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Le Concert de Tirlemont bringt barocke Pracht und Virtuosität nach Tienen

J
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Le Concert de Tirlemont bringt barocke Pracht und Virtuosität nach Tienen
© Jacques Kinnaer

ART27, das früher unter dem Namen „Jeugd en Muziek" bekannt war, hat seit Jahren einen starken Ruf als der Organisator klassischer Musikkonzerte in Tienen. Mit Le Concert de Tirlemont am Samstag, 9. November in der OLV Ten Poelkerk im Herzen Tienens bestätigten sie erneut ihren Status. Der Name Le Concert de Tirlemont verweist auf die historische Musikgesellschaft aus dem 18. Jahrhundert, die die schönste Musik aus Europa in Tienen aufführte. Und so wurde auch der Status der inzwischen kleinen Provinzstadt Tienen als wichtiger Kulturknotenpunkt durch das Konzert bekräftigt.

Auf der Bühne glänzten einige von Belgiens renommiertesten Musikern: Toon Fret (Traversflöte und Moderation), Wim Vandenbossche (Traversflöte), Edward Van Marsenille (Cembalo), Ronan Kernoa (Cello und Viola da Gamba), Louise Vanbiervliet (Violine), Ann Cnop (Violine), Mathilde Wolfs (Cello) und Luc Gysbregts (Bratsche). Das Ensemble brachte ein abwechslungsreiches und fesselndes Programm mit Werken von Willem de Fesch, dem weniger bekannten Jean-Baptiste Barrière, Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach.

Der Abend begann mit dem lebhaften Concerto Grosso VII in D für Flöte und Streicher von Willem de Fesch, das die Hörer sofort in die Pracht der Barockmusik entführte. Das Celloduo Mathilde Wolfs und Ronan Kernoa präsentierte anschließend die virtuose Sonate in G von Jean-Baptiste Barrière, wobei der Dialog zwischen beiden Celli für ein intimes und reiches Klangerlebnis sorgte. Das Quatuor Parisien von Telemann brachte dann ein besonderes Zusammenspiel von Flöte, Violine, Viola da Gamba und Cembalo, wobei die Musiker sich in einem musikalischen Gespräch, das sowohl lyrisch als auch lebendig war, feinfühlig aufeinander einstimmten. Dies wurde gefolgt von Bachs ikonischer Orchestersuite in h, BWV 1067, in der besonders die anmutigen Tanzbewegungen die barocke Grandeur zum Leben erweckten.

Der offizielle Teil des Konzerts endete mit einem weiteren Kleinod von de Fesch, dem Concerto Grosso VIII in G für zwei Flöten und Streicher, in dem Toon Fret und Wim Vandenbossche einen fließenden und spielerischen Dialog auf ihren Traversflöten aufführten.

Jedes Stück wurde auf humorvolle und zugleich informative Weise von Toon Fret eingeleitet, der mit Begeisterung Hintergrundinformationen über die Komponisten und die Musik gab. Er erzählte unter anderem, dass Willem de Fesch ursprünglich aus den Niederlanden stammte, aber lüttichischer Herkunft war, und dass er aufgrund seiner „toxischen Führungsweise" eine bewegte Karriere in Amsterdam, Antwerpen und schließlich London hatte. Über Bach erfuhren wir wiederum, dass der Adel ein musikalisches Duell am Cembalo zwischen dem sächsischen Barockmeister und dem damals sehr gefeierten französischen Cembalist Marchand plante, aber dieser letztere die Waffen streckte, nachdem er den großen Bach eine Fuge nach der anderen improvisieren gehört hatte. Diese Details gaben dem Publikum einen tieferen Einblick in das Leben der Komponisten, die dadurch ein wenig menschlicher wurden, und in den Kontext der Stücke.

Nach tosendem Applaus beschenkte das Ensemble das Publikum mit einer herrlichen Zugabe: die Pastorale aus dem wunderschönen Concerto Grosso in g, op. 6 nr. 8 von Arcangelo Corelli, ein verhaltenvolles und bezauberndes Finale, das das Publikum in Verzückung versetzte.

„Le Concert de Tirlemont" zeigte erneut die Kraft von ART27, klassische Musik in Tienen auf höchstem Niveau zu präsentieren, mit einer Kombination aus Virtuosität, Humor und historischer Tiefe. Ein Konzert, das das Publikum sicherlich nicht so schnell vergessen wird.

Wir freuen uns bereits auf ein nächstes Konzert von Le Concert de Tirlemont.

Tags concert
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