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BelLISSAma - verrassingsact

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· 6 Min. Lesezeit
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BelLISSAma - verrassingsact
© Herman Van Hove

Frühling, die Natur explodiert in grünen, gelben und weißen Farbabstufungen. Auch diese Ausgabe von 'belcanto en bella musica' ist voller Schwung und Farbe. Für die vielen treuen Abonnenten ist es zu einem fast monatlichen Ritual geworden, am zweiten Sonntag des Monats. Ein Ruhepunkt und eine Erleichterung in dieser verrückten Welt.

Unter der Schirmherrschaft von Herman Van Hove werden hier alle Kräfte gebündelt, um die Schönheit der Welt zum Strahlen zu bringen und jungen Talenten eine Bühne zu bieten. Reichhaltig gefüllt aus verschiedenen Stilen. Gastgeberin Lissa Meyvis musste dieses Mal absagen. Ihre Kompanion, Sopranistin Lisa Willems, übernimmt die Ehren. Am Klavier Keyboarder Lester Van Loock und es wird ein Gastkünstler versprochen.

Das erste Lied, vorgetragen von Sopranistin Lisa Willems, 'Both Sides - Tears and fears', ein Klassiker von Joni Mitchell, klingt nicht ganz überzeugend. Vielleicht war ihre Stimme zu dieser frühen Stunde noch nicht vollständig aufgewärmt, oder sie litt unter Lampenfieber, da sie auch die Moderation übernehmen musste. Der Text ist jedenfalls wunderbar und handelt vom Zyklus der Liebe: von den ersten Schmetterllingen im Bauch bis zu aufkeimenden Zweifeln.

Das zweite Stück stammt vom experimentellen amerikanischen Komponisten George Crumb. Gewählt wurde eines der 'Three Early Songs', komponiert 1947 auf Texte von Robert Southley und Sara Tessdale. In diesem Stück dominiert nicht das Experiment, sondern die Klavierbegleitung klingt noch ziemlich konventionell, federleicht und funkelnd, und der Gesang ist perfekt.

Der englische Komponist, Pianist und Dirigent Benjamin Britten bearbeitete viele irische Volkslieder für Klavier und Stimme. Lisa trägt das melancholische 'The Last Rose of Summer' auf einem Gedicht des irischen Dichters Thomas Moore vor. Eine Verbindung von Süßem und Bitterem, in der Tonalität subtil klassisch geprägt.

Dann wird die Überraschung vorgestellt: der junge Cellist João Pedro Gonçalves mit portugiesischen Wurzeln (geboren 2000). Er studierte u. a. am Konservatorium Brüssel. Derzeit residiert er in der Musikkapelle Königin Elisabeth. Nicht von Pappe. Er hatte das Glück, bereits mit einigen der weltweit führenden Dirigenten zusammenarbeiten zu können, wie Lorenzo Viotti, Gustavo Dudamel und Giancarlo Guerrero. João konnte bereits eine Reihe von ersten Preisen zu seinem Portfolio hinzufügen. Er beschenkt das Publikum mit der 1. Cello Suite von Bach. Ein anspruchsvolles Werk. Es erfordert von den Interpreten außergewöhnliche Virtuosität.

Bach schrieb diese Suiten in der Zeit, in der er seine erste Ehefrau verlor. Variationen in verschiedenen Tempi mit unterschiedlicher Atmosphäre, mit denen jeder in seinem Leben konfrontiert wird. Eine Art Kreislauf. Musik von überwältigender Schönheit, rein und unverfälscht. Ein Goldschatz. Das Publikum blickte und lauschte gebannt seiner beeindruckenden Interpretation. Die Noten sind bei jeder Aufführung gleich, aber jede Aufführung klingt anders durch die Wechselwirkung mit dem Publikum.

