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Der wissenschaftliche Werdegang der Alamire Foundation erläutert

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Der wissenschaftliche Werdegang der Alamire Foundation erläutert

Dass die Alamire Foundation für alte Musik steht, wissen mittlerweile so ziemlich alle und dass sie ihren Sitz auf dieser wunderschönen Website der Leuven Parkabdei hat auch. Aber dass dieses Interesse für dieses polyphon Kulturerbe auf gründlicher wissenschaftlicher Forschung gestützt ist, weiß viel weniger. Es ist ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit. Und 2024 stehen noch mehr neue Projekte und Kooperationen an, um dieses Kulturerbe auch international zu verbreiten. Da Belgien ab Januar sechs Monate lang EU-Vorsitzender ist, bietet das zusätzliche Chancen. Und ein Mann wie Bart Demuyt, Direktor der Stiftung, lässt diese nicht liegen. Er will in dieser Zeit mit diesem franko-flämischen musikalischen Kulturerbe laut präsent sein. Schon am 6. Januar kann die Foundation in der Mechelscher Sint Rombouts Kathedrale die offizielle Eröffnung mitgeben mit einem ganz besonderen dreidimensionalen Kunstwerk. Eine Installation, in der du siebenstimmige Musik räumlich und klanglich erleben kannst und natürlich Bilder von Polyphonist Petrus Alamire und aufgeführt vom Huelgas Ensemble.

Wenn diese belgische EU-Präsidentschaft endet, will Alamire nach Ungarn gehen, das dann die EU-Leitung übernimmt. Warum? Weil das polyphon Kulturerbe Mitteleuropas noch weitgehend unerschlossen geblieben ist. Mit all ihrem Wissen und ihrer Erfahrung können sie dort auch ihr hochmodernes Digital Lab einsetzen. Erfassung und Digitalisierung des osteuropäischen musikalischen Kulturerbes ist das Ziel. Es gibt bereits Partnerschaften mit Budapest, Bratislava, Prag, Krakau… Genauso wie das bereits mit der Erschließung all jener Manuskripte geschehen ist, die im Vatikan verborgen waren.

Erfassung ist okay, aber nicht genug. Es ist erst durch Digitalisierung, dass du die Zugänglichkeit dieser Dokumente weltweit ermöglichen kannst. Was du jetzt schon auf der Website www.alamire.be einsehen kannst und noch mehr auf www.alamire.tv ist eigentlich überwältigend. Auf dieser Videoplattform findest du jetzt schon mehr als 20 Filmproduktionen und Doku-Konzerte über diese Musik der Niederlande. Besonders während der COVID-Periode bekam die Idee, all das virtuell anzubieten und um besser mit der Außenwelt kommunizieren zu können, einen enormen Aufschwung. Für die Erschließung alter Quellen wurde gerade die Integrated Database for Early Music erneuert, die Alamire Foundation Editions kooperiert bei der Verteilung ihrer CDs mit dem Label Passacaille, um ihren audiovisuellen Inhalt noch effizienter verbreiten zu können, wurden sie Mitglied des International Music Centre IMZ, eine Organisation für die kulturelle Filmindustrie, und es gibt sogar eine Vereinbarung mit Brussels Airlines, um die franko-flämische Polyphonie in ihrem „Inflight Entertainment Program" auf Langstreckenflügen anzubieten…

Mit unermüdlichem Eifer und Erfolg kann man die Laufbahn der Alamire Foundation so beschreiben. Aus dem Gehirn von Direktor Bart Demuyt scheinen unerschöpfliche Quellen von Inspiration und Initiativen zu sprudeln.

Und was die Finanzierung all dieser Projekte betrifft? Wie bringst du Geld zusammen für 45 Mitarbeiter, Musikologen, Ausführende, dieses ultramoderne High-Tech Sound Lab, diese digitalen und physischen Bibliotheken, ihre Musikpraxis……"Wer gute Ideen hat, findet Geld" antwortet Bart Demuyt kurz. Aber es steckt natürlich mehr dahinter. Sie sitzen an der Schnittstelle von Kultur und Wissenschaft. Subventionen für Musik einzutreiben ist nicht einfach und sicherlich nicht für den Sektor der „alten Musik". Aber für wissenschaftliche Forschung ist das anders. Und bei Alamire wird grundlegende wissenschaftliche Forschung betrieben. Das ist für sie absolut ein Pluspunkt in der Suche nach Finanzierung. Mit diesem Ansatz kann man im In- und Ausland sowie international Gelder für innovative Projekte einbringen. Und wenn daran eine Erfolgsbindung gekoppelt sein muss, kann Alamire ohne Weiteres glänzend mit Ergebnissen aufwarten. Denk nur an die Tausenden von Bildern, die du jetzt von überall auf der Welt ansehen und im Detail betrachten kannst: all diese wunderschönen illuminierten Miniaturen aus Musikhandschriften und die Randverzierungen aus Chorbüchern und nicht nur aus der Werkstatt dieses wundersamen Petrus Alamire. Die Stiftung macht ihrem Namen Ehre.

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