Ein österreichisches Ensemble aus der Haydnstadt 'par excellence', Eisenstadt, das just am Österreichischen Nationalfeiertag, unter den Augen des 13. Fürsten von Esterházy de Galantha, mit einem berühmten Streichquartett von Haydn das dritte Konzert von Amazing Haydn eröffnet, könnte es noch symbolischer sein?
Für den Anlass wurde das Haydn Chamber Ensemble mit der Violinistin Seina Matsuoka erweitert, die es 2019 bis ins Halbfinale des Elisabethwettbewerbs schaffte, und mit dem österreichischen Bratschisten Maximilian Pammer. Das Haydn Chamber Ensemble ist ein Ableger des Haydn Trio Eisenstadt, das mehrmals in Mechelen zu Gast war. Um den Cellisten Hannnes Gradwohl scharen sich nun die Violinistin Cornelia Löscher und der Pianist Luca Monti. Ihr Biotop ist die Wiener Klassik und Romantik, mit einem Hauch von Moderne. Ihre Signatur ist ein frischer Blick auf und Respekt vor der Tradition. Ihr Ziel: das Kammermusikspektrum in seiner vollen Farbenpracht zur Geltung bringen. Und das gelang ihnen bereits im fünften Erdödy-Quartett von Haydn. 'Eine meersüße Melodie, ein funkelndes Thema, ein immer energischeres Tempo, ein zurückhaltend Cantabile, ein Finale voller aufputschender, prägnanter Noten...' Alles, was das Programmheft in Aussicht stellte, war da.
Das Klavier hinzu
Wer, in der wunderbar schönen Sint-Janskerk, kannte bereits das kurze, charmante Allegretto WoO 39 von Beethoven? Wohl wenige. Wer es sicher kannte, war Maximiliane Brentano, obwohl sie erst zehn war. Um sein 'liebes Freundinchen Maxe bei ihren Klavierstudien zu ermutigen', schrieb der damals vierzigjährige Beethoven dieses Kleinod und später seine Klaviersonate Nr. 30. Zu erwarten war das Trio élégiaque von Rachmaninov. Außer dem Begriff 'ätherisches Thema' und den vielen Interpretationsanweisungen des Komponisten selbst, verblasst jede Beschreibung gegenüber den Noten, mit denen Rachmaninov den Tod seines verehrten Mentors gedachte. Ein intensives frühes Gedenken an alle Verstorbenen, die wir bald wieder mit Blumen beschenken werden.
Ebenso ergreifend, ebenso schön war das Notturno von Schubert. Eine fein ausbalancierte Konfrontation von drei Spitzenmusikerinnen und -musikern. Die blonde Cornelia Löscher, die ihr Soloalbum-Debüt mit dem Ersten Violinkonzert von Paganini im Mozarteum im Alter von 18 Jahren gab. Bei ihren Aufnahmen fällt eine 'Liebhaberei' ins Auge: 'Hidden Gems', voll von Werken von Pleyel, die sie mit der Camerata Pro Musica und... mit dem Bratschisten Robert Bauerstätter aufführt, der als Mitglied des Lissy Quartett oft in Mechelen zu Gast war. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin für Violine und Kammermusik und ihrer eigenen Klasse für Streicher an der Joseph Haydn Privathochschule in Eisenstadt schrieb sie - treffend - auch 'Gedichte zur Musik'.
Hannes Gradwohl, der seine Sporen bereits als Mitglied des Haydn Trio Eisenstadt verdient hatte, erlebte seinen 'moment de gloire' während des romantischen Duetts zwischen Cello und Bratsche, das Schumann im Klavierquintett opus 44 erdachte. Der Bratschist Maximilian Pammer war ein bemerkenswerter Gegenspieler. Diskret, aber immer aufmerksam, strahlte er eine ostentative Spielfreude aus. Freude zu bereiten, das tut er auch durch Live Music Now Wien, mit dem Yehudi Menuhin seine Überzeugung verwirklichte, dass Musik auch Therapie ist. In diesem Licht werden Konzerte in sozialen Einrichtungen organisiert. Wenn man liest, dass der Pianist Luca Monti auf Meisterkurse von Größen wie Hans Graf, Rudolf Buchbinder, Paul Badura-Skoda und Elisabeth Leonskaja zurückblicken kann, ist es nicht verwunderlich, dass er prestigeträchtige Preise gewann, in Wien unterrichtet und in Mechelen für eine großartige Leistung sorgte. Auch österreichisch war ein herrlicher Wein aus dem Burgenland, der die Pause belebte.