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In Memoriam François Glorieux

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In Memoriam François Glorieux

Der belgische Komponist, Konzertpianist und Dirigent François Glorieux ist verstorben. Der vielseitige Kortrij­ker hinterließ seinen Stempel in verschiedenen Musikgenres, von Jazz bis Klassik, von Pop bis Weltmusik. Sein Werk umfasst mehr als 300 wunderbare Kompositionen, und für seinen unschätzbaren Beitrag zum belgischen Musikerbe wurde Glorieux mit dem Titel eines Ritters ausgezeichnet. Wir ehren seinen bleibenden Einfluss auf die Musikwelt und erinnern uns dankbar an sein Erbe. Zur Erinnerung an seinen Tod veröffentlichen wir die Übersicht seiner Leistungen erneut.

François Glorieux (°1932) begann seine musikalische Reise in jungem Alter. Als kleiner Junge fand er schnell seinen Weg zum Klavier. Er improvisierte auf dem Instrument und schrieb seine ersten Kompositionen. Mit siebzehn Jahren verließ Glorieux seine Geburtsstadt Kortrijk und zog nach Gent, um sein Musikstudium am Konservatorium fortzusetzen. Dort erhielt er Klavierunterricht bei Marcel Gazelle und Kompositionsunterricht bei George Lonque.

Sowohl auf nationalen als auch auf internationalen Bühnen machte sich Glorieux als Konzertpianist einen Namen. Er genoss die Unterstützung des belgischen Dirigenten André Cluytens sowie den Respekt anderer Pianisten wie Arthur Rubinstein und Yves Nat.

Glorieux' Kompositionsstil wurde stark von seiner zufälligen Begegnung mit dem amerikanischen Big-Band-Pionier Stan Kenton beeinflusst. Nach ihrer Begegnung war Glorieux von dem warmen Klang der Blechbläser fasziniert. Als Konzertpianist reiste er um die Welt und kam in Kontakt mit verschiedenen Musikkulturen. Lateinamerikanische und karibische Musik weckten sein besonderes Interesse. Darüber hinaus studierte Glorieux Werke von u.a. Paul Hindemith, Igor Stravinsky und Ralph Vaughan Williams. All diese Einflüsse assimilierte Glorieux in das, was sich als seine charakteristische reiche Musiksprache manifestierte.

Verschiedene seiner Werke sind daher durch nicht-klassische Stile gekennzeichnet. So zeigt Manhattan Op. 20 (1974) Jazzeinflüsse, Hello Mister Joplin (1982) verarbeitet Ragtime-Elemente und The Legend of Bruce Lee (1982) macht Gebrauch von chinesischen Instrumenten.

Aber bei all diesen verschiedenen Einflüssen vergisst Glorieux seinen belgischen Hintergrund nicht. So nutzte er Instrumente wie das Vibraphon und das Glockenspiel, um die belgische Küste in The Ostend Fisherman Wharf by Night (1988) zum Klingen zu bringen. Auch sein jüngstes Werk Antwerp Hymn (2021) für Streichensemble war eine Ode an die Stadt, in der er sich seit 1965 aufhält. Das Werk hatte seine Uraufführung während Klassiek aan de Schelde und wurde von Great Globe Orchestra unter der Leitung von Robert Groslot aufgeführt.

Während seiner Karriere arbeitete Glorieux regelmäßig mit Tanzensembles und Choreografen zusammen. Das Königliche Ballett Flanderns (jetzt Opera Ballet Vlaanderen), das Nederlands Danstheater in Den Haag und das Nationale Ballett in Amsterdam sind einige der Produktionshäuser, mit denen Glorieux zusammenarbeitete. Seine erste Zusammenarbeit war die expressionistische MouvementsContrastes pour piano, cuivres et percussion (1962) zusammen mit dem Ballet van de XXste Eeuw.

Glorieux arbeitete auch mit Pop- und Jazz-Künstlern zusammen. Seine bekannteste Zusammenarbeit war vielleicht die mit Michael Jackson. 1989 ging Glorieux nach Los Angeles, um mit Jackson symphonische Versionen von MJ-Hits aufzunehmen. Eine von Glorieux' erfolgreichsten Aufnahmen war seine Platte François Glorieux plays the Beatles, auf der er berühmte Beatles-Melodien improvisierte. Mit der LP gelang ihm Gold in Japan.

Glorieux engagiert sich auch dafür, jüngere Generationen für verschiedene Musikgenres zu begeistern. Seit 1977 ist er Dozent für Kammermusik am Königlichen Konservatorium von Gent. Darüber hinaus gab Glorieux Schulkonzerte in Europa, Amerika und Japan, war kurzzeitig Gastprofessor an der Yale University und hielt zahlreiche Meisterkurse ab.

François Glorieux' Beiträge zur klassischen Musik wurden mehrfach anerkannt und belohnt. So ist er Ehrenbürger von Kortrijk, Zoersel und Stabroek. 2012 erhielt er den Preis "Give Soul to Europe", verliehen von der Europäischen Kommission. Als Krönung wurde er 2015 zum Ritter des Ordens Leopold II. ernannt.

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