The Unreleased Beethoven Recital 1959
Claudio Arrau
- Label
- The Lost Recordings
- Katalognummer
- TLR 2103039
- EAN / Barcode
- 0190759820322
- Erscheinungsdatum
- 22 September 2021
The Lost Recordings hat die Masteraufnahmen dieses Doppelrezitals in den Archiven der Berliner Rundfunks wiederentdeckt. Das Label bietet somit, als Uraufführung, dieses Beethoven-Rezital des großen Claudio Arrau an, aufgenommen am 12. März 1959 in der Hochschule für Musik in Berlin, völlig unveröffentlicht, das eine atemraubende Interpretation der Lebewohl, der Appassionata und der Sonate Op. 110 abliefert. Ein außergewöhnliches Dokument. Als Claudio Arrau am 12. März 1959 die Bühne der renommierten Hochschule für Musik in Berlin betrat, war er mit 56 Jahren ein Künstler auf dem Höhepunkt seines Ruhms und auf dem Gipfel seiner pianistischen und intellektuellen Kräfte. Nur selten schuf Beethoven in anderen Werken als diesen Solowerken für Klavier, in denen sich sentimentales Bekenntnis, mystische Träumerei und ständige Sorge um die Form untrennbar verflechten, ein dramatisches Klangbild, um gewöhnliche Sterbliche darzustellen, die mit ihren verwirrten Gefühlen, Zweifeln und existentieller Kontemplation ringen. Sein kreatives Genie transzendierte die Zufälligkeiten und Grenzen einer zufälligen Bedingung, um sublime, monumentale Höhen zu erreichen. Arrraus Rezital, durchdrungen von Anmut, zeigte die vollkommen beherrschte Phrasierung und gewichtige Klanggestaltung – angetrieben von einer unerbittlichen Kraft –, die die metaphysische Dimension dieser poetischen, musikalischen und transparent aufrichtigen Meditationen bis in unser Innerstes vermittelt. Seine drei Sätze tragen unzweideutige Namen: Das Lebewohl (Abschied), Adagio – Allegro in Des-Dur; Abwesenheit (Die Abwesenheit), Andante espressivo in c-Moll; Das Wiedersehen (Die Rückkehr), Vivacissimamente in Es-Dur. Er bezieht sich direkt auf das kurze Exil des Erzherzogs Rudolph von Österreich 1809, als er nach der Schlacht von Wagram fliehen musste. Es gibt einen genauen Eindruck von Beethovens wechselnden Stimmungen in Reaktion auf die Situation seines Schülers und Gönners wieder, von seiner Niedergeschlagenheit beim Aufbruch des Anführers bis zur Freude ihrer Wiedervereinigung. Arrau dringt wie ein Klangdesigner in die emotionalen Feinheiten des Werks ein und akzentuiert deutlich die Entwicklung und Variationen, um der Komposition eine narrative Dimension zu verleihen. Der langsame Satz ist meisterhaft in seiner Tiefgründigkeit, unsagbar melancholisch in den Schattierungen und gedimmtem Licht. Ohne jedes überflüssige Sentiment blickt Arrau in die Tiefe der verlassenen menschlichen Seele. Er erreicht eine zurückhaltende Herangehensweise, die uns dennoch mit Emotion überwältigt.