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Mozart 'Concert Arias - Un moto di gioia'

V
· 5 Min. Lesezeit
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Mozart 'Concert Arias - Un moto di gioia'

Um das Ausscheiden von Sidi Larbi Cherkaoui zu kompensieren, holte Jan Vandenhouwe, künstlerischer Direktor von Opera Ballet Vlaanderen, 3 'associated artists' ins Haus: Jan Martens, Anne Teresa De Keersmaeker und Jermaine Spivey. Sie verpflichteten sich für einen Zeitraum von vier Jahren.

Konsolidierung


Die flämische Tanzszene gehört seit dem Ende des letzten Jahrhunderts zur absoluten Weltspitze mit Alain Platel, Wim Vandekeybus, Jan Fabre, Sidi Larbi Cherkaoui und Anne Teresa De Keersmaeker. Sie schufen ein schwindelerregendes und vielfältiges Repertoire, das in der internationalen Ballettswelt einzigartig genannt werden darf und sich in das künstlerische DNA unserer Region eingeprägt hat. Doch allmählich stellt sich die Frage: wie wir dieses reiche lebendige Erbe für die nächsten Generationen bewahren können. Opera Ballet Vlaanderen hat sich die Aufgabe gestellt, die großen zeitgenössischen Klassiker des flämischen Tanzes einen sicheren Hafen im Repertoire zu bieten und lässt es hierbei sicherlich nicht an Eifer mangeln.

Mozart / Concert Arias


Dieses funkelnde Werk hatte am 30. Juli 1992 Premiere auf der renommierten Cour d'honneur des Festival von Avignon. Opera Ballet Vlaanderen ist nach dem Ballet de l'Opera de Paris erst die zweite Kompanie, die die Ehre hat, De Keersmaekers großangelegtes Werk zu tanzen. Mozart / Concert Arias ist ein erster Schritt in der Wiederbelebung ikonischer Momente aus der flämischen Tanzgeschichte. Ein sinnliches Spektakel, sowohl visuell als auch auditiv. Im Tanz und in der Kostümierung ständig schwebend zwischen Klassik und Gegenwart, Traurigkeit und Freude.

Eine Produktion, die zwischen einem Gesangsrezital und einer Ballettaufführung schwebt. Sopranistin Emma Posman, Koloratursopranistin Annelies Van Gramberen und Mezzosopranistin Raphaëlla Green sind konzeptionell Teil der Inszenierung und tanzen gelegentlich auch ein Tanzschrittchen mit. Die Tänzer von OBV beweisen mit technischer Raffinesse erneut mit Verve ihre stilistische Vielseitigkeit, Ausdruckskraft und Flexibilität. Was für eine Einfühlung und Interpretation. Einfach Feuerwerk!

Das Ganze hat eine elegante Kadenz und kommt visuell verblüffend daher. Die verschiedenen Arien folgen aufeinander wie ein Geschichtenkarussell mit unterschiedlichen Energien: hüpfende Freude, brodelnd erotisch, Koketterie, Bravour, Drama. Die Bewegungen folgen der Partitur Noten für Noten. De Keersmaeker hat den Geist der Musik, die Leichtigkeit und Verspieltheit neben dem Drama wunderbar zu erfassen gewusst. Der Tanz ist reich und diversifiziert. Ihr Tanzvokabular spricht die Phantasie an. Es gibt viel Bodenarbeit zu sehen: Fall and Recovery. Die Tänzer rollen und purzeln über die Bühne. Liebe ist Sehnen. Das wird sehr suggestiv dargestellt. Die Mädchen liegen auf dem Bauch auf dem Boden, den Oberkörper angehoben. Krabbeln rückwärts, wieder vorwärts… Es hat etwas von sehnsuchtsvollen, neugierigen, wachsamen Tieren. De Keersmaeker lässt in ihren Choreografien nichts ungenutzt. Das offene Haar der Mädchen sorgt für zusätzliche Dynamik, wirbelt herum. Genauso wie die Rockschöße der Herrenanzüge. Mit ihren kunstvollen Stickereien sind sie eine Hommage an das handwerkliche Geschick von einst.

Mit jugendlicher Bravour und rauschender Freude versuchen die Männer zu imponieren, aber sie sind auch zu sehen in verletzlicher Tollpatschigkeit oder herausfordernd wie ein lebhafter, verspielter Hund. In der Kostümierung der Tänzer steckt eine großartige Vielseitigkeit und Kontraste, von reich verzierten Westen, eng anliegenden Hosen und Hemden mit Jabots bis zu einem einfachen Hemd, während die Mädchen in einer zeitgenössischen Weste mit Miniröcken agieren. Ihre schönen schlanken Beine bekommen in einem langsamen Bewegungsmuster die volle Aufmerksamkeit. Es gibt sehr viele Wechsel in der Kostümierung, ein Augenschmaus. Theater als große Verkleidungsparty. Das Ganze ist eine Verflechtung von klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz, durchmischt mit einer lüsternen Disco Queen, blitzschnell ein Chippendale, irischer Stepptanz, der Russell oder Swich-Swich Move (noch ziemlich neu und wird neu hinzugefügt sein).

Die Live-Begleitung des Sinfonischen Orchesters Opera Ballet Vlaanderen unter der Leitung von Francesco Corti, Hammerklavier: Pedro Beriso und der sublimen Gesang von Sopranistin Emma Posman, Koloratursopranistin Annelies Van Gramberen und Mezzosopranistin Raphaëlla Green helfen den Tänzern von Ballet Vlaanderen, das Publikum zu beeindrucken.

Es war schön, in der Oper zu weilen. Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker beweist, dass sie Mozarts grammatikalische Sprache versteht, sowohl in den federnden Tanzrhythmen als auch in stillgestellten Passagen. Sie versteht es, die Verwunderung in einer Vielfalt von Ensembles, Duetten und Soli wach zu halten. Die subtile Kraft strahlte aus allen Poren der Tänzer. Ihre Energie hat eine anregende Kraft und lässt, wie der Untertitel suggeriert, 'Un moto di gioia' das Publikum mit einem wohltuenden Gefühl der Freude zurück. Im Großen und Ganzen: Schönheit, die berührt.

© Filip Van Roe / OBV
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Internationale Anerkennung

Das international führende Magazin Dance Europe blickt diesen Monat nach alljährlicher Gewohnheit auf die außergewöhnlichsten Tanzproduktionen, Choreografen und Tänzer zurück.

Die Produktion Mozart / Concert Arias wird in der Kategorie 'beste Premiere' der Saison 21/22 genannt. Eine schöne und berechtigte Anerkennung der Vorstellung der artist in residence Anne Teresa De Keersmaeker. Laut Dance Europe bringen die Tänzer von Ballet Vlaanderen das Werk "auf brillante Weise zum Leben" und nennt den Abend "zugänglich, clever, gut gemacht und - darf man das sagen - unterhaltsam."

Diese Produktion ist noch bis Dezember zu sehen.

WER: Anne Teresa De Keersmaeker [Choreografie], Herman Sorgeloos [Szenografie], Ulises Maino & Francesco Corti [musikalische Leitung], Annelies Van Gramberen [Gesang], Emma Posman [Gesang], Raphaële Green [Gesang], Pedro Beriso [Klavier]

WO: Opera Antwerpen

WANN: 9. Oktober 2022
noch bis Dezember zu sehen


Info & Tickets


© Filip Van Roe / OBV


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