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Junior Ballet Antwerp 5 Jahre 'What a night!'

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· 7 Min. Lesezeit
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Junior Ballet Antwerp 5 Jahre 'What a night!'
© Alain Honorez

'I have a dream'

Alain Honorez war als Kind ein lebhaftes Bürschchen. Gewissermaßen tanzend geboren. Er studierte an der Königlichen Ballettschule Antwerpen und konnte nach seinem Abschluss bei Ballet Vlaanderen anfangen, das damals hauptsächlich klassisches Ballett aufführte. Talentiert und fokussiert arbeitete er sich bis zum Solotänzer empor. Als Principal trat er im In- und Ausland auf. Er begeisterte das Publikum besonders mit seinen grand jetés und seinem Einfühlungsvermögen. Während der Jahre, in denen er dort tanzte, wurden neben klassischem Ballett auch neoklassische, moderne und zeitgenössische Choreografien eingeführt. Er traf dort seine Frau Altea Nuñez. Aus einer Tänzerin entwickelte sie sich zur Choreografin. Mit ihrer langjährigen Erfahrung spürten beide, dass die Überbrückung von einer Ballettschule zur professionellen Karriere etwas mehr Aufmerksamkeit verdiente. Die Kompanien setzen heute auf Allround-Tänzer. Eine Lücke, die gefüllt werden musste. Zwei Künstler, die beide gerne an Projekten arbeiten, die das Beste aus ihnen herausholen. Und ja, da kam er mit seinem ehrgeizigen Traum heraus. In enger Zusammenarbeit mit der Königlichen Ballettschule stellte er vor 5 Jahren seinen Plan vor: Junior Ballet Antwerp.

Junior Ballet Antwerp ist eine Jugendkompanie (Junior Company), in der talentierte, hochqualifizierte, ausgebildete Tänzer aus der ganzen Welt ihre erste professionelle Bühnenerfahrung erhalten. Ein junger Künstler kann sich selbst auf der Bühne nur kennenlernen und sich dort das nötige Fachwissen aneignen. Täglich setzt sich JBA dafür ein, ihre Tänzer in dieser Kunstform zu begleiten und zu vervollkommnen. Sie auf eine Zukunft als professioneller Tänzer/Künstler vorzubereiten. Alain und Altea verfügen über ein großes Netzwerk von Choreografen, aus dem sie schöpfen können, und wissen sich gut zu umgeben. Die ersten 5 Jahre liefen nicht alles glatt. Corona war der große Spielverderber. Der ganze Kultursektor leckte seine Wunden. Aber seine Liebe zum Tanz und sein großartiges Engagement konnten auch Corona nicht erschüttern. Es wird immer Probleme geben. Die Kunst ist, sie zu durchleben und auf der anderen Seite rauszukommen. Seine kreative Energie überwand auch dieses Hindernis. Verlangsamen und dann wieder beschleunigen. Ein Mann mit künstlerischer Relevanz und Kühnheit. What doesn't kill you makes you stronger.

'5!'

Die festliche Feier von 5 Jahren JBA bringt eine Revue ihrer künstlerischen Projekte. Alain Honorez gräbt durch die letzten 5 Jahre, verflochten in einer bezaubernden, eklektischen Mischung von Choreografien. In einer breiten Palette von klassischem Ballett, Neoklassik, moderner und zeitgenössischer Tanzkunst. Um zeitgenössisch zu tanzen, ist eine klassische Ballettausbildung die Grundlage. Zeitgenössisches Ballett kann die akademische Technik nach eigenem Ermessen ausfüllen. Die Vielseitigkeit der gezeigten Arbeiten weckt das Bewusstsein für die kolosale Arbeit, die geleistet wird. Es ist reines Vergnügen, wie das Ganze zusammengestellt ist. Tanz, eine Welt in ständiger Bewegung. Ein flüssiges Universum, in dem sich Formen, Farben und Bewegungsgeschwindigkeit ständig verändern. Die kontinuierlichen Transformationen von Bewegung machten dieses Festprogramm zu einem einzigartigen Erlebnis.

'études'

Choreografie, Tanzlehrer der Königlichen Ballettschule Antwerpen

Musik, Carl Czerny

Nicht nur JBA macht sich bemerkbar, auch die Schüler der Königlichen Ballettschule B1-B7 wurden eingebunden. Wirken mit im Festprogramm. Für das Publikum ein Einblick, wie alles beginnt und Bewegung für Bewegung aufgebaut wird. In einer Choreografie der Tanzlehrer klassisches Ballett bringen sie 'Etudes', eine Kostprobe ihres Könnens. Die 5 Grundpositionen an der Barre werden geübt, mit einem Lächeln, voller Anmut und Disziplin in simultanen Bewegungen. Nach dem eher statischen Anfang und je älter sie werden, siehst du die Fortschritte in Sprüngen und Pirouetten. Die Körper in perfekter Balance. Eine Bühne voller junger Talente.

