gustav Mahler (1860-1911) kennen, das er im Alter von 16 Jahren in seiner Studienzeit in Wien schrieb. Verschüttet, erklang es 1964 in New York wieder. Es ist und bleibt ein Jugendwerk des Titanen, der Mahler werden sollte, aber unbestreitbar lassen sich hier bereits die Solidität, die Originalität und der Mut des zukünftigen Genies erkennen. Die Musiker gaben eine packende Interpretation davon, mit klaren Linien und einem ausgewogenen Klangausgleich zwischen Klavier und Streichern.
Auch das Klavierquartett op. 47 in ES von Robert Schumann (1810-1856) war für viele anwesende Hörer eine Offenbarung. Schumann schrieb es 1842 in seinem „Kammermusikjahr", in dem auch das Klavierquintett op. 44 entstand. Auch hier war das Musizieren ein Vergnügen zum Hören. Der Perfektion nahe spielten die 4 Musiker mit größter Aufmerksamkeit aufeinander zu, was besonders im Andante cantabile zu bemerken war, das sang und weitersang.

Der Applaus war dementsprechend, so dass sich das Publikum noch eine Weile in Salut d'amour von Edward Elgar (1857-1934) erfreuen konnte.
Eine Stunde intensive Kammermusik auf diesem Niveau: es bescherte aller Welt freudige Gesichter.

Die Antwerpener Middagconcerten sind Pressepart von Klassiek Centraal.

Das komplette Programm finden Sie hier


  • WAS: Middagconcert Antwerpen Amuz
  • WER: Maiko Inoue, Johannes Burghoff, Alissa Margulis, Gergely Kota
  • WO: AMUZ
  • WANN: 2. Februar
  • Foto: m.t.
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