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Puccini erhält ergreifende Hommage in der Opéra Royal de Wallonie

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Puccini erhält ergreifende Hommage in der Opéra Royal de Wallonie
© J. Berger, ORW

Giacomo Puccini starb in Brüssel am 29. November 1924 im Alter von 65 Jahren. Genau an diesem Tag würdigt die Opéra Royal de Wallonie den Komponisten mit der Uraufführung eines neuen Werkes, Pucciniana, komponiert von Andrea Battistoni im Auftrag der Opéra Royal de Wallonie. Im zweiten Teil werden Fragmente aus seinen Opern aufgeführt.

Angesichts der Begeisterung des Dirigenten Giampaolo Bisanti wage ich zu vermuten, dass der Generalmusikdirektor der ORW sicherlich an der Grundlage des Auftrags beteiligt war. Kürzlich dirigierte er Tosca in der Oper von Hamburg, und während des Konzerts waren Enthusiasmus und Intensität, mit denen er Solisten, Chor und Orchester leitete, grenzenlos! Er erwies sich als fantastischer Puccini-Dirigent und erhielt vom Orchester eine äußerst konzentrierte Reaktion. Er ließ sein Orchester auf der Bühne glänzen, mit einigen schönen Soli, wie die Altviolistin mit dem Chor im herrlichen „Summerchor" aus Madama Butterfly.

Pucciniana von Andrea Battistoni ist eine Kantate für Sopran, Tenor, Chor und Orchester, ein musikalischer Dialog in fünf Szenen". Der Komponist äußert sich selbst dazu im Programmheft: « avec cette pièce, j'ai souhaité dialoguer avec sa musique et son héritage artistique pour leur rendre un hommage sincère, plein d'admiration et de gratitude ».

In dem umfangreichen Fresco erkennen wir natürlich Zitate aus Puccinis Opern, La Bohème, Madama Butterfly, La Rondine usw. Aber Battistoni greift auch auf ein Projekt um Königin Marie-Antoinette von Frankreich zurück, das nie verwirklicht wurde, das aber Battistoni mit Operndiven wie Tosca oder Manon Lescaut verschmelzen lässt. Auch einige Salonkompositionen von Puccini sorgen im zweiten Teil für Charme. Melancholie wechselt sich mit fröhlicheren Passagen ab, und das Stück endet mit einem elegischen Schluss, bei dem ein Crescendo von Chor und Orchester allmählich verstummt und sanft in der Ferne verklingt. Giampaolo Bisanti lässt auch das gesamte Konzert mit einem Chorarrangement von Nessun dorma aus Turandot enden, der Oper, die Puccini unvollständig hinterließ, eine ergreifende Hommage an den Meister von Lucca.

Das Solistenpaar, Tenor Gaetano Salas und Sopran Marigona Qerkezi passte gestalterisch überhaupt nicht zusammen, aber glücklicherweise stimmten die Stimmen gut zusammen und sie trugen sowohl ihre Passagen in Pucciniana als auch die Arien im zweiten Teil mit viel Gefühl vor. Salas hat eine warme und dennoch klare Timbre mit allerdings im ersten Teil einem etwas zu starken Vibrato, aber in den Arien konnte er sich austoben. Er war ein ergreifender Rodolfo und Cavaradossi mit überdies einer perfekt verständlichen Diktion. Das Letztere war bei Marigona Qerkezi überhaupt nicht der Fall. Wie ihre Gestalt ist auch ihre Stimme üppig. Ihre Klänge sind kraftvoll und ausdrucksvoll, aber kein Wort ist zu verstehen.

Das Publikum war eindeutig begeistert von diesem wunderbaren Konzert, einer ausgezeichneten Hommage an diese fantastische Opernkomponistin.

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