Es gibt introvertierte und extrovertierte Interpreten. João Pedro Gonçalves versteht es, die Seele der Komposition zu erfassen, beherrscht die Partitur und spielt sein Instrument auf meisterhafte Weise, ein Violoncello gebaut von Tanguy Fraval. Leihgabe des Strings For Talent Fonds der Königin-Elisabeth-Stiftung. In seiner beherrschten Interpretation schafft er es, emotionale Tiefe zu vermitteln und trotz seines jungen Alters eine reife Intensität. Er spielt mit großem Selbstvertrauen. Das Instrument ergibt sich seinem Körper, seiner Berührung. Jede Variation, jede thematische Umwandlung Bachs bewirkt eine andere Bewegung. Wechsel von Moll zu Dur, Freude und Traurigkeit. Die sonoren Klänge lösen sofort etwas aus. Setzen sich in deinem Gemüt fest.

Lisa Willems, begleitet von Lester Van Loock, trägt noch das wunderbare Lied von Henry Purcell 'When I am laid in the Earth' vor, das von der tragischen Liebe der Karthagerin Königin Dido zum trojanischen Helden Aeneas handelt.

Der zweite Teil des Konzerts eröffnet mit Lisa und Lester 'Send in the Clowns', ein Lied geschrieben von S. Sondheim für das Musical 'A Little Night Music' aus 1973. Es ist eine seiner bekanntesten Kompositionen und stand hoch in den Hitlisten. Die Melodie ist und bleibt ein Ohrwurm.

Mit assoziativem Vermögen haben diese drei Performer nach Kompositionen gesucht, um jedem so viel wie möglich zur Geltung zu bringen. Es wird eine Eintauchung in das Cellorepertoire. João und Lester sind in Dvoraks 'Silent Woods' für Klavier und Violoncello zu bewundern. Dieses Werk aus 1875 kannte viele Bearbeitungen. War ursprünglich für Violoncello und Orchester komponiert. Es ist lyrisch und stimmungsvoll. Die Ruhe des Waldes mit dem Kontrast des Sturms, der durchfegt. Zwei gefühlvolle Interpreten holen das Beste heraus. Die beiden Instrumente folgen einem eigenen Weg, aber conversieren auch und verleihen der Musik so ein erfrischendes Epos.

Der Weg von Lisa Willems kreuzte zum ersten Mal den des Cellisten João Pedro Gonçalves während eines russischen Liedrecitals. Daraus trägt sie ein Stück von Tchaikovsky vor 'None but the lonely heart'. Thema: eine unerfüllbare und daher manchmal schmerzhafte Sehnsucht nach einem Ideal.

Lester und João geben sich gegenseitig Widerpart in zwei naturverbundenen Stücken von Grieg 'Zur Rosenzeit' und 'Ein Traum'.

Dann folgt eine klassische Bearbeitung von 'Somewhere over the rainbow'. Klavier, Violoncello und die samtige Stimme von Lisa Willems ergeben eine besonders schöne Version.

Liza Willems zeigt anschließend, was sie auf Lager hat, mit einer wunderbar und schwierigen Arie aus 'La Traviata' von Verdi. Die Oper basiert auf dem Buch 'La dame aux camélias' von Alexander Dumas. Sie erzählt von der unmöglichen Liebe zwischen Alfredo, einem jungen Mann von Adel, und der leichtfertigen, an Tuberkulose leidenden Violette. Damals eine Glanzrolle für Operniva Maria Callas. Liza benötigt eigentlich einen Tenor als Gegenpart, aber diese Rolle wird von dem Cello ausgefüllt. Sie öffnet stilistisch mehrere Schubladen. Mit Stimmvirtuosität und müheloses Wechsel von hoch zu tief packt sie das Publikum. Ihre Stimme berührt, bewegt etwas. Die hohen, zerbrechlichen Noten brechen sogar meinen Tränenkanal auf.

Eine beschwörende Séance. Die Ausführenden teilen die Liebe zur Musik. Einfach in der Lesbarkeit oder aber sehr kompliziert. Knapp zusammengefasst: kunstvoll, raffiniert, überzeugend. Das Publikum geht nie enttäuscht nach Hause, sondern geladen mit nicht einem, sondern allen Glückshormonen. Als Abschluss bekam das begeisterte Publikum noch einen Leckerbissen: 'Elegie' von Jules Massenet.

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