Chamber Sinfonies I & II, Concertino for Violin
Gabriel Adorjan, Bayerische Kammerphilharmonie
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- Digital
Es ist nicht einfach, die einzigartige Magie der Musik von Mieczysław Weinberg zu beschreiben. Eng verwoben mit seiner Biografie, die durch die schmerzhaften Spuren der Umwälzungen des 20. Jahrhunderts geprägt ist, scheinen seine Kompositionen eine musikalische Widerspiegelung seines Lebens zu sein. Und doch trotzen sie allzu deutlichen Interpretationen. Diese Musik ist zu komplex und mehrdeutig, ebenso technisch anspruchsvoll wie faszinierend. Manchmal werden Gegensätze hörbar – zum Beispiel wenn Weinberg in seinen finstersten Stunden eine musikalische Sprache findet, die Leichtigkeit und Freude ausdrückt.
Dies ist zum Beispiel der Fall in seinem Concertino Op. 42, das im Sommer 1948 komponiert wurde. Aus biografischer Perspektive markiert diese Periode den Moment, in dem der wachsende Antisemitismus des stalinistischen Regimes, der seit Kriegsende deutlich spürbar war, Weinberg direkt zu treffen begann. Gleichzeitig kam die Musikwelt im Frühjahr 1948 unter die Kontrolle der Zensur als Teil einer von der sowjetischen Führung orchestrierten Propagandakampagne. Der Fokus lag auf Weinbergs gutem Freund Dmitri Schostakowitsch, der einer der wichtigsten Vertreter einer vermeintlich „formalistischen" und „antivolkstümlichen" Musikbewegung war.
Um den Verdacht abzuwenden, schrieb Weinberg im März 1948 eine der verpflichtenden und schmerzhaften Selbstbekenntnisse, in denen er seine „Fehler" eingestand und versprach, seinen Stil den offiziellen Erwartungen anzupassen. Um diese Aussagen zu unterstreichen, komponierte er zur gleichen Zeit seine Sinfonietta Nr. 1 Op. 41 – ein Werk, das sich in Weinbergs Œuvre durch seine Geradlinigkeit und Einfachheit auszeichnet.
Aber nur wenige Monate später, im Juni 1948, komponierte Weinberg das Concertino Op. 42. Im Gegensatz zur Sinfonietta kann diese Komposition jedoch keineswegs als strategisches Werk politischer Berechnung bezeichnet werden ... (Auszüge aus dem Booklet)