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Musikalische Höhepunkte in BOZAR 2019-2020

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Musikalische Höhepunkte in BOZAR 2019-2020

Vorbei mit Pressekonferenzen auf der Bühne der Henri Le Bœufzaal, wo mehr Sponsoren und Produzenten saßen als Journalisten. Nein, um die 'Highlights' der Saison 2019-2020 zu präsentieren, wählten die vier Musikprogrammierer den kleinen, aber intimen Königlichen Salon. Es war auch eine kleine Gesellschaft, die erschienen war. Aber exklusiv! Was stand in dieser vorläufigen Broschüre mit Music Highlights? Lesen Sie es hier ...

Erwartet vom 'Dreamteam' der BOZAR-Musikprogrammierer. Der Begriff stammt von ihrem Leiter, Musikdirektor Ulrich Hauschild. Er leitet die Klassik-Abteilung. Und ja, erneut kommen die größten Namen und besten Orchester aus der Welt der klassischen Musik nach Brüssel. Auf der Innenseite der Music Highlights-Broschüre äußert sich Jonas Kaufmann: "I am looking forward to singing in BOZAR again, a European house of culture". Und dafür gibt es einen Grund. Hauschild erzählt, dass Kaufmann von der Akustik des Saals begeistert ist, im Gegensatz zu der der erst zwei Jahre alten Elbphilharmonie in Hamburg. Es gab kürzlich Menschen, die bei seinem Auftritt dort weggingen, weil sie in dieser arenaförmigen Konzerthalle hinter dem Orchester saßen. Sie riefen: "Hier hört man nichts". Auch Kaufmann selbst ist nicht erfreut über Hamburg. Wunderschönes Gebäude und Touristenattraktion, aber in der deutschen Presse fragte er sich, ob auf Sänger und Chöre überhaupt Rücksicht genommen wurde … Es lebe BOZAR und die Henry Le Boeufzaal, stellt Hauschild vergnügt zwischendurch fest.

Vokale und orchestrale Grandeur

Kaufmann also, dieses Mal mit der Prague Philharmonia und dem Belgian National Orchestra. Die Tradition und das Volk wollen Bartoli? BOZAR setzt sie erneut auf das Programm und fügt auch Angela Gheorghiu mit einem Recital hinzu. Das sind die großen Namen aus dem Vocale Grandeur-Programm, die in den größten Konzertsaal Belgiens kommen, sagt ein stolzer Musikdirektor. Und es gibt natürlich noch andere 'Grandeur', wenn wir von der Orchesterwelt und den Top-Dirigenten sprechen, die vorbeikommen. Auch diesmal sind die 'Besten' dabei: mit ihren bekannten Dirigenten, aber dieses Mal auch mit Aufmerksamkeit für eine neue Generation von Orchesterchefs. Die Berliner werden da sein, unter der Leitung von Kirill Petrenko ("Das wird himmlisch", sagt Hauschild). Aus Helsinki kommt Susanna Mälkki. Und von unseren nördlichen Nachbarn das Concertgebouworkest mit Andris Nelsons. Eine Generation von Dirigenten, die uns eher von der Musik genießen lässt als von ihrem Ego. Aber kein böses Wort über die etablierten Größen. Auch sie kommen vorbei: das Mariinsky mit Gergiev, Ivan Fischer mit seinem Budapest Festival Orchestra und natürlich Philippe Herreweghe, der Mozartsinfonieen mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden dirigiert. Natürlich darf Jordi Savall mit Le Concert des Nations nicht fehlen, aber dann befinden wir uns in der Renaissance und im Barock.

Für das Beethovenjahr 2020 folgt BOZAR zwei Spuren. Die erste Spur ist sehr klassisch, mit großen Werken, den besten Solisten und Ensembles: die Missa Solemnis, das Quatuor Ebène, Kristian Bezuidenhout (kommt übrigens 'in Residenz'), Thomas Hengelbrock und Fidelio, letzteres aber in einem innovativen Setting, "semi-staged" mit dem Swedish Chamber Orchestra. Und das ist dann die zweite Beethoven-Spur mit einem interdisziplinären Ansatz: "etwas anderes mit Beethoven machen", mit seiner Korrespondenz, mit Ictus, mit Marionetten … Das wird für Überraschungen sorgen, verspricht der Programmator.

Über die 'Alte Musik' noch gerne folgendes: Les Muffatti spielen Bach und Graupner. Aber auch Vivaldi kommt zu Wort, mit Jaroussky. Und ganz besonders eine völlig neue Version der Vier Jahreszeiten mit Mandolinenspieler Avi Avital und dem georgischen Schattentheater Budrugana Gagra. Bekommen wir endlich die Schattenseite des venezianischen Meisters zu sehen? Countdown bis 7. Dezember …

Schamanischer Jazz?

Neben Trompeter Wynton Marsalis mit dem Brussels Jazz Orchestra empfängt BOZAR auch dreimal seinen älteren Bruder und Saxophonist Branford Marsalis: Solo, mit Quartett und mit dem Nationalen Orchester Belgiens. Programmator Roel Vanhoeck holte mit Cecile McLorin Salvant auch eine neue, junge (29) und Grammy-Award-Gewinnerin Jazz-Lady ins Haus. Auch Chick Corea und Brad Mehldau sind wieder zu Gast. Und dann noch Angélique Kidjo, eine große Sängerin, die Klassik mit Rhythmen aus ihren afrikanischen Wurzeln mischt. Sie bringt Philip Glass mit dem Antwerp Symphony Orchestra. Für fast schamanische Musik schließlich müssen Sie sich das renommierte persische Shamss Ensemble von Vater und Sohn Pournazeri anhören. Sind Sie bereit für traditionelle Sufi- und klassische iranische Musik? Hier schon mal ein Vorgeschmack! "For nothing can be loved or hated unless it is first known" ...

Das vollständige Programm mit der Saisonbroschüre kommt am 24. April. Darin sind auch Fura dels Baus, Violinistin Julia Fischer, das Kronos Quartet, Alexandre Tharaud und Antonio Pappano enthalten … aber weitere Namen gab BOZAR noch nicht preis.


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