Argenore
Magdalena Hinz, Marysol Schalit, Pia Davila
- Anzahl CDs
- 4
Am 10. Mai 1740 sollte die Geburtstagoper Argenore von Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758) im berühmten Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth uraufgeführt werden - ein Fest, das jedoch nie stattgefunden hat. Das düstere "dramma per musica" der bemerkenswert gut komponierenden Markgräfin, in dem König Argenore mit beispiellosen Grausamkeiten herrscht und letztendlich nur eine verbannte Person überlebt, spiegelt unverkennbar die turbulenten Umstände des Lebens der Komponistin wider: die unerwünschte preußische Prinzessin am Berliner Hof, die Willkür ihres Vaters, des strengen und despotischen "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm I., und die nicht immer konfliktfreie Beziehung zu ihrem Bruder, dem zukünftigen König Friedrich II., werden in der Figur des Königs Argenore und des verlorenen Sohnes Eumenes / Ormondo gespiegelt.
Musikalisch zeichnet sich die Oper durch die ausdrucksstarken Nummern der sympathischen Figuren und die prominente Rolle des Ormondo mit seinen sechs Arien aus. 2022 führte das Göttingen Baroque Orchestra die Oper Argenore zum ersten Mal auf in einer Welt, die durch eine Pandemie und einen Krieg erschüttert wurde, und zeigte, wie das autoritäre Verhalten eines Königs - genährt durch Desinformation - zu einer Katastrophe führen kann. Obwohl die moderne Aufführung gut aufgenommen wurde, gab es auch den Wunsch nach einer kompakten neuen Version des Stücks, das ursprünglich für ein hofisches Publikum bestimmt war. Die langen italienischen Rezitative wurden durch einen fiktiven deutschsprachigen Monolog von Marlene Streeruwitz ersetzt, um an die Hörergewohnheiten von heute anzuschließen, während alle Arien in der Oper in ihrer ursprünglichen Form beibehalten wurden. Die Botschaft der Handlung wird dadurch für moderne Hörer deutlicher und verständlicher, aber gleichzeitig kann die ursprüngliche dramatische Kraft von Wilhelmines Musik uneingeschränkt erklingen.