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Start des Contius Bachfestivals: Eine musikalische Reise in Verbindung und Wachstum

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· 5 Min. Lesezeit
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Start des Contius Bachfestivals: Eine musikalische Reise in Verbindung und Wachstum

Am Donnerstag, den 4. Juli begann das Contius Bachfestival, wobei auch die Akademie startet. Während vier Tagen erhalten neun talentierte Organisten und sechs Sänger die Gelegenheit, sich intensiv mit der Orgel, der Begleitungspraxis und dem Barockrépertoire durch intensive Meisterkurse zu vertiefen. Hinter den Kulissen dieses Festivals entsteht eine einzigartige Welt, die sich um musikalische Verbindung und persönliches Wachstum dreht, wobei die Orgel nicht so sehr das Endziel ist, sondern ein Mittel, um diese Ziele zu erreichen.

Intensive Sitzungen und Top-Dozenten

Die Akademie ist in zwei Teile unterteilt. Vom 4. bis 8. Juli liegt der Fokus auf Gesang und Begleitung, danach vom 9. bis 13. Juli liegt der Schwerpunkt auf Orgelrepertoire. Während dieser Perioden erhalten die Teilnehmer Unterricht von Top-Musikern wie Bernard Foccroulle, Wim Winters, Reinoud Van Mechelen, Monica Melcova und Miklós Spányi.

Stan Van Rompaey, ein 34-jähriger regelmäßiger Teilnehmer, sieht die Akademie nicht nur als Chance, seine technischen Fähigkeiten zu verbessern, sondern vor allem als Plattform zum Aufbau dauerhafter professioneller Beziehungen. "Während dieser vier Tage intensiven Fokus höre ich die Geschichten und Ideen von Experten um mich herum," sagt er. "Aber das Wertvollste sind die Begegnungen mit anderen Musikern. Jeder kommt aus einem anderen Hintergrund, aber die Akademie bringt all diese Menschen zusammen." Stan erinnert sich an sein erstes Jahr als Student, als die Zukunft der Orgelkultur düster aussah. "Es wurde oft gesagt, dass ich der 'letzte Organist' sein würde. Das Zukunftsbild für die Orgel war damals sehr negativ," erzählt er. Trotz dieser Weltuntergangsszenarien gewinnt die Orgel in den letzten Jahren an Popularität, besonders unter jungen Menschen. "Während wir früher isoliert arbeiteten, bilden wir jetzt oft eine enge Gemeinschaft. Die Contius Akademie stärkt diese Orgelkultur, sowohl in Leuven als auch international."

Bereichernde Zusammenarbeit

Laurent Fobelets, 33 Jahre alt, der letztes Jahr an beiden Sitzungen teilnahm, spürt dieselbe Energie. "Die Zusammenarbeit mit den Sängern war fantastisch. Als Organist spielt man oft allein, also zusammen zu musizieren ist eine bereichernde Erfahrung," teilt er mit. Diesen Sommer ist Laurent sowohl als Organist als auch als Sänger eingeschrieben. "Dank einer Begegnung während der Contius Akademie bekam ich die Chance, einige Male mit Currende, dem Ensemble von Erik Van Nevel, mitzusingen." Er möchte seine Gesangsfähigkeiten weiterentwickeln, aber auch das Zusammenspiel mit einem Sänger oder einer Sängerin bleibt für ihn eine besondere Erfahrung. "Es gibt meinem Spiel Richtung und Tiefe."

Barbara Cornet, 25 Jahre alt, wird ebenfalls von der Dynamik zwischen Orgel und Stimme fasziniert. Zusammen mit Mezzosopranistin Clotilde van Dieren bildet sie ein Duo während der Akademie. Während sich Clotilde auf Barock-Interpretation konzentriert, vertieft sich Barbara in Basso Continuo, und zusammen erforschen sie das Répertoire von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach. "Die menschliche Stimme ist ein ganz anderes Instrument," erzählt Barbara. "Die Elastizität ist gewöhnungsbedürftig, aber die Kombination von Organisten und Sängern bereichert deine Fähigkeiten und eröffnet neue Einsichten."

Zusammenarbeit mit führenden Dozenten

Ein besonderer Aspekt der Akademie ist die Zusammenarbeit mit renommierten Dozenten. Clotilde schrieb sich für Unterricht bei Reinoud van Mechelen ein, und Barbara folgte Bernard Foccroulle nach Leuven nach einem Meisterkurs bei der Muziekkapel Koningin Elisabeth. Diese Begegnungen geben der Akademie ihren einzigartigen Charakter. "Die Menschen, die hier zusammenkommen, schaffen einen sehr glücklichen Kontext," sagt Stan. "Es gibt eine gemeinsame Leidenschaft, die uns vereint, und man spürt, wie etwas unter allen an der Akademie beteiligten Personen wächst. Das traditionelle Verhältnis zwischen Student und Dozent verschwimmt mit der Zeit."

Internationale Teilnehmer und einzigartige Instrumente

Diego Penna Blamey, 25 Jahre alt, reiste von weit weg aus Chile nach Leuven wegen der begrenzten Möglichkeiten für Musikstudenten dort. "Das Conservatorium, wo ich studierte, war der einzige Platz für Organisten, aber jetzt ist die Ausbildung eingestellt worden. Deshalb bin ich hier auf der Suche nach neuen musikalischen Chancen," erzählt er. "Der YouTube-Kanal von Wim Winters brachte mich hierher. Seine musikalischen Ideen faszinierten mich so sehr, dass ich ihn kontaktieren musste." Diego genießt die gut gewarteten Orgeln in Leuven und bemerkt bereits, wie diese sein Spielerlebnis bereichern. "Zu Hause muss ich die Orgel erst zähmen, bevor ich sie spielen kann. Hier entdecke ich, wie es ist, entspannt hinter dem Klavier zu sitzen und neue Möglichkeiten zu erkunden."

Kreative Brutstätte

Neben den Orgeln trägt auch das Clavichord zum Erlebnis bei. Jeder teilnehmende Organist bekommt so ein neues Instrument unter die Finger, was eine andere Denkweise erfordert. "Es ist eine interessante Erfahrung," erklärt Fobelets. Stan freut sich auf seine nächste Lektion am Clavichord mit Jean-Luc Ho und fasst den Wert der Akademie zusammen: "Meisterkurse sind oft strukturiert, aber hier gehst du hinaus mit einem neuen Blick auf das Répertoire und die Praxis. Es ist relativ einfach, technisch der beste Musiker zu werden, aber um etwas zu schaffen, woran alle Spaß haben können, musst du über dich selbst hinausblicken. Das geht nur durch die Teilnahme an einem Projekt wie der Contius Akademie."

Die Contius Akademie bietet mehr als technisches Training; sie ist eine Brutstätte für Kreativität und Verbindung, wo verschiedene musikalische Welten zusammenkommen. Während dieser Tage bespielen Stan, Laurent, Barbara, Diego und die anderen Kursteilnehmer die verschiedenen Instrumente, die Leuven zu bieten hat. Über die Orgel werden nicht nur ihre Herzen berührt, sondern auch die der Musik.

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