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War Beethoven wirklich ein Van Beethoven? DNA-Gedöns…

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War Beethoven wirklich ein Van Beethoven? DNA-Gedöns…

Müssen wir jetzt zutiefst enttäuscht sein, jetzt da sich herausstellt, dass Ludwig Van Beethoven sein Vater oder einer seiner Vorfahren nicht ein echten Van Beethoven sein würde, sondern einfach ein Bastard, ein beflecktes empfangenes Kind?

Die wissenschaftlich verantwortungsvolle DNA-Untersuchung geht weit und einem Bericht zufolge würde sie unumstößliche Beweise für die Abstammung bei Unsicherheit liefern. Aus irgendeinem Grund untersuchte man an der KULeuven eine Reihe von Haaren von Ludwig Van Beethoven. Es wurden einige Locken seiner üppigen Haarpracht abgeschnitten, mit seiner Genehmigung, um für die Nachwelt aufbewahrt zu werden.

Echte und andere Haarlocken


Von den fünf zuverlässigen Locken (es gibt noch drei weitere, aber diese scheinen von einem anderen Kopf zu stammen) erhielten die Forscher dasselbe Ergebnis. Sie legten die Ergebnisse der Tests mit den fünf Locken, die von Ludwig Van Beethoven sein sollten, neben denen von mehreren noch lebenden flämischen Nachkommen des Van Beethoven-Stammes. Es wurde keine Übereinstimmung gefunden. Wer ist schief gelaufen? Wo und wann? War es seine Großmutter von Vaters Seite? Das scheint der Fall zu sein, denn es gibt weder eine Taufurkunde noch eine Geburtsurkunde für seinen Vater Johann.
© Ira F. Brilliant Center for Beethoven Studies, San Jose State University/William Meredith

© Kevin Brown

Musikalische Vererbung oder Zufall?


Wäre die große Musikalität von Ludwig und seinem Vater Zufall, wenn Louis nicht der Vater von Johann und somit auch nicht der Großvater von Ludwig wäre? Oder war der in Mechelen aufgewachsene und musikalisch geformte Louis Van Beethoven kein „echter"? Die Familie war nun nicht gerade vorbildlich. Alkohol, Geldverschwendung und ja, wer weiß auch weniger Treue? Die Musikalität wurde dann vom „Vater unbekannt" möglicherweise auf den Sohn Louis, dessen Sohn Johann und dann dessen unvergesslichen Sohn Ludwig fortgesetzt.

Ach ja, spielt es eine Rolle? Es gab immer schon uneheliche Kinder – in Wien zum Beispiel war zur Zeit Beethovens eines von zwei Kindern nicht ganz sicher, wer der Vater war … Die Zeiten ändern sich. Beethoven selbst soll eine Tochter bei seiner geheimen Liebe gehabt haben. Das Mädchen glich ihm in jedem Fall sehr und war auch eine begabte Pianistin.

Spielt es eine Rolle?


Für die Flamen, oder soll ich besser sagen die Brabanter?, kann es vielleicht eine Rolle spielen zu wissen, ob der Mann mit Kampenhout/Mecheler Wurzeln diese Wurzeln wirklich hat. Es schafft eine Bindung und nicht die geringste. Wer würde sich nicht freuen, einen Mann der Ewigkeit – im guten Sinne des Wortes – als Stück der Familie, des Volkes hegen und pflegen zu dürfen? Denn ja, ist das noch der Fall? Oder ist er ein „reinblütiger Deutscher"? Dieser musikalische Großvater, he? Sollte man versuchen zu untersuchen, wer dessen Mutter war und welche Herren sie näher kennenlernte? Wenn es darauf ankommt: wohlan, dann wollen wir annehmen, dass der kleine Louis zwischen Kampenhout und Mechelen in den Blumenkohl gefunden wurde und dass seine Mutter ihn singend großgezogen hat mit dem Ergebnis eines Enkels, den wir nie vergessen werden und der noch viele Jahrhunderte das musikalische Firmament zieren wird. Dass er jetzt ein echter oder falscher Van Beethoven ist, spielt eigentlich keine Rolle.
© Beethoven-Haus Bonn

Tod durch Lebererkrankungen oder Erbkrankheiten?


Die DNA-Untersuchung wurde auch eingesetzt, um die Todesursache bestimmen zu können oder zumindest zu versuchen. Eine Bleivergiftung war es definitiv nicht. Diese Geschichte kann also definitiv ins Reich der Fabeln verbannt werden. Seine Leber war nicht in bestem Zustand, und das könnte die Folge von zu viel „angereichertem Wasser", sprich Alkohol, besonders oder nur Wein, neben dem täglichen starken Kaffee sein, der aus 60 gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt wurde (diese Bohnen zählte er als vollblütiger Autist gründlich nach…). Auf seinem Sterbebett soll, ob wahr oder nicht, eigens Wein aus Bonn gebracht worden sein – seine Großeltern hatten einen Weinhandel – aber leider kam die Lieferung viel zu spät. Beethoven hätte nur ein paar Kaffeelöffel Wein genießen können, um dann kurz darauf ins Himmel der musikalischen Größen zu gehen. Eigentlich weiß man es noch nicht so genau.

Taub oder „ein bisschen schwerhörig"?


Seine „Taubheit" kann man nicht durch die DNA-Untersuchung nachweisen. Ja, er war nicht taub, er litt an einer extremen Form von Tinnitus. Mit seinem linken Ohr hörte er sicherlich noch. Es ist also nicht korrekt zu behaupten, dass er den lebhaften Applaus nach der Uraufführung der Neunten Symphonie nicht hörte. Dass er sich nicht sofort dem Publikum zuwandte, hat wohl eher mit dem Ausdruck seiner Dankbarkeit gegenüber den Musikern auf der Bühne zu tun. Er stand weinend und dankte ihnen. Es war ihm sehr wahrscheinlich wichtiger, die Musiker zu danken, als sich dem Publikum gegenüber sofort zu verbeugen. Im Übrigen, sich verbeugen, vor wem tat dieses Genie das? Würde es in seinem DNA zu finden sein, warum er sich nicht vor „Kaiser, König, Admiral" verbeugen wollte? Sich verbeugen, das dürfen wir alle weiterhin für Ludwig Van Beethoven tun und da wird niemandes DNA einen Einfluss haben. So ist es!

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