Fließende Klavierquartette von Dvořák
**** Das Busch Trio, bestehend aus Mathieu Van Bellen, Ori Epstein und Omri Epstein, spielt zusammen mit Miguel Da Silva das erste und zweite Klavierquartett des Tschechen Antonín Dvořák: Liebhabermusik. Die romantische Wärme wird stark betont, obwohl unsere heutige harte Zeit auch in der Interpretation steckt.
Einer der auffälligsten Punkte, den man zwischen beiden Werken hört, ist der Einsatz des zweiten Klavierquartetts; dieser ist so slawisch wie nur möglich, während der erste Teil stellenweise an Schubert erinnert, kurz gesagt, mehr deutscher Charakteristik ist. Darüber hinaus werden wir beide Werke nicht analysieren oder miteinander vergleichen. Man kann dazu im weltweiten Web und in der Fachliteratur viele Informationen finden. Wir werden uns in die Aufführung vertiefen.
Das Quartett spielt mit absoluter Professionalität und in ausführlichen Linien, die die Melodien färben und unterstützen. Welches Instrument auch immer mit führenden Sätzen hervortritt, es dominiert niemals die anderen. Das Gleichgewicht könnte nicht besser sein, man könnte sagen, dass es hervorragend ist. Aufnahmetechnisch wurde sich für größte Klarheit entschieden, etwas zu klar sogar – der Nachhall ist begrenzt, was die Streichinstrumente gegenüber dem Klavier etwas härter in der Tongebung macht. Andererseits kommen die Phrasierungen besser zur Geltung, als dies bei einer Liveaufnahme der Fall wäre. Man muss auch nicht viel Mühe aufwenden, eigentlich überhaupt keine, um zuhörend mit geschlossenen Augen die Musiker am richtigen Platz spielen zu sehen.
Es wird nicht nur sehr sangbar und warm musiziert, sondern manchmal auch „zu intelligent", was bestimmte Akzentuierungen härter macht und die Übertriebung in allem unserer heutigen Gesellschaft etwas zu sehr darstellt. Dies sind Wahlmöglichkeiten, bei denen der eine mehr mag als der andere. Das Wichtigste ist und bleibt, dass der Geist von Dvořák über dieser Aufführung wacht und noch mehr als genug romantische Aufladung gibt. Deutliche Pluspunkte mit ein paar Einwänden. Diese letzteren sollten das Hörerlebnis jedoch nicht verderben.
- WAS: Antonín Dvořák, Piano Quartet no. 1 & 2
- WER: Busch Trio, Mathieu Van Bellen, Ori Epstein, Omri Epstein, Miguel Da Silva
- AUSGABE: Alpha-Classics ALPHA 288, www.alpha-classics.com
Musikalische Betonung volkstümlicher Werte
*** „Tschechische Musik ist seit meiner Kindheit ein Teil meines Lebens. Ich meine damit nicht nur die klassische, sondern auch die Volksmusik. Tatsächlich ist es die melodische Schönheit und der harmonische und rhythmische Reichtum der Volksmusik, ein Stil, der sich mit meiner Seele verbunden hat und mir hilft, die Sprache unserer innovativsten Komponisten zu verstehen, Komponisten, die unser reiches Kulturerbe mit sich tragen", sagt der Violinist Jan Talich.
Zusammen mit Petr Jiřikovský spielt er die CD mit Werken für Violine und Klavier von Smetana, Dvořák, Suk, Janáček und Martinů. Namen von Komponisten, die die tschechische Musik von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts prägten.
Hätte ich die CD zusammengestellt, hätte ich das letzte Werk – das von Martinů – nicht hinzugefügt. Es ist zu schneidig und kühl, der Stilbruch ist gegenüber fast allen anderen Werken in dieser sonst gelungenen Aufnahme einfach zu groß. Das herzlichste Werk in Bezug auf Seele und Musikalität in der Aufführung sind die vier romantischen Stücke für Violine und Klavier, opus 75, von Antonín Dvořák. Mitsingen können Sie auch, wenn Sie mögen, die vier Stücke für Klavier und Violine, opus 17, von Josef Suk. Die vierteilige Violinsonate von Leoš Janáček erfordert bereits mehr Wissen des Zuhörers. Mitsingen ist nicht unmittelbar möglich und Aufmerksamkeit wird erforderlich, sonst geht viel von der Musik verloren. Das Eröffnungswerk der CD ist eine einfache angenehme Komposition, eine zweiteilige Sonate für beide Instrumente, von Bedřich Smetana.
Liebhaber romantischer und postromantischer Kammermusik werden mit dieser Aufnahme sicherlich in den Liegesessel versinken können und genießen, was dem Ohr geboten wird.
- WAS: Czech Music: Smetana, Dvořák, Suk, Janáček, Martinů
- WER: Jan Talich (Violine) & Petr Jiřikovský (Klavier)
- AUSGABE: ČSOB Private Banking
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