Lignes Parallèles
Julien Libeer, Les Métamorphoses, Raphaël Feye
- Label
- Evil Penguin
- Katalognummer
- EPRC 0029
- EAN / Barcode
- 0608917721607
- Erscheinungsdatum
- 1 November 2018
Bei seiner zweiten Veröffentlichung für Evilpenguin kooperiert das belgische Klaviertalent Julien Libeer mit dem neuen Ensemble Les Métamorphoses, um authentische und neo-klassische Erscheinungsformen der Musik des 18. Jahrhunderts gegenüberzustellen. Die wahren Klassizisten werden auf dieser Aufnahme mit ungewöhnlich zurückhaltenden Werken präsentiert: Haydns Passion Symphony no. 49 ist düster feierlich, Mozarts letztes Klavierkonzert no. 27 täuschend intim. Diese Repertoire-Klassiker werden mit Dino Lipattis kristallklarem Concertino im klassischen Stil (1936) kombiniert, das neo-klassisches Licht auf das vintage Idiom wirft. Als Lipatti (1917-1950) im Alter von 33 Jahren starb, war er bereits eine Klavierlegende: Poulenc entdeckte „göttliche Spiritualität" in seinem Spiel, und Enescu glaubte, sein Patenkind sei „mit einem Stern über seinem Kopf geboren". Das Concertino ist deutlich Bach und Scarlatti verpflichtet, enthält aber auch Anklänge an Strawinsky sowie einen Vorgeschmack auf die Sprache Bela Bartóks. Libeers Verschmelzung älterer und neuerer Welten beschränkt sich nicht auf das Programm dieser Aufnahme. Obwohl Les Métamorphoses typischerweise auf modernen Instrumenten spielen (allerdings mit größtem Respekt für die jeweiligen Klangfarben verschiedener Epochen), setzten sie Naturhörner und hölzerne Traversflöten für zeitgenössische Farbe und Prägnanz ein. Das Soloklavier repräsentiert ebenfalls das Beste aus beiden Welten: der Konzertflügel mit parallelen Saiten (den Chris Maene ursprünglich für Daniel Barenboim baute) verbindet Möglichkeiten des Fortepiano – deutlich unterscheidbare Stimmen und Farbe über die Register hinweg – mit den technischen Vorteilen und dem Spielkomfort eines modernen Steinway. Das Ergebnis, sagt Julien Libeer, ist ein Instrument, „das so schön spricht wie es singt". Für Libeer stellt diese neue Aufnahme die nächste Etappe in einer brillanten, aber ungewöhnlichen Karriere dar. Obwohl der Pianist bewusst Wettbewerbe meidet, hat er eine beeindruckende Reihe von Auszeichnungen erhalten (darunter Young Musician of the Year 2010 vom belgischen Sender Klara). Seine erste Soloplatte Lignes Claires mit Werken von Ravel und Lipatti wurde von der Presse hochgelobt (5 Diapasons). Sein zweites Album (mit Lorenzo Gatto, in Violinsonaten von Beethoven) erhielt den Diapason d'Or des Jahres 2016. Die vorliegende Aufnahme ist Julien Libeers erstes Orchesteralbum. Sie wurde in der großzügigen Akustik des Concertgebouw Brugge aufgenommen. Lignes Parallèles trailer