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Jubiläumsausgabe von KUNSTUUR

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Jubiläumsausgabe von KUNSTUUR
© Inge Van den Heuvel.

'Het Kunstuur', eine Initiative der Brüder Hans und Joost Bourlon, besteht seit fünf Jahren. Ein Format, das ankommt und sich zu einer Erfolgsformel entwickelt hat. In kleinen Gruppen von 8 bis 10 Personen werden Sie in genau einer Stunde an einzigartigen Gemälden vorbeigeführt – Meisterwerke belgischer Maler aus der Zeit von 1850-1950. Ergänzt wird dies durch stimmungsvolle Musik von Dirk Brossé, einzigartige Beleuchtung und bei jedem Gemälde erfahren die Besucher mehr über das Leben des Malers, die Entstehungsgeschichte des Werks und bekannte sowie weniger bekannte Flamen erzählen ihre Verbindung zu einem Gemälde. Sie erhalten einen Kopfhörer. So wird es eine intime Erkundung.

Wer Scheu vor den großen Museen und dem überwältigenden Angebot mit Auswahlstress hat, findet hier das Richtige. Het Kunstuur füllt deutlich eine Nische und startete im November 2019. Nicht weniger als 268.000 Besucher kamen in den vergangenen Jahren. In den letzten Tagen gab es einen regelrechten Ansturm von 9 bis 21 Uhr. Die Kombination aus Authentizität und visueller Pracht macht dieses Projekt unaufhaltsam. Dieses überwältigende Interesse an Kultur, bildender Kunst in diesem Fall, können wir nur begrüßen.

Crème de la crème


Diese achte Ausstellung ist eine Jubiläumsedition mit den besten Werken aus früheren Editionen. Die Ehre, das Band durchzuschneiden, fiel Bürgermeister Bart Somers zu. Er betonte, wie glücklich Dinge zusammenfallen können. Die Heilig-Geist-Kapelle, direkt gegenüber der Sint-Romboutkathedraal, war gerade restauriert worden. Es war eine offene Frage, wofür dieser schöne Raum dienen würde. Zufällig kamen Hans und Joost Bourlon damals vorbei. Sie suchten einen stimmungsvollen und authentischen Raum für ihre künstlerischen Pläne und konnten dem historischen Gebäude so eine neue Zukunft geben. Die Stadt konnte diese Initiative nur schätzen und eine Chance bieten. Die Kapelle ist durch Het Kunstuur zu einem kulturellen Hotspot herangewachsen. Die aufeinanderfolgenden Ausstellungen sind eine Bereicherung für die Stadt. Menschen kommen nicht nur wegen Het Kunstuur nach Mechelen, sondern verbringen dort oft einen ganzen Tag und erkunden die Stadt weiter: das Hof van Busleyden, die Dossin-Kaserne, die vielen schönen Kircheninterieurs, nehmen noch eine Aufführung oder ein Konzert mit. Auch die Gastronomie profitiert davon. Inzwischen gibt es Ableger in Hasselt und Roeselare, aber Mechelen bleibt die Lokomotive von Het Kunstuur.

Lustrumeditie


Diese Jubiläumsedition ist qualitativ eine hochwertige Edition mit seltenen Leihgaben aus Privatsammlungen und großen Museen. Fauvismus, Realismus, Impressionismus, Expressionismus… die Malerei findet sich selbst. Es gibt unter anderem eine ganze Wand mit Werken von Rik Wouters als Hommage an diesen genialen und talentierten Mecheler. Er führte ein kurzes und intensives Leben mit seiner Muse Nel und hinterließ ein faszinierendes und meisterhaftes Kunstwerk. Charakteristisch für sein Werk ist eine Fülle von Farben und authentischen, einfachen, ergreifenden Themen. Künstler sehen Elend und Freude und halten das auf der Leinwand fest. Gemälde, die flüstern und suggerieren mit jeweils anderen Narrativen. Auch James Ensor ist mit drei Werken vertreten. Dazu gehören faszinierende Geschichten. Sie ziehen den Besucher mit Kraft und Energie in das Gemälde. Der Ostender Arno war noch wenige Monate vor seinem Tod bereit, ein Gemälde von Jean Brusselmans und James Ensor zu kommentieren. Dies wieder in die Ausstellung zu integrieren ist ein Ehrensalut an diesen fantastischen Performer und Stadtgenossen von Ensor. Die Musik von Dirk Brossé sorgt mit Raffinesse für eine stimmungsvolle Soundscape, die die Emotionen schärft. Frank Van Laecke führt die Gesamtregie und sorgt subtil für Akzente hier und dort.

Die Ausstellung umfasst auch einige stilvolle Werke von Valerius De Saedeleer. Er konnte wie kaum ein anderer die Stille der Natur erfassen. Eines seiner Gemälde erhält durch die Augen von Marathonläufer Bashir Abdi eine einzigartige Interpretation. Das Geheimnis der Identifikation, das sich vollzieht. Weiterhin ein ergreifendes Gemälde von Constant Permeke mit einer packenden Rahmung durch Opernregisseur und Choreografen Alain Platel. Bei einem Werk von Emile Claus erzählt Anwältin Wendy Vanhees ihre Verbindung zum Gemälde. Es gibt Parallelen in ihrem Lebensweg und das schafft Verbindung. Sie teilen Verwundungen. Das Gemälde gibt ihr wieder Kraft.

Interessant ist auch, dass die Vielseitigkeit und Evolution bestimmter Maler in Szene gesetzt wird. Mehr werde ich nicht verraten.

Die gewählten Werke bilden einen Spiegel des Lebens in größter Vielfalt, mit genug Details, um den Feinschmecker zu befriedigen und den Laien zu mehr zu bringen. Gehen Sie es sehen: visuell, auditiv und gefühlsmäßig wird es eine Bereicherung.

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