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International Opera Academy überzeugt mit Mozarts Così fan tutte

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· 4 Min. Lesezeit
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International Opera Academy überzeugt mit Mozarts Così fan tutte
© Maurice Cassiers

Drei Tage im März programmierte International Opera Academy Così fan tutte, die dritte Da Ponte Oper von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Neugierig auf die Fortsetzung der Opernschule, mit der Guy Joosten einst begann, wollte ich diese Mozartoper gerne mit diesen jungen Künstlern sehen. Das Erlebnis war außergewöhnlich positiv.

Così fan tutte mit dem Untertitel ossia la scuola degli amanti hat viele Schichten und die Aufführung hat darauf außergewöhnlich geschickt, klug und doch einfach reagiert. Così fan tutte ist eine geradlinige Geschichte mit einer begrenzten Anzahl von Charakteren, zwei Paaren und einem intriganten Duo. Die Liebe der Paare Fiordiligi und Guglielmo einerseits, Dorabella und Ferrando andererseits wird auf die Probe gestellt, und was als Spiel beginnt, wird grausame Wahrheit, wenn auch mit offenem Ende. In seinem Vorwort rechtfertigt Michiel Delanghe, der Direktor der IOA, deutlich seine Wahl für diese Oper. Junge Menschen werden auch im echten Leben ständig mit Entscheidungen, Erwartungen und dem Ergreifen oder Nichtergreifen von Freiheit konfrontiert. Was ist der Wert von Treue und Identität? So wird das Spiel auf der Bühne zugleich zu einer Art Laboratorium für das echte Leben. Die Prüfung mit diesem ideologischen Hintergrund des Stücks haben die Schauspieler absolut gut bestanden und ihre Umsetzung auf der Bühne bot ein fantastisches Theatererlebnis.

Das Komische und Ironische, das pseudo-Spannende und das zeitweise Tragische der Intrige wurde auf intelligente und überzeugende Weise verarbeitet. Die Inszenierung ist außergewöhnlich einfach gehalten. Eine nackte Bühne mit einem Bett – eher eine Matratze auf dem Boden, einige Barhocker, ein paar kleine Regale, ein niedriger Tisch, eine Art Schaufensterpuppe. Und vor allem ein Cembalo. Was Versteckenspiel unter einer Decke, Barhocker als „Notariat", ein Besenstiel, der diverse Funktionen erfüllt und auch etwas leicht Erotisches hat, zwei Tassen mit den Initialen F und G. Mehr war nicht nötig, um die Fantasie für die verschiedenen Orte und passende komische Anspielungen in Gang zu setzen. Weiterhin sparsame Beleuchtung und zeitgenössische, teilweise auch witzige Kleidung, wie die Art schottischer Rock von Don Alfonso.

Die Sänger fühlten sich eindeutig wohl und beherrschten ihre stimmliche Partie bewunderungswürdig gut. Obwohl noch sehr jung, haben sie alle bereits einige Opernerfahr­ung sammeln können, und das wird sicher ihre Selbstsicherheit und Spontaneität erklären. Die Abschiedsarie Soave sia il vento klang wirklich ergreifend, Juliana Cook sang mit schöner hoher Sopranstimme die äußerst schwierige Arie Come scoglio, Sophie Patterson war eine ergreifende und verspielte Dorabella mit einem herrlichen E amore un ladroncello. Die Stimmen der Schwestern stimmten auch schön in den Duetten überein. Despina (Rosa Sparks) ist einfach ein Prototyp der ironischen Komik mit einem klaren Soprantimbre. Auch Ferrando und Guglielmo sind gut besetzt mit dem zarten Tenor von Yiming Liu und dem warmen und doch kraftvollen Bariton von Alex Gibb.

Kris Belligh stiehlt die Show als Don Alfonso. Er schlüpft ganz in die Haut des Intriganten und genießt es eindeutig! Er ist fast ständig auf der Bühne, findet immer eine vielsagende Haltung und außerdem hat er einen schönen Bariton, der sowohl sanfte Verschlagenheit als auch Autorität ausstrahlen kann. Ein maßgeschneiderter Don Alfonso!

Das Cembalo auf der Bühne spielt natürlich die Begleitung der Rezitative, gehört aber gleichzeitig sozusagen zum Ganzen, besonders mit einem feinfühligen Cembalisten wie Job Clement, der sich auch beteiligt an der Geschichte. Ein ausgezeichneter Fund.

Nabil Shehata dirigierte das Flanders Conservatory Orchestra, das in der Broschüre als Premiere für diese Produktion vorgestellt wird. Zum ersten Mal spielen Studenten von drei Konservatorien Antwerpen, Gent und Brüssel zusammen in einer Formation. Es ergab eine spannende und ergreifende Mozart-Oper mit Verspieltheit, Nuance und guter Unterstützung der Stimmen. Hier und dort ein nicht ganz korrekt klingendes Oboe oder Fagott ist in diesem Zusammenhang Haarspalterei.

Die Aufführung erhielt stürmischen Applaus, der sicher als Ermutigung dienen kann, um dieses Ziel weiter zu verfolgen: „A unique collaboration that not only carries this production, but also helps build the future of our operatic landscape". Ich zitiere dies aus dem Programmheft, das nur in Englisch vorliegt. Vielleicht ein Vorschlag für die Zukunft: die Beiträge auch auf Niederländisch? Denn IOA verdient sicher das Beste für die Zukunft.

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