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Wiederentdeckte Musik untergetauchter jüdischer Komponisten erklingt erneut in Antwerpen

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Wiederentdeckte Musik untergetauchter jüdischer Komponisten erklingt erneut in Antwerpen

Am Samstag, den 21. Juni 2025, bringt das Antwerp Symphony Orchestra in der Koningin Elisabethzaal eine kraftvolle Hommage an zwei vergessene Stimmen aus der flämischen Musikgeschichte: Denise Tolkowsky und Daniel Sternefeld. Beide jüdischen Komponisten aus Antwerpen mussten während des Zweiten Weltkriegs untertauchen, komponierten aber trotzdem weiterhin. Ihre Musik, jahrelang in Vergessenheit geraten, wird nun im Konzert „Klanken van Vlaanderen: talent van eigen bodem" unter der Leitung von Dirigent Karel Deseure zu neuem Leben erweckt. Pianist Wouter Valvekens interpretiert das Werk von Tolkowsky als Solist.

Im Zentrum des Programms steht das Pianoconcerto von Denise Tolkowsky (1918 – 1991), ein ergreifendes Werk von 1958, das sie für ihren Ehemann Alex de Vries komponierte, selbst Pianist und Komponist. Während des Krieges lebte das junge jüdische Ehepaar drei Jahre lang versteckt in einem Küchenkeller in Gent. Unter diesen bedrängten Umständen komponierte Tolkowsky weiterhin: „Wir sahen keine andere Möglichkeit, als hart zu arbeiten", sagte sie später dazu der Presse. Ihr Klavierkonzert atmet sowohl Finsternis als auch Hoffnung, mit einer perkussiven, rhythmischen Virtuosität, die den einzigartigen Spielstil von De Vries hervorhebt. Die Uraufführung dieses Werkes fand 1958 unter der Leitung von Daniel Sternefeld statt, der selbst als jüdischer Dirigent in Kriegszeiten ein Schattendasein führte.

Das Konzert eröffnet mit der Weltpremiere von Danses Macabres, einem neuen Sinfoniewerk von Erik Desimpelaere, inspiriert von Pieter Brueghels apokalyptischem Meisterwerk Der Triumph des Todes. Damit tritt Desimpelaere in einen Dialog mit der Klangwelt seiner Vorgänger und schafft eine zeitgenössische Reflexion über Themen wie Tod, Kampf und menschliche Widerstandskraft.

Das letzte Werk auf dem Programm ist die monumentale Zweite Sinfonie ‚Brueghel' (1981 – 1983) von Daniel Sternefeld (1905 – 1986), ein sinfonisches Vierteiler inspiriert von Gemälden von Pieter Brueghel dem Älteren. Sternefeld, der während des Krieges seine Position an der Königlichen Flämischen Oper verlor und untertauchen musste, schrieb in dieser Zeit seine Erste Sinfonie in C. Seine spätere Brueghel-Sinfonie ist eine lebendige musikalische Evokation von Werken wie Der Bauernhochzeitstanz und Die Parabel der Blinden, mit dem Finale des feurigen Triumph des Todes – in auffallender Parallele zu Desimpelaeres neuem Werk.

Vor dem Konzert findet um 11:00 Uhr ein Symposium statt, in dem jüdische Komponisten in Antwerpen rund um den Zweiten Weltkrieg diskutiert werden. Historiker Herman Van Goethem und Musikwissenschaftler Jan Dewilde stellen die Leben und Karrieren von Tolkowsky und Sternefeld in historische Perspektive. Das Symposium wird musikalisch gerahmt von Sopranistin Ekaterina Levental und Pianist Frank Peters.

„Mit diesem Konzert möchten wir nicht nur vergessenen Komponisten Tribut zollen", sagt Joost Maegerman, Intendant des Antwerp Symphony Orchestra, „sondern auch die Widerstandskraft von Künstlern ehren, die auch in Zeiten der Unterdrückung und Gefahr weiterhin schufen. Ihre wiederentdeckte Musik hält uns heute einen Spiegel vor, in einer Welt, in der erneut viele unter Druck stehen, um zu schweigen."

Symposium: Jüdische Komponisten in Antwerpen rund um den Zweiten Weltkrieg
Samstag, 21. Juni 2025 – 11:00
Koningin Elisabethzaal, AntwerpenHerman Van Goethem Historiker
Jan Dewilde Musikwissenschaftler
Ekaterina Levental Gesang
Frank Peters KlavierKlanken van Vlaanderen: talent van eigen bodem
Samstag, 21. Juni 2025 – 15:00
Koningin Elisabethzaal, Antwerpen

Erik Desimpelaere Danses Macabres
Denise Tolkowsky Pianoconcerto, opus 38
Daniel Sternefeld Sinfonie Nr. 2 ‚Brueghel'

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