Seit mehreren Jahren bringt das Produktionshaus Deep Bridge während der Weihnachtszeit ein lebendiges Familienschauspiel: witzig, spielerisch und doch auch lehrreich. Tanz und Gesang vermischt mit einer Prise Wahnsinn. Die Inspirationen kommen dieses Mal aus dem berühmten Buch von Lewis Carroll „Alice in Wonderland". Er veröffentlichte es 1865, basierend auf Geschichten, die er der jungen Alice Liddell erzählte. Diese bildreiche Geschichte hat inzwischen Generation um Generation gefesselt und bezaubert und noch...
Weihnachtsferien, die Kinder haben frei und die Eltern haben auch einige Tage Urlaub angespart. Eine weiße Weihnacht wird es dieses Mal nicht geben, aber es gibt durchaus Magie zu ernten im Theater. „Alice in Wonderland" öffnet das Tor zu einem fantasievollen Universum. Mit Tonnen künstlerisches Rüstzeug, um ein junges Publikum zu fesseln, nutzt das Produktionshaus Deep Bridge alle Zutaten, um daraus ein unterhaltsames und spannendes Spektakel zu machen. Eine Vorstellung live zu erleben, die physische Teilnahme macht einen Theaterbesuch für Kinder auch besonders und einzigartig. Es ist ein interaktiver Erfahrungsraum.
Alice' Entdeckungsreise
Die Bühne des Stadsschouwburg ist in eine große Höhle mit einigen übergroßen Pilzen verwandelt worden. Alice, gespielt von Hanne Lefever (abwechselnd mit Jeanne Herbots und Ute Bastiaenssens), ist verlaufen. Ein weißes Kaninchen (Sander Gillis) kreuzt ihren Weg, reißt ihr das Buch aus den Händen und läuft damit davon. Allein und verzweifelt rennt sie ihm nach und landet so in einer befremdlichen Welt. Die Uhr, die Teekanne, das Schlüsselloch, die Karten... bekommen ihren Platz.
Ein Ensemble von 18 Charakteren singt und tanzt, dass es eine Freude ist. In farbenfrohen, wunderschönen Kostümen eignen sich die Darsteller ihre Figur an. Das ständig streitende Duo Tweedledee (Charlotte Suijs) und Tweedledum (Janis Vercaempst), die Raupe (Daan Keisse), der Hutmacher (Nardin De Moor), die Grinsekatze (Line Ellegiers), der Märzhase (Jozefien Grossen), beeindruckend ist die Nummer am Klavier des Schläfers (Remi De Smet). Es ist bemerkenswert, wie sich die junge Hanne Lefever die Rolle der Alice zu eigen macht, ein Naturtalent. Mit Sicherheit auf der Bühne und stimmlich singt sie zu der eingängigen Musik einige wunderbare Lieder.
Die Herzenkönigin, verkörpert von Radiopräsentatorin Anke Buckinx, überzeugt nicht ganz. Inmitten all der Profis macht sie einen eher schwachen Eindruck.
Ein Lob an die Kostümdesignerin Elvira Van Bavinckhove. Sie realisierte eine schöne Lösung für die Karten. Die Schauspieler tragen lange, fallende weiße Jacken mit Herzen, Diamanten, Kleeblättern und Piken. Die Choreografie von Laurent Flament mit unter anderem dem Kartenspiel ist prägnant und erfrischend.
Schön inszeniert ist die Gerichtsszene. Mit einigen beweglichen Dekorationsstücken wird eine schöne Wirkung erzielt.
Die Protagonisten begeben sich auch mal ins Publikum, was natürlich die Interaktion mit dem jungen Publikum erhöht. Ein schönes Familienschauspiel, in dem Verletzlichkeit, Empathie, Vergebungsbereitschaft und Humor zur Geltung kommen.
Es gibt Aufführungen bis zum 4. Januar in Antwerpen. Danach geht die Produktion ins Trixxo Theater in Hasselt vom Freitag 9. Januar bis Sonntag 11. Januar. Altersempfehlung ab 6 Jahren.