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Reflet - Sandrine Piau mit Liedern von Berlioz, Duparc, Koechlin, Debussy, Ravel, Britten

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Reflet - Sandrine Piau mit Liedern von Berlioz, Duparc, Koechlin, Debussy, Ravel, Britten
© Alpha 1019

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Überragende Schönheit und Einbildungskraft sprechen aus diesem Liedrecital, in dem die französische Sopranistin Sandrine Piau „Mélodies" erforscht, die eine Passage aus Les Fleurs du Mal von Charles Baudelaire (1821-1867) widerspiegeln: Comme de longs échos qui de loin se confondent Dans une ténébreuse et profonde unité, Vaste comme la nuit et comme la clarté, Les parfums, les couleurs et les sons se répondent. Reflet als Erforschung der Nuancen und der Transparenz des französischen Liedschaffens. Dies im Gegensatz zu dem zuvor veröffentlichten Album Clair-Obscur, das dem deutschsprachigen Lied mit Orchesterbegleitung gewidmet war (hier von mir besprochen). In den Worten von Sandrine Piau und Lea Weber: „The reflection of an image embodies the idea of an echo, the shadow of a disquieting look-alike, a manifold fl ickering form, diffracted, eternally reborn, with a power to bewitch and deceive. In a pile-up of delusive mirages, a kaleidoscope of meanings and sudden fl ashes of lightning, it interweaves the music of our lives with strange relationships, clothed with golden illusions." Dieses Album als eine Anhäufung betrügerischer Luftspiegelungen, ein Kaleidoskop von Bedeutungen und plötzliche Blitzlichter, gehüllt in goldene Illusionen, vermengt die Musik unseres Lebens mit fremden Beziehungen, gehüllt in goldene Illusionen. Das Kunstlied in seiner höchsten Form bringt uns das vollkommene Gleichgewicht zwischen Text und Musik. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass der Liedliebhaber zugleich Literaturfreund und insbesondere Dichtungsfreund ist. Wer sich mit dem Liedrepertoire wirklich vertraut macht, ist das auch mit den vertonten Texten. Bereits seit ihrer Kindheit – so lese ich im Booklet – wurde Sandrine Piau von dem Licht, seiner glühenden Schönheit und flüchtigen Vergänglichkeit fasziniert. Die „Begegnung" mit Komponisten und Dichtern wie Berlioz, Britten, Duparc, Koechlin, Ravel, Gautier, Hugo, Verlaine, Baudelaire, Leconte de Lisle, Edmond Haraucourt und Mallarmé ließen in ihr ein Feuerwerk von Farben und spiegelnden Lichtblitzen entstehen. Clair-Obscur und nun Reflet bilden zusammen ein Diptychon, in dem diese vermischten musikalischen und bildnerischen Gefühle reflektiert werden. Reflet! Zusammen mit dem in der Bourgogne Franche-Comté ansässigen und von Jean-François Verdier geleiteten Orchestre Victor Hugo tritt Sandrine Piau in Bezug auf das hohe Aufführungsniveau in die Fußstapfen ihres vorherigen Albums, in dem sie ebenfalls in der Bereiche der ultimativen Stimmungszeichnung und damit der Textdarstellung hervorragte. Verdier, auch ein ausgezeichneter Klarinettist, leitet das französische Orchester mit viel evokativem Geschick und der für die Singstimme so erforderlichen Geschmeidigkeit. Die transparente Aufnahme lässt kein Detail unberücksichtigt, ist aber auch warm und sonor.

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