'THE WIND'S GIFT'

Choreografie, Le Wang

Musik, Qigang Chen

Der junge chinesische Choreograf Le Wang ist ein aufstrebender Stern. Und was für einer! Seine Karriere ist im Aufwind. Weltweit wächst die Nachfrage nach seinem klassisch inspirierten, viszeralen Stil mit östlichen Nuancen und verhaltener emotionaler Tiefe. Die Summe der Teile: junges Tanztalent trifft auf jungen Choreografen sorgt für Feuerwerk. Die Inspiration für seine Choreografie holte er sich aus dem Naturelement Wind. Wind, der an heißen Sommertagen Abkühlung bringt, aber auch Wolken vorwärts treibt, Herbstblätter von den Bäumen reißt und choreografisch durch die Luft wirbelt. In diffusem Licht und völliger Stille treten langsam Reihen von Tänzern aus der Dunkelheit hervor, während sie mit ihren Beinen eine zweite Gruppe von Tänzern, die vor ihnen liegt, vorwärts drängen. Auch sie legen sich hin. Sie drehen sich auf den Bauch. Kurz darauf bewegen sich Gliedmaßen, Torsos und Köpfe in schnellem Tempo. Sie stehen auf, fallen hin, sie drehen und rollen. In Abwesenheit von Musik ist es der Atem eines der Tänzer, der die Gruppe synchronisiert, um perfekte Koordination zu finden. Ein Merkmal von Le Wangs Tanzsprache ist sein rhythmisches, perkussives Bodenwerk. Tiefe Konzentration und rhythmische Perfektion sind daher erforderlich. Ein faszinierendes visuelles Schauspiel. Die Tänzer sind in chinesisch inspirierte beige, hauchdünne Kostüme gekleidet. Nach der Bodenarbeit wird zu Musik des bekannten chinesischen Komponisten Qiang Chen getanzt. In der westlichen Welt besonders durch seine Komposition zu Ehren der Olympischen Sommerspiele in Peking 2008 bekannt. Er verbindet sowohl die chinesische als auch die westliche klassische Tradition in seinem Werk. Auch hier schöpft Le Wang aus einem spezifischen eigenen Tanzvokabular. Zwei Tänzer bewegen sich in einem zarten Duett Rücken an Rücken. Sie scheinen aneinander zu kleben. Wenn das ganze Ensemble auf der Bühne steht, schafft Le Wang schöne geradlinige Figuren mit unter anderem auch den vielen Armen des Chiva, des Gottes, der die Windrichtungen beherrscht. Man ist einfach fasziniert von der Schönheit und Anmut der Tänzer.

Nach der Pause folgt ein Kaleidoskop verschiedener Werke. Kurze Fragmente aus elf Choreografien der vergangenen Jahre wurden in einem schönen Spannungsfeld zusammengefügt. Stück für Stück atmosphärische Ballette voller Dynamik.

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Bei einem Geburtstag gehört Kuchen dazu. Eine Figur aus der Produktion 'Cinderella' paradiert mit einem hohen Kuchen durch den Saal, der einen prominenten Platz auf der Bühne erhält. Dieser festliche Akzent passt perfekt zu:

'CAKE OR DEATH'

Choreografie Nancy Osbaldeston

Die allererste Bühnenaufführung 2019 des Junior Ballet Antwerp. Osbaldeston war damals erste Solistin bei Opera Ballet Vlaanderen. Theatralisches Flair und Humor dominieren hier auf einer knackigen Melodie von Frédéric Chopin. Live gespielt auf dem Klavier von Emi Morishita.

Die jungen Tänzer lassen die sprudelnde Energie keinen Moment nachlassen. Mit Herz und Seele geben sie sich völlig hin. Hingabe ist der Anfang der Meisterschaft. Sie haben kaum einige Sekunden Zeit, um aus einem Kostüm in ein anderes zu schlüpfen und in eine andere Dynamik zu treten. Die Latte liegt hoch. Viele Choreografien sind technisch anspruchsvoll, aber überall wird die Perfektion erreicht, was von intensivem musikalischem Gespür zeugt. Bewegungen fallen nicht immer auf eine Note, sondern auch dazwischen. In Ensembleszenen erfordert dies äußerste Konzentration und Handwerk. Choreografien von Yannick Boquin 'CONCERTO CON BRIO', Musik Dmitri Shostakovich; Andrew McNicol 'SIGNATURES', Musik Enrique Granados; David Dawson, zugleich künstlerischer Beschützer des JBA, 'METAMORPHOSIS', Musik Philip Glass; Altea Nuñez 'ABSOLUTIO', Musik Hans Zimmer und 'CLAROSCURIO', Musik Hector Gonzales Sánchez; Altea Nuñez und Alain Honorez 'CINDERELLA', Musik Sergei Prokofiev; Altea Nuñez 'YU', Musik Johan Johannson; Ilja Louwen 'JOURNEY', Musik Franz Schubert und Mauro de Candia, der Anfang dieses Jahres die Reihe mit der faszinierenden Produktion 'JAMES', Musik Wolf Hoeyberghs, abschloss – anlässlich des James-Ensor-Jahres – und Altea Nuñez' 'SUMMER' aus der Erfolgproduktion 'SEASONS 4.0'. Das Ganze hat ein mitreißendes Tempo und doch atmen sie nicht schwer.

'5!' zeigt ein farbenprächtiges Spektrum von Emotionen und Tanzstilen. Vielfalt im Überfluss. Diese jungen Menschen sind gleichzeitig Top-Athleten, Tänzer und Schauspieler: Allrounder. Eine Elitegruppe bestehend aus Lauren Alving, Soazig Drion, Rinka Matsuura, Ella Matthews, Maja Grubic, Mackenzie Mount, Seohyun Mo, James Cooper, Sora Nishida, Lizé Mentz, Letizia Austoni, Tilly Wightman, Laura Flügel.

Die Tänzer wurden für alle Choreografien in wunderschöne Kostüme gekleidet von den geschickten Händen von Ria Van Looveren und Jolien Deweerdt. Julie Coppens war für die Masken und den Kuchen verantwortlich. Die atmosphärische Beleuchtung wurde Sjim Rijnhout anvertraut.

5 Jahre Junior Ballet Antwerp gipfelten in einem beeindruckenden und funkelnden Tanzspektakel und vier gut besuchten Vorstellungen. What a night! Es schmeckt nach mehr…. Und das kommt, denn zwischen den Zeilen meinte ich zu verstehen, dass großartige Pläne gehegt werden.

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