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Double Bass Concertos

Ján Krigovsky, Collegium Wartberg 430

Label
Challenge Classics
Katalognummer
CC 72915
EAN / Barcode
0608917291520
Erscheinungsdatum
5 Mai 2022
Die erste Frage, die man stellen muss, lautet: Wie könnte es möglich sein, dass bestimmte wesentliche Werke eines Komponisten, die keinen Fehler oder Mangel in der musikalischen Konzeption oder kompositorischen Ausführung aufweisen, mehr als zweihundert Jahre lang in Bibliotheken schlummerten und so lange auf Veröffentlichung und Publikumsbeachtung warten mussten? Drei Konzerte für Kontrabass und Orchester von Johann Matthias Sperger, der nicht nur ein Komponist war, sondern auch der berühmteste Kontrabasist des 18. Jahrhunderts, hier aufgeführt und aufgenommen von Orchester und Solist nach ihren Originalpartituren. Die Entscheidung wurde hier getroffen, aus Spergers umfangreichem kompositorischen Nachlass – der nicht weniger als achtzehn Kontrabasskozerte umfasst – nur jene frühen Werke auszuwählen, die Nr. 2, Nr. 3 und Nr. 4 genannt werden. Diese Werke sind alle Produkte der Jahre von Spergers erstem Engagement als Kontrabassist, zwischen 1777 und 1783, im Hoforchesters des Erzbischofs von Ungarn, Herzog Joseph Graf von Batthyány in Pressburg. Sie stammen speziell aus den Jahren 1778 und 1779. Spergers Behandlung des Solokontrasbasses auf eine Art, die zu seiner Zeit ganz neu war, sowie die Ausführung des Orchestersatzes erinnern an die Cellokonzerte einer so großen Persönlichkeit wie Joseph Haydn. Schon allein die hier geforderte Tonleiter, die sich über viereinhalb Oktaven erstreckt, zerstört alle bisherigen Vorstellungen und lässt den Kontrabass jene Kantabilenregt betreten, die einst dem Cello oder der Violine eigen waren. Melodie und Virtuosität lassen nichts zu wünschen übrig und fordern vom Solisten wahre Beherrschung seines Instrumentes. Alle drei Kontrabasskozerte auf dieser CD sind dreiteilige Konzerte. In allen ihnen sind das erste und dritte Sätze temperamentvoll, jeder mit seinem jeweiligen markanten Thema, und virtuos konstruiert, wobei die äußeren Sätze in allen Fällen Blasinstrumente einsetzen: 2 Oboen und 2 Hörner, und im Konzert Nr. 3 auch Kesselpauke und Trompeten. Die Idee des großen Solisten, die Orchesterfarben des Konzerts Nr. 4 mit einem Zymbal zu bereichern, muss als geboren aus der teilweise folkloristischen Qualität dieser Musik angesehen werden. Sperger lässt die langsamen zweiten Sätze von Streichern allein begleiten, um dem Solo-Kontrabass Raum zu geben, seine Melodien zu entwickeln. Diese Sätze strahlen ein Gefühl stiller Kontemplation aus und bilden einen Kontrapunkt zur vorandrängenden Kraft der äußeren Sätze. Der Solist verwendet Darmsaiten, wie zur Zeit der Komposition dieser Werke vor über zweihundert Jahren üblich war, und bringt damit den warmen Klang der Instrumente zur Geltung. Bei dieser Aufnahme wurden verwendet: für Konzert Nr. 2 einen Kontrabass von Anton Posch (1736, Wien); für Konzert Nr. 3 einen von Johann Jacobus Ertl (1789, Pressburg) und für Konzert Nr. 4 einen eines unbekannten Herstellers (ca. 1810, Wien). Das Kammerorchester Collegium Wartberg 430, geleitet vom Solisten Ján Krigovský, bietet hochautentische Begleitung. Um der Geschichte Gerechtigkeit zu widerfahren zu lassen und zum Vergnügen des heutigen Publikums wurden die vorliegenden Aufnahmen in demselben Auditorium gemacht, in dem Johann Matthias Sperger diese Konzerte zum ersten Mal präsentierte: der „Spiegelsaal" im Primatenpalast von Bratislava (ehemals Pressburg).

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