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OBV: Saisonpräsentation 2022-2023 unter dem Motto 'SEHNSUCHT'

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OBV: Saisonpräsentation 2022-2023 unter dem Motto 'SEHNSUCHT'

Dies waren schwierige Jahre für Opera Ballet Vlaanderen, nicht nur wegen covid, sondern auch wegen interner Konflikte. Generaldirektor Jan Raes brachte das Haus mit einer Reorganisation in Ordnung. Nach covid musste die Verbindung zum Publikum wiederhergestellt werden. Trotz der schwierigen Bedingungen in der letzten Spielzeit konnte OBV erfolgreich wieder starten und hatte mehr Publikum als je zuvor.

Jan Raes korrigierte auch die Wahrnehmung, dass das Publikum des Hauses nur aus älteren Menschen bestehen würde. Das Durchschnittsalter ist durch die Programmgestaltung auf 51 Jahre gesunken und 13% sind jünger als 30 Jahre. Mit der Ankunft des Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui stieg das Interesse für die Ballettaufführungen um das Vierfache! Nach 7 Jahren an der Spitze der Ballettabteilung verlässt er Genf, um dort ein neues Kapitel aufzuschlagen. Er verschwindet jedoch nicht ganz vom Radar. Seine Arbeiten bleiben Teil des Spielplans. Die Lücke wird durch 3 „associated artists" Jan Martens, Anne Teresa De Keersmaeker und Jermaine Spivey gefüllt. Sie verpflichteten sich für vier Jahre.

Drei Säulen: Ballett / Oper / Vonk


Opera Ballet Vlaanderen setzt seinen eingeschlagenen Weg fort und hat auf allen drei Fronten ein prestigeträchtiges Programm zusammengestellt. Einzigartig sind auch die hybriden Aufführungen, die Verbindung von Oper und Ballett. In den vergangenen Jahren konnte die Ballettabteilung mit einer ganzen Reihe renommierter Choreografen mit eigenem Vokabular und Stil arbeiten. Wenige Ensembles haben diese Vielseitigkeit im Haus. Die Kompanie erhält internationale Anerkennung für ihre Einzigartigkeit.

Ballett


[caption id="attachment_31820" align="alignleft" width="200"] © Filip Van Roe[/caption]

Die flämische Tanzszene gehört seit Ende des letzten Jahrhunderts zur absoluten Weltspitze mit Alain Platel, Wim Vandekeybus, Jan Fabre, Sidi Larbi Cherkaoui, Anne Teresa De Keersmaeker. Sie schufen ein schwindelerregendes und vielfältiges Repertoire, das in der internationalen Ballettenwelt als einzigartig gelten darf und das sich in das künstlerische DNA unserer Region eingeschrieben hat. Aber allmählich stellt sich die Frage: wie wir dieses reiche lebendige Erbe für die nächsten Generationen bewahren können. Opera Ballet Vlaanderen hat sich zum Ziel gesetzt, die großen zeitgenössischen Klassiker des flämischen Tanzes im Repertoire eine sichere Heimat zu bieten.

Die Saison beginnt dieses Jahr früher als normal und startet mit einer Uraufführung. Zum ersten Mal wird Opera Ballet Vlaanderen vom Festival von Avignon mit einer Produktion von Jan Martens eingeladen, einem der führenden Choreografen des Augenblicks. Jemand, der die Struktur der Musik versteht und offenlegen kann. Auf dem ikonischen Cour d'Honneur wird die Uraufführung von Futur Proche gezeigt. Diese Produktion passt vollkommen zum Jahresthema VERLANGEN. Was setzen wir mit Kunst den dunklen Zukunftsperspektiven entgegen? Diese Produktion wird auch in Amsterdam und Den Haag, Sankt-Pölten, Turnhout, Paris und Brügge sowie im Inland in deSingel zu sehen sein, mit dem OBV eine enge Zusammenarbeit eingeht.

Die bengalisch-englische Choreografin Akram Khan ist auch wieder mit der Produktion Creature zu Gast, inspiriert von George Büchners Klassiker Woyzeck. Auch diese Produktion dreht sich um die Zukunft der Menschheit.

