Composing Beethoven
Kilian Herold, Peter-Philipp Staemmler, Hansjacob Staemmler
- Label
- CAvi
- Katalognummer
- AVI 8553479
- EAN / Barcode
- 4260085534791
- Erscheinungsdatum
- 14 Mai 2020
BEETHOVEN KOMPONIEREN Originale und Bearbeitungen Niemand weiß, wer Beethovens Trio Op. 11 zuerst den Spitznamen Gassenhauer gab. Auch wissen wir nicht, ob der Name gut gemeint oder abfällig war, gewählt um den Verkauf anzukurbeln oder vielleicht ironisch gemeint (Heinrich Heine würde später beispielsweise die Allgegenwärtigkeit einer Melodie satirisieren, die überall gesungen wurde, aus Webers Opernenchor „Wir winden dir den Jungfernkranz"). Die eingängige Melodie in Beethovens letztem Satz mit Variationen war das Vocal Trio „Pria ch'io l'impegno" („Bevor ich zur Arbeit gehe") aus der komischen Oper L'Amor marinaro (The Sailor's Love), komponiert 1797 von Joseph Weigl, der ein Patenkind von Haydn war und Schüler von Antonio Salieri gewesen war. Die Arie genoss weit verbreitete, langfristige Beliebtheit: mehr als 30 Jahre nach der Uraufführung der Oper erfreute Paganini das Wiener Publikum immer noch mit Variationen über dieselbe Melodie. Beethoven schrieb sein Instrumentaltrio nur ein halbes Jahr nach der Uraufführung, wahrscheinlich um eine Bestellung des Klarinettisten Joseph Bähr zu erfüllen, der Variationen über dieses Thema angefordert haben soll. Wir können nicht wissen, ob Beethoven das Thema überhaupt mochte oder nicht…….Das umfangreichste Stück des Programms war ein Werk mit einer relativ reduzierten Besetzung von Musikern, eine Art reduziertes Hoforchesters: das „Septett auf 4 Saiten- und 3 Blasinstrumenten, in größter Demut und Gehorsam Ihrer Majestät der Kaiserin gewidmet und gespielt von den Herren Schuppanzigh, Schreiber, Schindlecker, Bär, Nickel, Matauschek und Dietzel" …… das Beethovens meistaufgeführtes Werk während seiner Lebenszeit blieb. Beethoven selbst bearbeitete dieses Werk mit einer eigenen Opusnummer für Klarinette, Cello und Klavier um 1802 für den Verleger Breitkopf & Härtel…. Als der Klarinettist Kilian Herold den Komponisten Johannes Schöllhorn bat, ein Beethoven-Werk für Trio zu bearbeiten, dachte Schöllhorn an die Bagatellen Op. 119. Die Idee war, ein finales Level zu einem dreistufigen Konzept hinzuzufügen, Composing Beethoven, bestehend aus einem Originalwerk von Beethoven, dann einer der Beethovens Bearbeitungen seiner eigenen Werke und schließlich einem Werk von Beethoven bearbeitet von einem Komponisten des 21. Jahrhunderts. Schöllhorn, bereits wohlvertraut mit kreativen Zugängen zur Musik der Vergangenheit, dekonstruiert hier die ursprüngliche Klaviertextur auf solche Weise, dass der entstehende Klang nicht zu mager ist, sondern neue Freiräume für die neuen Partner des Pianisten eröffnet. Er hat eine leichte, luftige Trio-Textur konzipiert, voller diskreter Pointen, Unterbrechungen, Störungen, unerwarteter Verbindungen und Celloklanfarben von sul tasto bis col legno battuto, was sich zu einer liebevollen, respektvollen Hommage an Beethoven ergibt.
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