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Two Legendary Concerts

Geza Anda, Wiener Philharmoniker, Philharmonia Orchestra, Karl Böhm

Label
Prospero
Katalognummer
90
Format
Digital
Der außergewöhnliche Pianist Géza Anda und der legendäre Dirigent Karl Böhm trafen sich insgesamt dreimal: 1956 mit dem Berliner Philharmonischen Orchester, im September 1963 in Luzern mit dem Philharmonia Orkest Londen und Brahms' Pianoconcert in D mineur - und 1974 beim Salzburg Festival mit dem Wiener Philharmonischen Orchester und Mozarts Pianoconcert Nr. 18. Die Live-Aufnahmen dieser letzten beiden Begegnungen sind nun erstmals auf CD erhältlich. Nach Angaben des Musikautors und Anda-Spezialisten Wolfgang Rathert im Booklet des Albums manifestiert sich das unverkennbare Künstlertum von Géza Anda gerade in den Konzertaufnahmen noch stärker als in Andas zahlreichen Studio-Aufnahmen, von denen viele bis heute Referenzcharakter haben: Denn obwohl sich Anda für eine interpretative Ästhetik der Texttreue einsetzte, war es immer sein Ziel, das „innere Leben des Werkes" aufzuspüren, was nur in der einzigartigen, unwiederholbaren Handlung der Nachschöpfung gelingen konnte: und so sah er es als die größte Herausforderung für den Künstler an, ein Gleichgewicht zwischen Kontrolle und Spontanität zu bewahren - was, wenn erfolgreich, einen echten musikalischen Moment der Herrlichkeit sowohl für Ausführende als auch für Zuhörer sein konnte. Und genau das konnten wir in der Luzerner Interpretation von Brahms erleben: Selten wurde die Ergriffenheit des D-Moll-Konzerts, das den Pianisten bis an die Grenzen treibt in einem ununterbrochenen Kampf zwischen Klavier und Orchester, auf so beeindruckende Weise und mit so aufwiegelnder Energie realisiert. Mehr als zehn Jahre später standen Anda und Böhm erneut zusammen auf der Bühne. Mozarts Pianoconcert Nr. 18 sollte Andas letzter Auftritt in Salzburg sein: 1975 wurde bei ihm Krebs diagnostiziert und im Sommer darauf starb er. Andas reifes Mozartspiel ist sorgfältig phrasiert und transparent, aber nicht mehr leichtherzig nach vorne drängend wie in den 1950er Jahren, stattdessen zeigt es eine besonnen kontemplative Haltung, die einer Sehnsucht gleicht, die exquisite Schönheit dieser Musik festzuhalten.

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