Benedikt Spierings wird die neue Generaldirektorin der fusionierten Kunstinstitution Opera Ballet Vlaanderen und Antwerp Symphony Orchestra. Sie folgt Jan Raes nach, der sein Mandat am 31. August 2026 niederlegt. Mit ihrer Ernennung erhält die größte Kulturorganisation Flanderns ein vertrautes Gesicht an der Spitze.
Spierings ist ausgebildete Violinistin und studierte Musikwissenschaft. Nach ihrem Studium arbeitete sie mehr als zehn Jahre lang als Beraterin sowohl für große Unternehmen des privaten Sektors als auch für verschiedene staatliche Institutionen. 2021 wechselte sie zu Opera Ballet Vlaanderen, wo sie als Managerin für zentrale Planung und Produktion tätig wurde. Seit 2024 bekleidet sie die Positionen der operativen Direktorin und stellvertretenden Generaldirektorin.
Der Verwaltungsrat von ASOBV vzw traf die Entscheidung am Donnerstag, 28. Mai, nach einem umfassenden Auswahlverfahren, bei dem eine internationale Jury von Experten beratend tätig war. Nach Angaben des Rates stellt die Ernennung eine klare Wahl für Kontinuität innerhalb der kürzlich fusionierten Organisation dar.
Die künstlerische Leitung bleibt unverändert. Jan Vandenhouwe bleibt künstlerischer Direktor Oper & Ballett, während Ulrike Niehoff ihre Funktion als künstlerische Direktorin des Antwerp Symphony Orchestra fortsetzt. Für die Position der operativen Direktorin wird noch ein Nachfolger gesucht.
In den kommenden Jahren warten wichtige Herausforderungen auf die Fusionsorganisation. Neben dem weiteren Ausbau der Zusammenarbeit, die am 1. März 2026 formal realisiert wurde, stehen auch die Vorbereitung des Politikplans 2028–2032 und der Abschluss verschiedener Infrastrukturaufgaben auf der Agenda.
In einer ersten Stellungnahme spricht Benedikt Spierings von einer "großen Ehre", die Organisation leiten zu dürfen. Sie betont dabei ihre Ambition, zusammen mit den Mitarbeitern weiter an einem "inspirierenden und innovativen Haus für Oper, Tanz und Symphoniemusik" zu bauen und die Position der Institution in der flämischen und internationalen Kunstlandschaft weiter zu stärken.
Auch der ausscheidende Generaldirektor Jan Raes zeigt sich zufrieden mit der Wahl des Verwaltungsrates. Er nennt Spierings "die richtige Person am richtigen Ort", um die nächste Phase der Fusionsorganisation zu gestalten.
Auch aus der künstlerischen Leitung ertönt Vertrauen. Jan Vandenhouwe weist darauf hin, dass Spierings die Arbeit des Hauses und die spezifische Dynamik von Oper, Tanz und Symphoniemusik in- und auswendig kennt, was nach seiner Ansicht für Stabilität und künstlerische Ruhe sorgt. Ulrike Niehoff beschreibt sie wiederum als eine scharfsinnige, engagierte und verbindende Kollegin mit einer umfassenden Vision der Kraft von Musik und Podiumskunst. Mit der Ernennung von Spierings entscheidet sich die Fusionsorganisation ausdrücklich für Kontinuität in einer Phase, in der weitere Integration und künstlerische Profilierung im Mittelpunkt stehen.