Zum Inhalt springen
Automatisch übersetzt · Original
Nachrichten

Sieben Top-Musiker angeln nach Forellen in der Abtei

L
· 4 Min. Lesezeit
Diesen Artikel teilen
Sieben Top-Musiker angeln nach Forellen in der Abtei

Nominierung für das Golden Label Kammermusik – Wussten Sie, dass in Waasmunster mitten im Grünen in den 1970er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Abtei erbaut wurde, die inzwischen nicht mehr bewohnt ist, da es keine Ordensleute mehr gibt, obwohl sie an dem Ort errichtet wurde, wo in der Blütezeit des Mittelalters bereits eine Abtei entstanden war? Die Abtei Roosenberg wird ein Beispiel moderner Architektur genannt. Nicht ganz mein Ding – geben Sie mir lieber eine romanische oder früh gotische Abtei – aber Musik kommt in der Kapelle behördlich zu ihrem Recht.

Pianist Yannick Van de Velde nahm die Herausforderung einer sich bietenden Gelegenheit an, um in diesem Rahmen ein Konzert von „höchstem Niveau" zu organisieren. Er suchte eine Reihe von Musikern zusammen, die er als Mitstudent und / oder als jüngerer Berufsmusiker kennengelernt hatte, der an einem Top-Orchester angebunden war und so weiter. Er musste nicht wirklich nach einem Cellisten suchen, sein Bruder Jonathan hat „das" und auch Yannicks Verlobte, Amélie Dendal ist eins mit der Seele der Musik. Zusammen mit ihnen gab es bereits ein Trio, aber Yannick wollte das unbekannte Sextett von Glinka aufführen. Dafür fand er Nadja Nevolovitsch, Violinistin beim Brüsseler Philharmonischen Orchester, David Desimpelare, Kontrabassist unter anderem beim Concertgebouworkest Amsterdam, Francesca Zappa, die Viola bei den Berliner Philharmonikern spielt, und die verwurzelte Kammermusikerin Violine und Viola Vincent Hepp, den wir noch vom ehemaligen Kryptos Quartet kennen, dem Taurus Quartet und Mitglied des Sinfonieorchesters der Munt. Yannick fand also eine Reihe von Musikern mit bemerkenswertener Orchestererfahrung, aber das sollte sie nicht daran hindern, einen unvergesslichen Abend romantische Kammermusik zu bringen, einschließlich einiger weniger bekannter Werke.

Die Harmonie der Romantik

Glinka's Grand Sextet ist ein wunderbar lyrisches romantisches Werk. Der Vater der russischen romantischen Musik war bei der Komposition noch teilweise deutsch inspiriert, versteht es aber, die Satzstruktur in die russische Seele umzuwandeln. Ein besonders schönes, fließendes, melodisches Werk mit feinsinnigen intimen Dialogen. So schade, dass dieses Werk kaum aufgeführt wird. Suchen Sie sich eine Aufnahme davon... Die Interpretation war sehr stark, zutiefst professionell mit reicher Phrasierung, Kraft – manchmal schien man mitten im Orchester zu sitzen, anstatt in einem Raum, in dem Kammermusik erklang – und Harmonie. Die erwähnten Streicher spielten zusammen mit Pianist Yannick Van de Velde. Was für eine Symbiose und ein Temperament, das dort beherrscht wurde, wo es absolut sein musste, und losbricht, wo es durfte.

Ein Grad genialer ist das Klavier Sextett von Mendelssohn. Atemberaubend, wenn man bedenkt, dass der Komponist kaum 15 Jahre alt war, als er dieses anspruchsvolle virtuose, aber auch unvorstellbar schwermütige und emotional aufgeladene Werk komponierte. Ja, beeindruckend, und so war auch die Aufführung, jetzt mit Amélie Dendal am Klavier. Auf CD, genau wie Glinka, das ist die Botschaft, die ich hier weitergebe. Wie sich Talente finden und dann ein Gelegenheitsensemble bilden, das anscheinend zum 150. Mal oder so auf der Bühne das Beste seines Könnens zeigt. Und dieses Beste wurde durch die Aufführung von Schuberts Forellenquintett erneut bestätigt.

Naja, Fische fangen die Musiker nicht, aber sie fütterten das Publikum doch mit ihrer „Fisch", nämlich all die schöne Musik von Glinka, Mendelssohn und Schubert. Zum ersten Mal widerfuhr mir beim Anhören dieses berühmten Werkes Rührung im Dialog zwischen Klavier und Violine. Bemerkenswert war auch der Einsatz des Kontrabasses, den ich noch nie, aber wirklich noch nie so präsent mit seinen besonders unterstützenden Farben hörte. Der Anschlag von Amélie Dendal verdient auch eine zusätzliche Erwähnung und nicht nur ihr Anschlag, sie musiziert sanftmütig und mit viel reiner Liebe. Das macht ihr Spiel sehr persönlich und doch völlig passend zur Vision der Komponisten. Jedes Mitglied des Ensembles hatte einen vollständigen Einsatz ohne bewusstes Profilieren. Alles im Dienste der Musik und das wurde vom Publikum mit langem und lautem Applaus bedankt.

Auch schön war, dass man mit einem schmackhaften belegten Brötchen und Häppchen sowie Getränk weitergeplaudert konnte. Ein Abend, der um Wiederholung bittet und den wir mit einem Gouden Label Kammermusik nominieren, sowohl wegen der Qualität an sich, als auch wegen der ausgezeichneten Programmwahl und -gestaltung. So mögen wir es sehr.


  • WAS: Sextette von Glinka und Mendelssohn und Schuberts Forellenquintett
  • WER: Yannick Van de Velde, Jonathan Van de Velde, Amélie Dendal, David Desimpelaere, Nadja Nevolovitsch, Vincent Hepp und Francesca Zappa
  • WO & WANN: Samstag, 17. Februar 2018, Abtei von Waasmunster
  • FOTOS: © Klassiek Centraal
Diesen Artikel teilen

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste, der kommentiert.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

DE