Nach der Oper von Paris ist OBV die zweite Kompanie, die die großformatigen Produktionen von Anne Teresa De Keersmaeker tanzen darf. An erster Stelle steht ihre Mozart Concert Arias.

Am Ende der Saison folgt noch eine Uraufführung und Triple Bill mit Werken von Pite/Spivey/Forsythe.

Oper


Die großen Opernproduktionen stehen alle im Zeichen von VERLANGEN.

Eine neue Tristan und Isolde steht auf dem Programm unter der Regie von Philippe Grandrieus, ein klingender Name aus der Welt des französischen Kinos, dessen sinnliche Filmsprache perfekt zu der zerstörerischen Leidenschaft zwischen den Antagonisten passt.

Faust, zwischen Oper und Oratorium mit Text von Victor Hugo, musikalische Leitung Philippe Herreweghe. Im Laufe der Jahre ging viel vom Originaltext verloren. Es werden ein paar neue Monologe geschrieben, die vom Charakterschauspieler Johan Leysen vorgetragen werden.

Eine neue Produktion ist Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Kurt Weill und Bertolt Brecht unter der Regie von Ivo van Hove. In einem visuell straffen Stil, der auf die undeutliche Grenze zwischen Realität und Virtualität setzt, schlägt er die Brücke zwischen der gesellschaftlichen Krise der späten 1920er Jahre und heute.

Auf dem Programm das weniger bekannte Werk Ernani von Verdi. Dieses Werk ist ein Übergang von den frühen nationalistisch gefärbten Werken zu Werken mit mehr psychologischer Tiefe.

Fin de partie die Oper von 2018 von György Kurtág, basierend auf dem gleichnamigen Werk von Samuel Beckett. Der ungarische Komponist ist 93, als seine erste Oper 2017 Premiere feiert. Es wird eine konzertante Oper in Zusammenarbeit mit deSingel, um die ganze Aufmerksamkeit auf die Raffinesse der Musik zu richten.

Dann gibt es noch The Indian Queen von Henry Purcell, in dieser Produktion erkundet Regisseur Guy Cassiers die Grenze zwischen Oper und Theater.

Es gibt auch Le Nozze di Figaro von W.A. Mozart unter der Regie von Tom Goossen in einer neuen Opernbehandlung – einem nachhaltigen Ansatz, alles kommt aus dem Bestand – und die junge abenteuerlustige französische Dirigentin Marie Jacquot.

Es gibt auch eine Wiederaufführung von Satyagraha von Jonathan Stockhammer und Sidi Larbi Cherkaoui.

© Filip Van Roe

© Ugo Woatzi / OBV

VONK


VONK, die Plattform für Partizipation, Entwicklung, Inklusion und Experiment, setzt ihren Schwung mit einigen bemerkenswerten und medienwirksamen Projekten fort. Für A Bigger Thing wird die Opera Gent in einen Ballsaal umgewandelt. Die argentinische Choreografin Lisi Estaras wird dort zusammen mit den Einwohnern der Stadt Gent tanzen.

Die große Jugendproduktion wird Kruistocht, eine Oper basierend auf dem bekannten Jugendroman 'Kruistocht in spijkerbroek' von Thea Beckman. Frederik Neyrick komponiert und Johan De Smet schrieb das Libretto und inszeniert ein diverses Ensemble von Schauspielern und 50 Kindern. Die Compact Disc Dummies schmieden eine musikalische Allianz mit dem Symfonisch Orkest Opera Ballet Vlaanderen.

In Vake Poes, of hoe God Verdween schreibt und inszeniert Lisaboa Houbrechts einen ersten Teil einer Trilogie rund um ein zwölfjähriges Mädchen, das sich in eine traumatische Geschichte ihrer Familie vertieft. Fragmente aus der Johannespassion begleiten ihre Reise.

Es wird spannend sein, all das Schöne zu erleben.
Klassiek Centraal wünscht allen Künstlern günstigen Wind für die nächste Saison.

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