Du brauchst einen Musikpreis? Triff deine Wahl: eine Ultima oder lieber eine Mia, eine Supernova? Nein natürlich, am liebsten doch eine Klara! Aber es gibt auch noch Caecilia's und Goldene Label zu bekommen. Und bei den französischsprachigen Nachbarn les Octaves. Aber die Klara's eröffnen im neuen Jahr immer die Speerspitze, um verdiente Musiker und Produktionen des vergangenen Jahres mit einem hölzernen Klara-Logo zu ehren. .
Ein festlicher Einzug war es für Nominierte und Gäste: am roten Teppich auf den Stufen von Flagey wurden sie von der Harmonie d'Accordéon de Bruxelles begrüßt. Drinnen folgte dann zunächst noch etwas Aufwärmung mit Musik von De Beren Gieren. "Hier ist der Frühling, hier sind die Klara's" sagte eine fröhliche Moderatorin Greet Samyn. Diese jungen Bären durften von ihr zunächst ein wenig "herumkliedern" mit ihrem doch etwas speziellen Jazz. Es war der Musikdirektor des Klarafestivals selbst, Hendrik Storme, der die erste Klara überreichen durfte, diese für "Junge Hoffnung". Letztes Jahr stand sie auf der Shortlist, heute war es "Preis" für Sopranistin Lore Binon. Sie erzählte dem Publikum, dass sie so glücklich ist, jeden Tag Musik machen zu können, aber jetzt war sie etwas nervös "denn ich muss reden statt singen….". Klara für Solistin des Jahres wurde die "leading lady" der Gambisten, Romina Lischka. Aus dem Jurybericht: "vielseitig, innovativ, alte und neue Musik vermischend mit indischen und arabischen Klängen", Lieblingsgambistin von Herreweghe und mehr auf Tournee als zu Hause! Die Klara für Ensemble ging an Ictus, das nun schon 25 Jahre mit "contemporary music" um die Welt reist. 2018 war für sie ein großes Jahr sagte Hendrik Storme. Ein Beispiel? Zum ersten Mal seit 1882 erklang während der Bayreuther Festspiele 'neue Musik' und sie spielten es: die Oper "Der verschwundene Hochzeiter" des Österreichers Klaus Lang. Im Auge zu behalten: ihr Geburtstagsconcert im Kaaitheater am 18. Dezember.
Es folgte noch mehr Aufmerksamkeit für zeitgenössische Musik. Eine Double-Bill für Annelies Van Parys: "Komponistin des Jahres" und "Musikerpersönlichkeit des Jahres". Das konnte kaum anders sein mit vier bemerkenswerten Kreationen im vergangenen Jahr, darunter dieses beeindruckende A war requiem. Es kommt dieses Jahr noch eine Kreation, auf Anfrage des Concertgebouworkest, Widmung an ihren 'spektralen' Lehrmeister Luc Brewaeys. "Dank ihm stehe ich hier", ehrte Annelies Van Parys ihn.
Und dann gab es diesen besonderen "Iedereen Klassiek"- Klara. Das ist einer für jemanden, der dieses Motto nicht nur im Herzen trägt, sondern auch täglich daran arbeitet. Klara suchte zum ersten Mal einen "Missionar der klassischen Musik" und fand ihn bei einem Hilfspriester, der Hunderte von jungen Menschen aus seiner Gegend – Ekeren und Nord-Antwerpen – zum Singen lehrte: Jef Cleymans, inzwischen ein Achtzigjähriger, Gründer und Inspirator all dieser 'C-Chöre', eine der größten Chororganisationen des Landes.
Schließlich der Karrierepreis. Der war für Jerry Aerts, General- und Künstlerischer Direktor von deSingel, das er zu einem "Internationalen Kunstzentrum Flanderns" aufwertete. Er steht kurz vor seinem Ruhestand und, lustig zufällig, wird er bald von Klarafestival-Direktor Hendrik Storme abgelöst. Kulturminister Sven Gatz durfte diese Klara überreichen und zeichnete Aerts als geborenen Netzwerker, der außerdem das Gebäude "verdoppelte". Immer präsent, nie aufdringlich, so nannte ihn Gatz. Chantal Pattyn hatte noch eine andere charakteristische Beschreibung seiner Qualitäten aufgegriffen: "Kung Fu Panda".
Natürlich gab es noch Klara's für die besten CDs aus den Kategorien Klassik, Jazz und Weltmusik. Maestro-Moderator Marc Janssens durfte einen Preis für die beste belgische klassische Produktion geben, für die Maria Vespers von Philippe Herreweghe und sein Collegium Vocale (Phi) und für die beste internationale CD, und die war für Chopin: Ballades & Nocturnes von Leif Ove Andsnes, veröffentlicht bei Sony. Die Jazz-Frau von Klara, Lies Steppe, durfte das für die ausgezeichneten Jazzproduktionen tun. Es geht gut mit dem Jazz in unserem Land, sagte sie, wir erneuern uns weiter und der Preis ging an das impressionistische Particles des Ben Sluijs Quartet, (On Purpose Records). Die beste internationale CD war eine, die hier im eigenen Land in diesem eigenen Studio 4 von Flagey aufgenommen wurde, während eines Konzerts des Fred Hersch Trio, Live in Europe (Palmetto Records). Late Night Man Bart Vanhoudt verreichte die Klara's für die Weltmusik CDs. An Naktes ("Nacht") des Trios Merope für die belgische Produktion. Ein Trio mit der litauischen Sängerin und sammtener Stimme Indrė Jurgeleviciute, Gitarrist Bert Cools mit seiner minimalen Elektronik und Bansuriflötist Jean-Christophe Bonnafous (Label Granvat). Und dann eine Klara für diese andere Offenbarung, für die internationale CD Partir von Elina Duni (ECM/Universal). Eine Schweizer-albanische Sängerin, die selbst auch am Klavier sitzt und sich auch auf Gitarre und Perkussion mit einer bleibenden Geschichte über Migration begleitet, in einem Stil, der Traditionals, World und Jazz kombiniert. Hören Sie oder hören Sie erneut all diese Musiker in den Programmen Late Night Lab, Late Night Jazz und Maestro!
- WAS : Verleihung Klara Preise
- WANN : Freitag 22. März 2019, Studio 4 Flagey
- FOTOS: © Klara