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Interview FeYa Duo - Passing Clouds

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Interview FeYa Duo - Passing Clouds

Wie seid ihr als Ensemble zusammengekommen und was hat euch von Anfang an zusammengebracht?

Wir haben uns durch eine Kollegin in der Munt kennengelernt. Wir suchten einen Pianisten für ein Konzert am 12. Oktober 2012 in der Serie Concertini am Freitagnachmittag. Es war ein Programm mit Klarinette rund um Berg und Webern. Das erste Stück, das wir zusammen spielten, war Vier Stücke für Violine und Klavier von Anton Webern opus 7. Es hat sofort geklappt und ich habe Yasuko danach wieder für ein Konzertprogramm mit Sonaten von Franck und Beethoven gebeten. Im Laufe der Zeit spielten wir so oft zusammen, dass wir einen Namen für unser Duo gesucht haben. FeYa besteht aus den Anfangsbuchstaben unserer Vornamen.

Wie bestimmt ihr, welches Repertoire ihr spielt? Gibt es einen bestimmten Grund, warum ihr bestimmte Stücke auswählt?

Wir spielen meist zusammen mit anderen in größeren Besetzungen, oft auch im Rahmen der Munt, wobei die Programmgestaltung der Opern in der Regel einen Bezug zu den Kammermusikkonzerten hat. Und für uns selbst sind wir beispielsweise schon seit ein paar Jahren mit Klavierquintetten zusammen mit den Mitgliedern des Taiyo Streichquartetts beschäftigt und dann wählen wir gemeinsam aus, welche Werke wir spielen möchten.

Wie geht ihr mit der Interpretation klassischer Stücke um? Habt ihr eine gemeinsame Vision oder finden Diskussionen statt?

Üblicherweise verläuft der Probenprozess sehr harmonisch; wir arbeiten eigentlich hauptsächlich an Timing und Dynamik. Yasuko ist eine Pianistin, die das Zusammenspiel zu ihrer Spezialität gemacht hat, es ist ein Traum, mit ihr zu arbeiten. Sie inspiriert und folgt; wir müssen kaum etwas absprechen.

Was waren unvergessliche Momente und warum sind diese euch so in Erinnerung geblieben?

Ich persönlich habe gute Erinnerungen an ein Konzert in Gent, in dem wir zusammen mit dem Cellisten Renaat Ackaert das 2. Klaviertrio von Schostakowitsch spielten. In diesem Moment geriet ich in einen Flow, in dem ich vergaß, dass ich Violine spielte, und ich wurde ganz eins mit der Musik.

Was mir auch geblieben ist, sind die Konzerte rund um César Franck. Die Sonate ist eines meiner Lieblingsstücke und das letzte Mal, dass wir dieses Stück spielten, war während eines Konzerts im Dezember 2022 zu seinem 200. Geburtstag, bei dem wir auch das Klavierquintett spielten. Eine großartige Leistung von Yasuko, diese beiden Werke in einem Konzert zu spielen! Es war auch das letzte Konzert, bei dem meine Mutter anwesend war, und auch deshalb war es ganz besonders. Sie war auch Pianistin und mit ihr spielte ich diese Sonate auch oft während meiner Studienzeit.

Und natürlich als Krönung unserer Zusammenarbeit die Aufnahme dieser CD. Das war ein großes Abenteuer. Drei Tage haben wir im alten Kloster Rosario verbracht, wo wir intensiv zusammen mit Hans Van Daele von Arsis, unserem fantastischen Soundtechniker, gearbeitet haben. Diese Tage werden wir nie vergessen.

Was bedeutet klassische Musik für euch und wie hat die Arbeit in einem Ensemble euch persönlich und musikalisch geprägt?

Klassische Musik ist eine Kunstform, in der so viele hochwertige Meisterwerke geschaffen wurden, dass allein aus diesem Grund diese Musik nie verloren gehen darf. Es ist eine Bereicherung für jeden Menschen, damit in Kontakt zu kommen.

Es gibt nichts Besseres, als ein Livekonzert mit Musik von echten Menschen zu erleben. Ein Computer (KI) kann Emotionen nicht so vermitteln wie Menschen das können. Nur weil viele Menschen den Unterschied vielleicht nicht bemerken, heißt das nicht, dass er nicht da ist.

Es gibt sehr viele Aspekte der klassischen Musik. Allein ein Instrument zu lernen, wie Violine oder Klavier, erweitert deinen Geist. Als Geigerin hast du das Privileg, in einem Orchester spielen zu können, eine ganz besondere Erfahrung und eine gute - manchmal harte - Schule. Du lernst, auf andere zu hören, denn du spielst fast immer zusammen in einem Ensemble oder Orchester und darin hast du dann eine bestimmte Rolle zu erfüllen. Indem du verschiedene Stile aus verschiedenen Zeiträumen entdeckst, entwickelst du eine Intuition für Musik und damit auch für viele Aspekte der menschlichen Natur.

Als Pianist bekommst du dabei auch einen fantastischen Einblick in die Struktur und Harmonie der Musik. Viele Komponisten haben diese beiden Instrumente in ihren Kompositionen zusammengebracht. Die Instrumente ergänzen sich in Melodie und Harmonie perfekt. Ich selbst habe dies auch in zwei Kompositionen getan, die auf der CD zu hören sind.

Aber auch der verbindende Aspekt der Musik, das gemeinsame stille Sitzen in einem Saal und Zuhören (mit dem Handy ausgeschaltet), ist gerade in dieser Zeit etwas, das Menschen dringend brauchen.

Der Reichtum an Emotionen, Farben und Stimmungen dringt in jede Faser deines Körpers ein, auch wenn man sich dessen oft nicht bewusst ist. In der klassischen Musik kann man so viel 'sagen', was sich nicht in Worte fassen lässt.

Wir tragen unseren Teil dazu mit dieser CD und unseren Livekonzerten bei.

Das Vergnügen, gemeinsam etwas zu erleben und ein Publikum zu berühren, ist sehr erfüllend und macht das Leben lebenswert.

Warum habt ihr diese CD gemacht?

Im Laufe der Zeit entdeckten wir viele unbekannte schöne Werke für Violine und Klavier, die noch nicht oder kaum auf CD erschienen sind. Damit möchten wir etwas für die Zukunft schaffen und dabei auch Femkes Werke für Violine und Klavier aufnehmen. Das ist wichtig für sie als Komponistin.

Was würdet ihr jungen Musikern gerne von eurem Weg und euren Erfahrungen vermitteln?

Wir hoffen, dass junge, aber auch ältere Menschen von unserer Musik berührt werden und dadurch selbst auf Erkundungstour durch das unermessliche Repertoire gehen

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