'Gianni Schicchi' ist eine komische Oper in einem Akt von Giacomo Puccini, Libretto Giovacchino Forzano, basierend auf einer Passage aus dem zehnten Gesang von Dante Alighieri's Inferno und ist Teil eines Triptychons. Die Weltpremiere fand vor 105 Jahren in der Metroplitan in New York statt.
Diese Oper ist relativ kurz. Regisseur und auch Hauptdarsteller Damon Nestor Ploumis zauberte ein Extra aus seinem Hut, um daraus eine ganzen Abend füllende Aufführung zu machen. Eine reisende Operngesellschaft macht sich auf den Weg. Die Szene ist nahezu leer bis auf zwei Tische, einige Hocker, eine immense Kiste und einen Schrank und zwei Wandschirme. In der Mitte sitzt eine ältere Figur tief im Schlaf. Als das Orchester unter der Leitung von Dirigent Federico Santi einsetzt, schreckt er auf. Legt alles still, enthüllt seine Identität: Dante höchstpersönlich. Er stellt die Reisegefährten mit ausschweifenden Verbindungstexten vor und lässt sie glänzen. Die Sopranistinnen Tineke Van Ingelgem und Karen Vermeiren kreuzen figürlich die Klingen in 'Viva resti servita'' aus Le Nozze di Figaro von Mozart. Es gibt noch 'Amor ti vieta'' aus der Oper Fedora durch den Tenor Adrian Autard. Besonders schön war das 'Sextet' aus Lucia di Lammermoor von Donizetti, in dem die wunderbare Stimme des Baritons Koen Van Agtmael auffällt. 'Cheti, cheti'' aus Don Pasquale von Donizetti verlangt von Damon Nestor Ploumis und Kyle Bejnerowicz ein raffiniertes und virtuoses Artikulationsstück. Sopranistin Karin Vermeiren entzückt das Publikum mit der gefühlvollen Arie 'O Patria mia'' aus Aïda von Verdi mit beeindruckenden Tonguirlanden. Ein Prelude, das von einem musikalischen Reichtum zeugt, in dem faszinierende musikalische Welten erforscht wurden.
Glätte, Intrigen.
Dann erfährt das äußerst nüchterne Bühnenbild eine Metamorphose, wenn einige Paneele geöffnet werden, und es wird zu einem farbenfrohen und warmen Interieur, geschickte Arbeit des Bühnenbildners Marnix Baert. Die Kostüme von Hanne Geerts vervollständigen den Zeitgeist.
Die heuchlerischen Familienmitglieder, die dem verstorbenen Buoso Doaniti, einem wohlhabenden Kaufmann, ihre letzte Ehre erweisen, scharen sich wie Leichenfledderer um sein Sterbebett. Trauern und heucheln Trauer in superlativem Ausmaß. Die klassische Form der narrativen abbildenden Wirklichkeit.
Durch die Außenwache erfahren sie, dass ihr wohlhabender Onkel sein ganzes Vermögen einem nahegelegenen Kloster vermacht hat. Große Bestürzung! Seine unmittelbare Familie steht praktisch vor einem fait accompli. So beginnt die Jagd auf das Vermögen. Zunächst die Suche nach dem Testament. Darin zeigt sich ihre größte Angst bestätigt! Der junge Rinuccio, Buosos Cousin und verliebt in Lauretta, schlägt vor, Kontakt zu ihrem Vater aufzunehmen. Gianni Schicchi, in ganz Florenz für seine Scharfsinnigkeit und seinen Humor bekannt, wird in Eile von den Familienmitgliedern von Buoso Donati aufgefordert, ihm ein genialesMittel zu denken, um sie aus einer unglücklichen Situation zu retten. Anfangs weigert sich Schicchi, ihnen zu helfen, wegen der geringschätzigen Haltung, die die Familie Donati, von der Florentiner Aristokratie, ihm gegenüber hatte, einem Mann der 'Neureichen'. Aber die Gebete seiner Tochter Lauretta, dargestellt von einer temperamentvollen Emma Posman (die berühmte Arie 'O mio banbino caro'), verliebt in Rinuccio, den jungen Cousin von Buoso Donati, zwingen ihn, sein Nein in ein Ja umzuwandeln und einen Plan auszudenken. Um seiner Tochter einen Gefallen zu tun, gibt Gianni Schicchi nach.
Gefräßig teilen die Erben ihm Stück für Stück mit, welcher Teil des Erbes sie haben möchten. In der Bewegungsregie hätte etwas mehr Erfindungsreichtum und Schwung sein können. Die Handlungen verfallen in Klischees. In Reihen hintereinander herumlaufen, aufeinanderprallen. Der Wirbel mit einer Leiche, die in den Schrank gestopft wird, Schicchi, der den Notar ein neues Testament aufschreiben lässt, und schließlich das ganze Erbe selbst einstreift…
Das Ganze ist etwas angestrengt, es fehlt ihm an Geist. Die Einstellung ist einzigartig, die Musik klingt wunderbar, es wird schön gesungen, die Spieler tun, was von ihnen verlangt wird, aber dem Ganzen fehlt es an Glanz. 'La storia di Gianni Schicchi' ist ein witziges und vielschichtiges Thema, aus dem spielerisch mehr herausgeholt werden kann. Die Ensemblearbeit als großzügige Gruppenkunst ist ein positives Merkmal. Mit einem Regisseur, der auch noch die Hauptrolle an sich reißt, ist das Gleichgewicht verloren gegangen und ich bin etwas hungrig geblieben.
Vielleicht bin ich etwas zu kritisch, das Publikum reagierte zumindest begeistert.
WAS: Zomeropera Alden Biezen - Premiere 'La storia di Gianni Schicchi', G. Puccini
WO: Alden Biezen
WANN: Freitag 26. Mai