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François GLORIEUX (1932 - 2023)

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François GLORIEUX (1932 - 2023)

Er war gerade 91 Jahre alt, als er in der Nacht von Freitag, 22. September, starb. Die Aufführungen, die er diesen Sommer in kleinem Kreis gab, klingen noch nach und bestätigen sein Motto „Ein Leben für die Musik". Das erste Mal, dass er über den roten Teppich ging, war etwas bodenständiger: Als fünfjähriger ‚Cupido' nahm er zunächst an einem Schönheitswettbewerb für Kinder in Blankenberge teil.

Vom Kortrijks Conservatorium, das später nach dem Zweiten Weltkrieg an der Stelle des elterlichen Hauses entstehen wird, geht es schnell zum Gents Koninklijk Muziekconservatorium. Dort verhilft ihm seine Aufführung des hier unbekannten Pianoconcerto von Arthur Bliss zu seinem höheren Diplom mit der maximalen Punktzahl und den Glückwünschen der Jury.

Sein steiler Aufstieg im In- und Ausland gipfelte in den vielen Auftritten für „Jeugd en Muziek", wo er mit seinen Beatles-Improvisationen Säle und Schulen in Flammen setzte. Ein solides Repertoire führte ihn in alle Ecken Spaniens, nach Deutschland und Wien im Gefolge seines großen, viel zu früh verstorbenen Mentors André Cluytens, in die USA, wo New York ihn zu dem großartigen Orchestralwerk „Manhattan" inspirierte.

François spielte unter eisigen Bedingungen bei den Mormonen, aber auch im Privatpalast des Schahs von Persien, um das brandneue Bechstein von Kaiserin Farah Diba einzuweihen. Er tourte in Kanada, das seine „concerts-dialogues" liebte. Er durchquerte Südamerika und tourte mit dem Stan Kenton Orchestra.

Selbst als das Klavier durch ein Missverständnis nicht im Schloss Lavaux-Sainte-Anne ankommt, fesselt er ein Publikum von überall durch sein unvergleichliches Erzähltalent. Auch als in Antwerpen das Orchester streikt, rettet eine lebhafte Talkshow die Situation.

Japan war verrückt nach ihm und er nach Japan... und nach Michael Jackson. Gegenseitige Bewunderung macht sie schnell zu Freunden fürs Leben. Sie trafen sich zweimal. Dann wurde „She is out of my life" zu „He is out of my life".

François hatte noch einen langen Weg vor sich. Er wurde der Stolz von Antwerpen, Schoten, Stabroek, Zoersel und erneut Antwerpen, 't Eilandje. Und selbst ein fünftes Stockwerk konnte nicht verhindern, dass das Klavier mitgekommen ist. Eine glanzvolle Feier bei Amuz zu seinem 90. Geburtstag, ein aktiver Sommer, Kontakte mit Norwegen, um seine Werke aufzuführen, machen sein Einschlafen doppelt überraschend.

Bei diesem „mourir en beauté" kommt der tröstliche Gedanke, dass er noch einen ganzen Sommer erleben durfte. Denn wenn jemand ein Sonnenanbeter war, dann war es François. Und ein Tierfreund, der seinen Drang, in Spanien die Sonne und die Anerkennung zu finden, die ihm hier fehlte, „um der Katzen willen" aufgab...

n.v.d.r.: Arlette Hellemans hatte eine jahrelange sehr enge Bindung, eine enge Freundschaft mit François Glorieux. Für sie bedeutet das Hinscheiden von ‚ihrem François' einen Rückblick auf reiche Erinnerungen, die über das Musikalische hinausgehen. Wir hoffen, dass die Biografie, die sie über ihn schrieb, vervollständigt werden kann und in der besseren Buchhandlung einen Platz findet. Ein ausführliches In Memoriam in Klassiek Centraal von Helena Gaudeus können Sie hier lesen.

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