Die auf diesem Album von Da Vinci Classics präsentierte Sammlung, strukturiert als ein Zyklus von vierundzwanzig gesungenen Preludes mit Klavierbegleitung, ist somit ein äußerst originelles Konzept, das von der Erfindungsreichtum und Kreativität der Komponistin zeugt.
Elisabeth von Schultz Adaïewsky war eine in Russland geborene Musikerin aus einer wohlhabenden Familie in Sankt-Petersburg. Als Wunderkind am Klavier hatte sie die Gelegenheit, unter der Anleitung von Adolph Henselt zu studieren, einem deutschen Pianisten, der einer der berühmtesten Virtuosen seiner Zeit war. Unter seiner Leitung entwickelte sie ihre musikalischen Fähigkeiten so sehr, dass sie bereits in ihren Teenagerjahren eingeladen wurde, Konzerte in ganz Europa zu geben.
Adaïewskys Talent blieb der kulturellen und aristokratischen Elite jener Zeit nicht verborgen, und sie wurde gebeten, bei Hofe aufzutreten, unter dem Schutzherren von Zar Alexander II. Ihre musikalische Ausbildung beschränkte sich jedoch nicht nur auf das Klavierspiel, und bald zeigte sie ein bemerkenswertes Talent für Komposition. Sie entwarf großangelegte Werke, wie eine Oper (es war äußerst ungewöhnlich für Frauen, Opern zu komponieren). Sie bewies zweifellos Mut und Entschlossenheit, sich auf ein solches kompositorisches Unterfangen einzulassen. Aber ihr Mut und ihre Kühnheit waren ihrer Zeit vielleicht voraus. Sie wagte sich nicht nur in ein Genre vor, das normalerweise von männlichen Komponisten dominiert wurde, sondern ihre Wahl des Themas erwies sich auch als ebenso kühn wie unglücklich. Ihr gewähltes Thema war nämlich... die Abschaffung der Leibeigenschaft!
Wie zu erwarten war, stieß das Thema auf die zaristische Zensur, und die junge Musikerin wurde gezwungen, ihr Vaterland zu verlassen (obwohl ihr auch eine Rente vom Russischen Staat gewährt wurde). Sie war bereits ein Bürger Europas, das ist sicher, und ihre Verbindungen umfassten viele der führenden Musiker und Intellektuellen jener Zeit. Sie war bekannt und geschätzt in einer Reihe europäischer Hauptstädte, darunter Paris, Berlin und Wien, und sie war befreundet mit Künstlern wie Berlioz, Gounod, Rossini, Brahms, Liszt und auch mit Clara Schumann, einer anderen weiblichen Komponistin, deren Werke auf diesem Da Vinci Classics Album vertreten sind.
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