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Abschied von Jelle Dierickx beim Festival van Vlaanderen Mechelen/Kempen

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Abschied von Jelle Dierickx beim Festival van Vlaanderen Mechelen/Kempen

Nach acht Jahren übergibt Jelle Dierickx im September 2025 den Stab als Direktor des Festival van Vlaanderen Mechelen/Kempen weiter. Seit seinem Antritt 2017 als Nachfolger von Marcel Kocken und Veerle Declerck prägte er die Organisation mit starkem persönlichem Stempel. Sein nächster Schritt führt ihn nach Deutschland, wo er zum künstlerischen Leiter von Musikkultur Rheinsberg ernannt wird, ansässig im ehemaligen Musenhof von Frederik de Grote und Prinz Hendrik von Preußen.

Das Festival wie es heute besteht, umfasst zwei große musikalische Veranstaltungen, die ein breites Publikum mit Live-Musik von hoher Qualität ansprechen möchten. Im Frühjahr gibt es Lunalia mit Fokus auf Vokalmusik in Mechelen; im Herbst Musica Divina, das himmlische und heilende Musik in Abteien und Begijnhoven der Kempen präsentiert.

Vorsitzender Marc De Geyter blickt zufrieden zurück: „Jelle Dierickx hat dem Festival eine eigene Dynamik gegeben. Lunalia wagte es, neue künstlerische Wege zu gehen und wuchs zu einem festen Wert im flämischen Festivallandschaft heran. Musica Divina hielt an seinen Wurzeln fest, setzte gleichzeitig aber auf Qualität und inhaltliche Vertiefung. Wir danken Jelle für seinen inspirierenden Weg und wünschen ihm viel Erfolg in Rheinsberg."

Unter seiner Leitung wurden zwischen 2017 und 2025 insgesamt 17 Festivals organisiert, mit mehr als 350 Konzerten, Musiktheaterstücken und Projekten, mit rund 2.000 Künstlern und über 50.000 Besuchern. Er stand zusammen mit Virginie Platteau auch an der Wiege des Stille-Jahres in Mechelen (2022) und initiierte Projekte wie Maanstaren, Poesia Divina, das Denk- und Gefühlsmoment in Oosterlo und De Warmste Nacht van het Talent.

2018 führte er den Namen Lunalia ein, eine Anspielung auf die Legende der Maneblussers. Lunalia wurde zum Festival der menschlichen Stimme und "zeitlose Musik mit der Kraft des Vollmonds". Es brachte Vollmondkonzerte, eine Parade für flämische Chormusik, Märchenpfade und Premieren von Musiktheater wie Rainbow, Time to say goodbye und Hear the voice. Auch während der Corona-Jahre blieb das Festival aktiv mit digitalen Formaten wie The Beethoven Physical Distance Experience. Das Erbe um Philippus de Monte kam durch Produktionen von Graindelavoix und Ratas del viejo Mundo erneut ins Rampenlicht.

Seit dem Stille-Jahr wählte Lunalia ein Ensemble in Residenz, darunter Constantinople, I SOLISTI und Zefiro Torna. Auch musikalischer Journalismus erhielt durch die Zusammenarbeit mit Andrea Voets und Resonate Productions mehr Aufmerksamkeit. 2023 stand Komponist Karel Goeyvaerts im Fokus, 2024 folgte das Thema der vielen Herzen Europas, unterstützt von Czech Dreams.

Bart Somers, Bürgermeister von Mechelen, nennt Dierickx "den geistigen Vater von Lunalia, eines Festivals, das Mechelen anders erklingen lässt: reicher und vielfältiger." Kulturreferentin Kristof Calvo fügt hinzu: „Jelle verbindet Tradition mit Zukunft und bleibt eine Inspirationsquelle. Wir freuen uns auf zukünftige Zusammenarbeit."

Auch Musica Divina erhielt unter seiner Leitung eine klare dramaturgische Linie. Jedes Festival passte in eine größere Geschichte, von Ein neuer Himmel und eine neue Erde bis hin zu Liebe im Land der Felder. Religiöses Erbe und der heilende Charakter von Musik standen im Mittelpunkt, unter anderem in Zusammenarbeit mit Huis Perrekes und durch das Projekt Poesia Divina, das zum Kempens Psalmenboek führte.

Kris Vreys (IOK) fasst es treffend zusammen: „Mit Musica Divina brachte Jelle himmlische Musik an einzigartige Kulturerbestätten in der Kempen, immer mit gesellschaftlich relevanten Themen und einer tiefen Verwurzelung in der Region."

Die letzte Ausgabe unter seiner Leitung findet vom 26. April bis 11. Mai 2025 statt. Unter dem Motto Zoete dromen bringt Lunalia dann mehr als 18 Konzerte mit 160 Künstlern aus 13 Ländern nach Mechelen.

Dirk H. Beenken, Geschäftsführer von Musikkultur Rheinsberg, schließt: „Jelle Dierickx ist ein Visionär mit internationalem Renommee. Er bringt Kreativität, Menschlichkeit und Offenheit mit sich — genau das, was wir brauchen, um Kunst und Kultur in dieser Zeit relevant zu halten."

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