Das Linos Ensemble wurde 1977 von Oboist Klaus Becker gegründet. 2018 waren sie bereits in Mechelen zu Gast, wenn auch in leicht veränderter Besetzung. Nun kehrten sie als Gäste der Haydn-Gesellschaft Flandern in Mechelen zurück, nicht in der Sint-Pieterkerk, sondern in der Sint-Janskerk. Und mit einem völlig anderen Programm...
Dieses deutsche Aushängeschild „par excellence" und ihre über 40 CDs haben bereits eine Fülle von Superlativen in der deutschen Fachpresse erhalten. Das Linos Ensemble spielte auch beim letzten Haydn-Konzert, das Fürst Anton II Esterházy de Galantha besuchte. Nun, 7 Jahre später, war es sein Foto, das zusammen mit Kardinal De Keezel und Sponsor ODTH in einer vollen Kirche hörte, dass es gut war. Es ist immer erfreulich, „alte Bekannte" wie das Gassenhauer Trio von Beethoven wiederzuhören. Besonders in Mechelen. Und besonders mit dem Engagement, der Interaktion und der Virtuosität dieses Ensembles. Die Themen von Beethoven, man könnte sie gleich mitsingen! Auch das Quintett für Bläser und Klavier von Mozart ist äußerst beliebt. Linos näherte sich ihm alles andere als routinemäßig. Bald geben sie Vollgas, dann fahren sie diskret zurück. Die gut dosierte Dynamik hielt es fesselnd.
Bemerkenswert
Immer wieder bot das Klavier von Konstanze Eickhorst unermüdliche, effiziente Unterstützung. Was diese bescheidene Künstlerin auszeichnet, ist nicht nur, dass sie ihren Vornamen mit Frau Mozart teilt, sondern vor allem, dass sie Finalistin des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 1987 war. In jenem Jahr gewann Andreï Nikolsky, der 8 Jahre später bei einem Autounfall ums Leben kam. Nun unterrichtet Konstanze in Lübeck. Wie das Auftreten in einem Ensemble bereitet ihr das mehr Vergnügen, als solo auf der Bühne zu stehen.
Oboist Kai Frömbgen spielte sich in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit. Nach den erfolgreichen Auftritten von Vilém Veverka besteht für musikliebhabendes Mechelen das Risiko, nur diesen flamboyanten Tschechen mit der Oboe zu identifizieren. Kai Frömbgen jedoch bewies das Gegenteil. Solide, diskret, aber oh so überzeugend beeindruckte dieser geborene Künstler, genauso alt wie das Ensemble, mit dem er auftrat.
Unbekannt, ungeliebt?
Im Septett von Alexander Fesca glänzte Kai Frömbgen. Fesca... Es ist herrlich, dass so viele Haydn-, Beethoven- und Mozart-Fans dieses in Karlsruhe geborene Phänomen, das nur 29 Jahre alt werden durfte, entdeckt haben. Eben diese Kombination von Bekanntem und Unbekanntem ist ein wichtiges Element in der DNA von „Amazing Haydn", betonte Organisator Deleus stolz. Denn wenn es in Mechelen eine Person gibt, die ein Denkmal verdient, dann ist es wohl Alfons Deleus. Noch mehr als für sein unermüdliches Engagement für und Wissen über klassische Musik, für seine mutige Verteidigung von Komponisten, für die, wie das Programmbuch vermerkt, „die Musikgeschichte zu Unrecht erbarmungslos war".