Von traurigen Vögeln und Spiegelbildern - Fazıl Says Pianoalbum
"Oiseaux Tristes bringt das Werk von drei berühmten französischen Komponisten zusammen", so beschreibt der türkische Pianist Fazıl Say die Struktur seines Albums. Benannt nach dem Stück Oiseaux Tristes (Traurige Vögel) aus Maurice Ravels Suite Miroirs (Spiegelbilder), verbindet das Album die Belle Époque mit dem Barock. Ravel und sein Zeitgenosse Claude Debussy teilten sich nämlich ein gemeinsames Vorbild: den Barock-Komponisten François Couperin. Und so vereint Fazıl Say die drei Komponisten in einem allusiven Programm.
Debussys Suite Bergamasque ist ein Spiel mit Referenzen. Titel von Teilen wie Menuet und Passepied deuten bereits auf die Verbindung zu Barocktänzen hin. Das berühmteste Stück der Suite, Claire de lune, verweist jedoch auf ein Gedicht von Paul Verlaine. Der Dichter hatte sich selbst zur Aufgabe gestellt, die Grenzen zwischen verschiedenen Kunstformen zu durchbrechen. Er ließ sich von den idyllischen Gemälden des Rokoko-Künstlers Watteau inspirieren und forderte, dass Poesie vor allem Musik sein sollte. Maurice Ravel nannte seine Suite nicht umsonst Spiegelbilder. Neben vorklassischen Formen und spätromantischen Harmonien nutzte er auch Ideen von Debussy. Für Fazıl Say steht eines fest: "Miroirs ist eines der umfassendsten und interessantesten Werke im Klavierrepertoire. Ich habe Monate daran gearbeitet." Couperins Sammlung Quatrième livre de pièces de clavecin, aus der der Pianist fünf Stücke auswählte und für das moderne Klavier bearbeitete, wirkt jedoch noch ehrgeiziger.
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