Zum Inhalt springen
Automatisch übersetzt · Original
Rezensionen

Von Außenseiter zu Cerberus

A
· 2 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Von Außenseiter zu Cerberus

Amazing Haydn konzentrierte sich am letzten Sonntag im Oktober auf das Streichquartett, das Alfons De Leus als den 'Underdog' der Musikgenres beschrieb. Der Höhepunkt des Konzerts war 'Der Tod und das Mädchen'. Und dann sind wir bei Schubert und nicht weit entfernt vom Höllenhund Cerberus, der Hades half, das Totenreich zu bewachen.

Martin Reining und Peter Baumgartner, erste und zweite Violine, Bratschist Daniel Moser und Cellist Thomas Wiesflecker, diese Besetzung bildet bereits seit sieben Jahren das aktuelle Atmos Quartett Wien. Für ihr erstes Konzert hier brachten sie nicht ein, sondern zwei Haydns mit: Joseph und Michael.

Michael Haydns Streichquartett, Perger 120, neu für die meisten Ohren, hatte nicht die Wirkung dessen seines sechs Jahre älteren Bruders. Michael war eine unerschöpfliche Quelle von Kirchenmusik im Salzburg der Erzbischöfe von Schrattenbach und Colloredo. Themen genug in seinem Streichquartett in g, aber etwas zu wenig Struktur und Durchfluss. Eine angenehme Überraschung waren jedoch die vier Variationen im Schlusssatz.

Über ein vielseitiges Werk, dem Sänger, Musicalschauspieler, Tanzpädagoge und Komponist Benedikt Berger den Titel 'Die 2 Jahreszeiten' gab, ging es zu einem Höhepunkt, dem 'Kaiserquartett'. Was Joseph Haydn als Geschenk für Kaiser Franz II. bestimmt hatte, war es auch für die Hörer. Und wieder fiel auf, wie geölt das Zusammenspiel von Atmos war. So flüssig, dass ein Hauch Wiener sorgloses Charme fehlte.

Chrysanthemen hier und da in der stimmungsvollen Jesuitenkirche erinnerten daran, dass die traditionelle Totenerinnerung näher rückte. Also war 'Der Tod und das Mädchen' der ideale Abschluss. Auch hier fielen der nüchterne effiziente Ansatz und das hervorragende Zusammenspiel auf. Selbst wer noch Heimweh nach dem Ursprünglichen des Lupus Trio Salzburg hatte, nach der Spontaneität von Vlad Weverbergh und seinem Terra Nova und nach der Ungestümheit des Duos Veverka-Englichova wurde Note für Note von dieser überzeugenden Leistung beeindruckt. Atmos gewann alle für sich und erhielt verdientermaßen stehende Ovationen. Und das Publikum bekam noch eine flotte, unerwartete traditional.

Diesen Artikel teilen

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste, der kommentiert.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

DE