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Seltener Fund: Unbekannter Walzer von Chopin nach fast 200 Jahren entdeckt

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Seltener Fund: Unbekannter Walzer von Chopin nach fast 200 Jahren entdeckt

Eine besondere Entdeckung in der Morgan Library & Museum in New York hat die klassische Musikwelt aufgerüttelt: Eine bislang unbekannte Wals von Frédéric Chopin wurde in der Tresoranlage des Museums gefunden. Das Manuskript stammt aus der Zeit 1830-1835 und ist das erste bedeutende Chopin-Manuskript, das seit mehr als einem halben Jahrhundert entdeckt wurde.

Zufällige Entdeckung


Kurator Robinson McClellan stieß auf das Manuskript, während er kulturelle Memorabilia sortierte. Zwischen Postkarten mit Picassos Unterschrift und Briefen von Brahms und Tschaikowski fand er ein faszinierendes Dokument mit den Worten „Valse Chopin". McClellan, selbst Komponist, fotografierte das Manuskript und spielte es zu Hause auf einem Digitalpiano.

Authentizitätsfrage gelöst


Nach gründlicher Untersuchung hat die Morgan Library & Museum die Authentizität des Werkes bestätigt. Das Papier und die Tinte entsprechen dem, was Chopin in dieser Zeit verwendete. Auch die charakteristischen Handschriftelemente, wie Chopins untypischer Bassschlüssel, sind für den Komponisten kennzeichnend.

Das Werk ist bemerkenswert kurz - nur 48 Takte einschließlich Wiederholung, etwa 80 Sekunden Spielzeit - und steht in a-Moll. Bemerkenswert ist die ungewöhnliche Eröffnung, die direkt auf eine Fortissimo-Passage hinarbeitet.

Entstehungskontext


Das Manuskript stammt aus Chopins frühen Zwanzigern, einer turbulenten Zeit, in der er Polen verließ und sich in Paris niederließ. Der Komponist gab regelmäßig intime Salonkonzerte für ein ausgewähltes Publikum von Aristokraten, Bankiers und Künstlern - von Franz Liszt „die Kirche Chopins" genannt. Bei diesen Gelegenheiten bat man ihn manchmal um kleine Kompositionen als Geschenk.

Uraufführung durch Lang Lang


Der chinesische Meisterpianist Lang Lang hatte die Ehre, das Werk erstmals aufzuführen. „Das ist nicht die komplizierteste Musik von Chopin," erzählt er der New York Times, „aber es ist eine der authentischsten Chopin-Stile, die man sich vorstellen kann." Lang Lang sieht in der unruhigen Eröffnung eine Widerspiegelung der rauen polnischen Winter.

Historische Bedeutung


Diese Entdeckung ist von großer Bedeutung für die Musikwelt. Obwohl Chopin Schätzungen zufolge 28 Walzer schrieb, wurden nur acht während seines Lebens veröffentlicht und neun nach seinem Tod. Der Rest ging verloren oder wurde zerstört. Dieser Fund wirft neues Licht auf Chopins frühe Jahre als Komponist und seine Entwicklung der Wals als ernsthafte Kunstform.
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