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Equinox: Zwei Tage der spirituellen Musik

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· 4 Min. Lesezeit
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Equinox: Zwei Tage der spirituellen Musik
Zweimal pro Jahr dauern Tag und Nacht auf unserem Planeten gleich lang. Die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche ist voller Symbolik und Spiritualität und ist gleichzeitig ein Schlüsselmoment in verschiedenen Kalendern: das Persische Neujahr, auch bekannt als Novruz, das nationale indische Neujahr, das jüdische und christliche Osterfest... Bozar und Klarafestival nutzen die Gelegenheit mit einem ganzen Wochenende im Zeichen der sakralen Musik aus verschiedenen Kulturen. Von den Gesängen von Hildegard von Bingen und persischer Sufi-Musik, über indische Ragas und korsische Polyphonie bis zu finnischen Volksliedern und Jazzimprovisation. Feiern Sie die Tagundnachtgleiche mit zeitlosen meditativen Momenten.

B'Rock & Muziektheater Transparant - Passio

Ostern findet jedes Jahr am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche statt. Anlässlich dieses christlichen Frühjahrsrituals bringen Muziektheater Transparant und B'Rock die selten aufgeführte Johannespassion von Alessandro Scarlatti auf die Bühne. Regisseur Luigi de Angelis fügt eine visuelle Komponente hinzu: eine Video-Installation, die die Mitte zwischen einem barocken Stillleben und einer zeitgenössischen Dokumentation hält. Mit den Filmen von Pasolini als Inspirationsquelle stellt sich hier die Frage: Warum ist Leid ein so beliebtes Thema in der Kunst? Sind wir nur Konsumenten des Schmerzes anderer oder gibt es wirklich Platz für Mitleid?

B'Rock: het orkest volgde de dirigent perfect waar hij de solotekstpassages klemtoon gaf en leverde zo een ideale interpretatie.
© Mirjam Devriendt
© Mehrdad Emrani

Homayoun Shajarian

Im Iran feiert man zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche „Noroez", ein persisches Neujahrsfest. Diese Tradition ist etwa 5000 Jahre alt und wurde kürzlich als UNESCO-Welterbe anerkannt. Klarafestival und Bozar laden anlässlich der Gelegenheit Irans bekanntesten Sänger ein: Der in Teheran geborene Sänger Homayoun Shajarian hat ein ebenso großes Herz für die iranische klassische Musik wie für Pop- und Rockmusik. Seine Ausbildung genoss Homayoun Shajarian nicht nur am Konservatorium von Teheran, sondern vor allem bei seinem Vater Mohammad-Reza Shajarian, einem Meistersänger in der Welt der persischen traditionellen Musik, mit dem er lange Zeit als Tombak-Spieler und Sänger umherzog. 2003 brachte Homayoun Shajarian sein erstes eigenes Album heraus und mittlerweile umfasst seine Diskografie etwa zwei Dutzend CDs. Seine Musik ist besonders ausgefallen und zutiefst emotional.

Peltomaa Fraanje Perkola - ÆR

Das niederländisch-finnische Trio Peltomaa Fraanje Perkola taucht den Hörer in ein esoterisches und zeitloses Klangbad ein. Mit Viola da Gamba, mittelalterlicher Harfe, der menschlichen Stimme und elektronischen Klangeffekten verweben sie finnische Volkslieder und mittelalterliche Musik mit Jazz und zeitgenössischen Kompositionen. Auf Klarafestival bringen sie eine Auswahl aus ihrem Debütalbum ÆR, das die spirituellen Gesänge der Komponistin und Mystikerin des 12. Jahrhunderts Hildegard von Bingen mit Pilgerliedern des 13. Jahrhunderts und gregorianischen Gesängen sowie neu geschaffenem Werk verbindet. Sie lüften auch einen Schleier ihres brandneuen, noch nicht veröffentlichten Albums, in dem sie Musik aus einer fernen Vergangenheit mit eigenen Improvisationen umspielt.

© Vilja Tamminen
@ GR-DR

Pandit Nayan Ghosh - Ochtendraga

Pandit Nayan Ghosh ist ein Phänomen. Der legendäre Ravi Shankar nannte ihn einen der besten indischen Musiker aller Zeiten. Besonders bemerkenswert ist, dass Pandit Navan Ghosh sowohl die Tabla als auch die Sitar – zwei sehr unterschiedliche Instrumente – auf meisterhafte Weise spielen kann. Zusammen mit seinem Sohn Ishaan (ebenfalls ein Tabla-Virtuose) und dessen Gruppe ARAJ spielt Pandit Nayan Ghosh anlässlich der Tagundnachtgleiche eine Morgen-Raga, in der sowohl das klassische indische Repertoire als auch modernere Stile der indischen Musik zur Geltung kommen.

A Filetta, Paolo Fresu & Daniele Di Bonaventura - Danse Mémoire, Danse

Mit einer homogenen Mischung aus Erbe und Experiment erkunden die Stimmen von A Filetta die korsische Polyphonie aus ihrer Heimat und verflechten diese mit anderen Genres und Musiktraditionen. Auf Klarafestival schaffen sie einen Dialog mit dem virtuosen Bandoneonspeler Daniele di Bonaventura und dem Jazztrompeter Paolo Fresu. Zusammen tasten sie die Grenzen ihrer Instrumente in fantasievollen Soli und bezaubernden Duetten ab. Aus dieser Kreuzbestäubung entsteht auch eine literarische Begegnung zwischen zwei inspirierenden Denkern aus dem vergangenen Jahrhundert: dem französisch-martinikanischen Dichter und Politiker Aimé Césaire und dem korsischen Widerstandskämpfer Jean Nicoli.

Equinox - Sacred Music Weekend
Zwei Tage gewidmet spiritueller Musik

19 - 20 März 2022

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