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Franz Schubert, Schwanengesang

Andreas Bauer Kanabas & Daniel Heide

Label
CAvi
Katalognummer
AVI 8553516
EAN / Barcode
4260085535163
Erscheinungsdatum
16 Februar 2023
Used: ~50 tokens SCHUBERT SCHWANENGESANG Anmerkungen von Andreas Bauer Kanabas Die erste Gruppe von Liedern auf Texte von Ludwig Rellstab beginnt in einem relativ sorglosen, schwärmerischen Ton: eine Frühlingsstimmung liegt in der Luft. In Frühlingssehnsucht wird die „schwellende Sehnsucht" farbig durch Naturbilder wie das silbern murmelnde Bächlein – eine Beschwörung herrlicher Vitalität – illustriert. Aber bald verdunkeln sich Wolken am Horizont: das Bächlein wird zum wütenden Strom negativer Gefühle. Euphorie weicht Enttäuschung. Die schwärmerische Haltung wird gezügelt: wir hören von Abschied, mit deutlichem Hauch von Bitterkeit. In der nächsten Gruppe von Vertonungen von Texten von Heinrich Heine kehrt die Geschichte zu ihrem Anfang zurück: jetzt weniger schwärmerisch, etwas distanzierter, und mit noch mehr Bitterkeit am Ende. Wir haben uns entschieden, diese Lieder in einer sinnvollen Abfolge zu ordnen, die mit dem Erwachen der Liebe beginnt und bald zu ihrem schnellen Untergang führt. Geht es hier um Liebe, oder nur um Lust? Warum fühlt sich am Ende alles so unbefriedigend und schmerzhaft an? Sind die Fischermädchen dieser Welt zu ahnungslos, um zu spüren, dass der Dichter wirklich bewundernswerte Qualitäten hat? Warum endet es sonst immer in einer Niederlage? „Mein Herz ist ganz wie das Meer: es gibt Stürme, es gibt Ebbe und Flut, aber in der Tiefe kann man viele schöne Perlen finden." Hält dieser Passus den Schlüssel? Mit fröhlicher Offenheit gibt er, der sich nach Erfüllung sehnt, zunächst zu, dass er eine Neigung zu Launenhaftigkeit und Verführung hat. Er fühlt sich hilflos von seinen Gefühlen hin und her gerissen, als wären sie Meeresgezeiten. Während er seine Bitte vorbringt, sehnt er sich danach, das Vertrauen des Fischermädchens zu gewinnen – aber sie müsste sehr tief tauchen, um eine schöne Perle zu finden. Wenn wir beim nächsten Lied angekommen sind, starren sich die beiden in reinem Unverständnis an. Tränen fließen lautlos, und die Trennung ist bereits im Gange. „Und ach, ich kann nicht glauben, dass ich dich verloren habe," hören wir im vorletzten Lied. Wer sucht und sein Ziel nie erreicht, nie Erlösung oder Heimkehr erfährt, leidet letztendlich unter seiner eigenen Natur. Die „Welt der Leiden," die er tragen muss, ist nichts anderes als seine unerfüllte Sehnsucht: eine Sehnsucht, geliebt zu werden, und zu lieben. Die CD schließt mit Die Taubenpost, die für sich selbst steht, aber auch allegorisch zusammenfasst, was alle diese Lieder gemeinsam haben: Sehnsucht. © 2022 Andreas Bauer Kanabas

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