Mahler, Symphony No. 6
Adam Fischer
- Label
- CAvi
- Katalognummer
- AVI 8553490
- EAN / Barcode
- 4260085534906
- Erscheinungsdatum
- 7 Oktober 2021
ADAM FISCHERs Bemerkungen zu Mahlers Nr. 6 – letzter Teil des Mahler-Zyklus mit ADAM FISCHER In der Düsseldorfer Tonhalle im späten Februar und frühen März 2020 gaben wir Mahlers Sechste Symphonie in drei Live-Konzertaufführungen auf, die wir für diese CD aufnahmen. Dieses Datum im Kalender hatte besondere Bedeutung: unmittelbar danach setzte die erste Lockdown-Phase aufgrund der Corona-Pandemie ein. Das Orchester spielte zum letzten Mal für lange Zeit in vollständiger Besetzung vor vollem Haus. Die Stimmung war düster: wir alle spürten, dass etwas nicht stimmte, und am nächsten Tag musste alles abgesagt werden. Wir verbinden diese Umstände stark mit unserer Arbeit an der Sechsten und mit dem Unheil, das wir vorausahnten und das seitdem die Lebensgrundlagen vieler Musikerkollegen zerstört und uns alle um eine bedeutungsvolle Zeit in unserem Leben gebracht hat. Mahlers Sechste ist immer ein großes Ereignis für das Orchester und das Publikum. Man verlässt den Konzertsaal erschöpft und müde; es braucht Zeit, um wieder zu sich zu kommen. Diese Symphonie erfordert ein gigantisches Orchester: hier versuchte Mahler erneut, die Grenzen dessen zu erweitern, was in seiner Zeit möglich war. Nicht um bloße Wirkung zu erzielen, sondern einfach weil er einen solch gigantischen Instrumentalapparat brauchte, um seine Gefühle auszudrücken. Die reine Menge an Emotionen, mit der wir uns in dieser Symphonie auseinandersetzen, ist fast unerträglich. Der umstrittene dritte Hammerschlag ist ein gutes Beispiel: Mahler hat ihn nach einer Probe sicherlich durchgestrichen, überwältigt von Emotion, in Angst vor dem Tod. In seinen tiefsten Fasern dachte und fühlte er, dass diese Symphonie seinen Tod herbeiführen würde…….. Meiner Ansicht nach befinden sich einige der schönsten, aber auch schwierigsten Momente dieser Symphonie im Scherzo. Mahler schrieb die Anweisung altväterlich. Ich habe lange darüber nachgedacht, was er damit gemeint haben könnte. Hier haben wir eine große Anzahl leichter Rubatos, die in der Praxis nicht leicht auszuführen sind. Wenn man zu sehr Angst hat, die Kontrolle zu verlieren und diese Passagen zu mechanisch spielt, verliert die Musik ihren Charakter. Andererseits sollte es nicht instabil klingen, als wären einem die Knie weich. Diese Passagen erfordern präzises Kammermusizieren zwischen den Orchestergruppen. Unmittelbar nach massiven Tuttis wird dies zu einer heiklen Angelegenheit. Wenn es dir gelingt, es richtig hinzubekommen – wenn es den Oboen, dem Fagott und den Violinen gelingt, diese Rubatos zusammen zu spielen und zusammen zu atmen – kann das Ergebnis fantastisch sein. (aus Adam Fischers Bemerkungen des Booklet-Textes)
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