Am 23. Juli wird die portugiesische Pianistin Maria João Pires 81 Jahre alt. Ein gesegnetes Alter an sich, aber das hinderte die weltberühmte Musikerin nicht daran, mit regelmäßiger Pünktlichkeit von Podium zu Podium zu reisen und das Beste zu geben und mit dem immer wieder begeisterten Publikum zu teilen. Nun muss sie sich für unbestimmte Zeit zurückziehen.
Pires sagt, dass sie wegen einer zerebrovaskulären Erkrankung nicht auftreten wird, bis sie genesen ist. Die dreifach für einen GRAMMY nominierte Pianistin machte bekannt, dass sie sich für eine Weile nicht auftreten wird, bis sie genesen ist. "Liebe Freunde, es tut mir leid, euch mitteilen zu müssen, dass ich mich für eine Weile nicht mehr auftreten darf", sagte Pires auf Facebook. "Es ist ein zerebrovaskuläres Problem entstanden, das ich als ein Zeichen sehe – vielleicht sogar als eine Warnung."
"Ich werde diese Zeit damit verbringen, das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wiederzufinden und Freude in Zurückgezogenheit, Lesen, Meditation und dem Lernen von Lektionen zu finden, die mir das Leben lehren möchte", fuhr sie fort. "Ich danke euch von ganzem Herzen für eure Geduld, eure Unterstützung und eure tröstlichen Worte."
1944 in Lissabon geboren, gab Pires ihr erstes öffentliches Klavierkonzert im Alter von vier Jahren. Später studierte sie am Konservatorium von Lissabon bei Campos Coelho und Francine Benoit. Mit 17 Jahren erhielt sie ein Stipendium, um in Deutschland bei Rösl Schmid und Karl Engel zu studieren, und begann ihre internationale Karriere mit ihrem Recital-Debüt in der Queen Elizabeth Hall in London 1986 und in der Carnegie Hall 1989. Seitdem nahm sie 15 Jahre lang für das Label Erato auf und 25 Jahre für Deutsche Grammophon.
1999 gründete sie das Belgais Centre for the Study of the Arts in Portugal, wo sie Chöre für Kinder aus ländlichen Familien gründete. 2012 gründete sie die Partitura Choirs für Kinder aus ländlichen und sozial benachteiligten Familien. Sie gewann unter anderem den ersten Preis beim Internationalen Beethoven-Wettbewerb 1970, den Preis des Internationalen Musikrats der UNESCO und den Pessoa Award 1989, und am jüngsten die prestigeträchtige japanische Praemium Imperiale Award.
Wir wissen, dass es eine Zeit des Kommens und eine Zeit des Gehens gibt, dennoch wünschen wir Maria João Pires gute Besserung und hoffen, sie noch auf den Bühnen sehen und hören zu können. Sie ist ein Vorbild dafür, was Klavierspielen ist, was Respekt vor der Partitur ist, was Interpretation ist, was Bescheidenheit ist, egal wie berühmt man auch sein mag. Sie ist eine Künstlerin reinsten Blutes und möge sie noch eine Inspiration für viele sein. Von ihrem Kaliber gibt es immer zu wenige.