Zum Inhalt springen
← Alle CD-Veröffentlichungen
Automatisch übersetzt · Original

Die Kunst der Fuga, BWV 1080 (Mus. ms. Bach P 200)

Alberto Rasi / Accademia Strumentale Italiana

Label
Challenge Classics
Katalognummer
CC 72842
EAN / Barcode
0608917284225
Erscheinungsdatum
11 Juni 2020
Umdenken eines Meisterwerks. Die Kunst der Fuga ist sowohl Johann Sebastian Bachs opus summum als auch sein letztes vollendetes Werk, vermutlich zwischen 1740 und 1742 entstanden. Laut Titelblatt lautete der ursprüngliche Titel des Werkes tatsächlich DIE KUNST DER FUGA und enthält bemerkenswert das lateinische (oder italienische) Wort fuga statt des deutschen Fuge – wie stattdessen in den beiden gedruckten Ausgaben von 1751 und 1752 zu finden. Die Kunst der Fuga (KdF im Folgenden), in der Form und Reihenfolge des Berliner Autographs dargeboten, hat durchaus den Anschein eines vollendeten Werkes mit 14 Fugen und Kanons, alle auf ein einziges ursprüngliches Thema gegründet, das dem Werk als Fundament dient, und wobei die einzelnen Stücke in einer zunehmenden Reihenfolge von Schwierigkeit und kontrapunktischer Vollkommenheit fortschreiten. Diese kurze Studie beabsichtigt, einen Perspektivwechsel vorzunehmen, weg vom „Standpunkt" der Ersten Druckausgabe – durch die die KdF traditionell von der großen Mehrheit der Gelehrten untersucht wurde – hin zu dem des Berliner Autographs. Obwohl das Autograph bereits studiert und mit den Ausgaben von 1751 und 1752 verglichen wurde, wurde es von der herrschenden Ideologie immer als unvollständig angesehen; nicht mehr als eine Vorbereitungsphase für seine gedruckten Pendants. Erst in jüngster Zeit haben Gelehrte (darunter Christoph Wolff) bemerkt, dass die KdF, wie sie im Autographmanuskript zum Zeitpunkt seiner Vollendung zu finden ist, durchaus mit der angeblich „endgültigen Fassung" der Druckausgaben konkurrieren könnte und somit zur vollen Würde einer Alten Fassung erhoben werden kann. Und diese Studie würde argumentieren, dass das Berliner Autograph tatsächlich die neueste und „der Endversion am nächsten kommende" Fassung der KdF enthält, während die Erste Druckausgabe das ausschließliche Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen von Bachs Kindern und Schülern ist, da es keinen Beweis dafür gibt, dass Bach jemals in Vorbereitungsarbeiten für eines seiner anderen Stücke verwickelt war. Darüber hinaus erscheint die im Berliner Autograph dargestellte Reihenfolge entschieden logischer und „künstlerischer" als die der Ersten Druckausgabe – die dagegen weniger interessant wirkt (zur Pedanterie neigend) und nicht frei von Kompilationsfehlern ist. Die Kunst der Fuga ist alles andere als ein rein spekulatives oder theoretisches Werk, sondern ein Werk für Manualiter-Tastatur. Aber dem Geist einer Zeit der musica prattica treu, entspricht die Aufführung von polyphoner Tastaturmusik mit Instrumentalensembles einer gefestigten Tradition, die ihre Wurzeln in einer reichlich dokumentierten Praxis hat, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Das Gambenensemble war seit dem 16. Jahrhundert das „Instrument" par excellence für seine Fähigkeit, selbst die komplexeste Polyphonie transparent zu machen, und hatte gerade erst die Szene der modernen virtuosen Barockorkester überlassen. Und unsere Wahl, die Violine (ein da-braccio-Instrument) mit Mitgliedern der Gambenfamilie zu verbinden, entspricht vollkommen der deutschen Musiktraditionen.

Auch bei Challenge Classics

DE