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Junior Ballet Antwerp: <i>'SIGNATURES'</i>

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Junior Ballet Antwerp: <i>'SIGNATURES'</i>

Antwerpen, ein Epizentrum, das vor bunten Künstlern pulsiert: Musikern, Sängern, Schauspielern und großem Tanzerpotenzial.

Neben der Koninklijke Balletschool Antwerpen und Opera Ballet Vlaanderen ist Junior Ballet Antwerp ein werbendes Element nicht nur für die Region, sondern für das ganze Land und bei weiterer Expansion die Welt schlechthin. Lassen Sie uns diese junge variable Kompanie mit leidenschaftlichen und lernbegierigen Tänzern aus Amerika, Dänemark, Frankreich, Brasilien, Italien, Japan, Australien, Portugal, England und Belgien als einen konsequenten Meisterkurs beschreiben.

Künstlerischer Direktor Alain Honorez sucht ständig nach Choreografen, deren Stil ihn anspricht und die seinen Tänzern die Werkzeuge in die Hand geben können, um sich als Künstler weiter zu vertiefen und zu entwickeln. Für diese abendliche Produktion fiel seine Wahl auf Andrew McNicol, einen britischen freischaffenden Choreografen und künstlerischen Mitarbeiter an der English National Ballet School, und Ihsan Rustem, künstlerischer Direktor der Schweizer Tanzcompagnie Cie. La Ronde und resident choreographer beim NW Dance Project in Portland, Oregon USA. Mit diesen Gastchoreografen wird das Medium Tanz in seiner großen Vielfalt erforscht. Das Publikum erhält einen Überblick über die Vielseitigkeit der Tänzer an der Schnittstelle zwischen klassischem und zeitgenössischem Tanz. Um sich heute in der professionellen Tanzwelt einen Platz zu erobern, müssen Tänzer vielseitig einsetzbar sein und alle Tanzstile beherrschen.

In Absprache mit Hauschoreo­grafin Altea Nuñez realisierte er zusammen mit diesen Gastchoreografen außergewöhnliche Werke für Junior Ballet Antwerp. Das besonders geschmackvolle und gelungene klassische Ballett 'Cinderella' in der Handelsbeurs von Antwerpen ist gerade vorbei und schon wieder steht diese junge Gruppe von Tänzern voll Eifer auf der Bühne mit einer brandneuen triple bill, in der sie sich die verschiedenen Tanzstile von Andrew McNicol, Ihsan Rustem und Altea Nuñez mit Flair zu eigen gemacht haben.

'SIGNATURES' Choreografie Andrew McNicol

Das Eröffnungsstück des Abends ist Andrew McNicols 'Signatures' zur Musik des spanischen Komponisten Enrique Granados. Es ist eine brandneue Kreation für JBA. 'Valses Poetics' ist eine Ode an die klassische Ballettechnik, ergänzt durch einen typischen McNicol-Touch: Spontaneität, Musikalität und Poesie. Live begleitet von der japanischen Pianistin Emi Morishita. Diese poetischen Walzer enthalten typische Merkmale eines romantischen Stils, die stark an die Klaviermusik von R. Schumann und F. Chopin anknüpfen, voller dynamischer Prozesse, ein mutwilliges, verspieltes und lebendiges Tempo wie ein schnell fließendes Bächchen, das seinen Weg sucht. Ideal also für eine flotte Choreografie mit einem Hauch von Romantik.

Am Zug: sechs Mädchen und drei Männer. Die Ballettpuristen kommen in dieser Choreografie vollständig auf ihre Kosten mit einer Vielzahl von Spitzentanzwerk, vielen Hebefiguren, Sprüngen, sehr vielseitig eingesetzten Pirouetten in Soli, Duetten und Ensemblewerk.

Klassisches Ballett mit doch überraschenden modernen Bewegungen eingearbeitet. Der schwer fassbare magische Touch, der jedes Publikum auf die eine oder andere Weise in seinen Bann zieht. Die sechs Mädchen sind gekleidet in leichte, ausladende lange Röcke in warmen Tönen Aubergine, Orange, Ocker, Rosa, Hellbraun. Das Ganze wirkt frühlingshaft frisch. Kostümdesign und -ausführung Ria Van Looveren & Jolien Deweerdt i.s.m. Andrew McNicol. Das Lichtdesign setzte die Tänzer in einen warmen Lichtschein und macht das Ganze komplett. Klassische Präzision, Anmut und fantasiereiche Gestaltung machen 'Signatures' zu einem Juwel.

Tänzer: Natsuki Nishiyama, Rinka Matsuura, Tilly Wightman, Josephine Bottger, Soazig Drion, Laura Flügel, Lucas Bierlair, Akihito Shimogata, Daimu Nakayama


© Filip Van Roe
Sigantures Andrew McNicol jba 2023


© Filip Van Roe
Sigantures Andrew McNicol jba 2023


© Filip Van Roe
Sigantures Andrew McNicol jba 2023

'ABSOLUTIO' Choreografie Altea Nuñez


Diese Choreografie, zur Musik von Hans Zimmer & Klimek (J), ist im Gegensatz zur ersten Choreografie dunkel und beklemmend in der Atmosphäre. Auch hier sechs weibliche und drei männliche Tänzer. Es gibt viel Bodenarbeit zu sehen. In der wir einen bemerkenswerten Kontrast zwischen Ballett auf Spitzenschuhen und Neoklassik finden.

Wiederum eine ästhetische Perle, die über die Anekdotik hinausgeht zu relevantem Tanztheater, das berührt, in die Poren eindringt. Die Interaktion zwischen Musik und Bewegung ist total. Aus einem Zustand der Verletzlichkeit wird eine starke Aufführung aufgebaut. Das Publikum sieht keine sterile, abgebürstete Aufführung, sondern ein fantastisches Wirrwarr von Verbindungen und Ideen, gefasst in Musik und Tanz. Die Pole Licht und Dunkelheit, Konfrontation und Transformation kommen zur Geltung. Auf sublime Weise führt Altea Nuñez ihre Tänzer und verbindet die Fäden miteinander zu einem feinen Netzwerk.

Die Erlebnis einer Figur ist das Streben nach der Essenz der Musik. Die diffuse Beleuchtung, ein Entwurf von Ken Hioco i.s.m. Altea Nuñez, ebenso wie das Kostümdesign von Ria Van Looveren runden das Bild ab.

Tänzer: Lauren Alving, Ella Matthews, Mafalda Preto, Maria Girardin, Barbara Scott, Nanami Auwerkerken, Lucas Bierlair, Akihito Shimogata, Daimu Nakayama


© Filip Van Roe
Absolutio Altea Nuñez jba 2023


© Filip Van Roe


© Filip Van Roe
Absolutio Altea Nuñez jba 2023

'BOLERO' Choreographie Ihsan Rustem


Ihsan Rustem wird in Rezensionen bereits manchmal als kraftvoller Künstler beschrieben. Diese Terminologie ist keineswegs übertrieben. Er schuf diese Choreographie 2016 für NW Dansproject in Portland, USA. Bei JBA steht in dieser Choreographie die komplette Compagnie auf der Bühne.

Das Publikum, das nach der Pause den Saal betritt, wird sofort auditiv gereizt durch ein junges Mädchen, das mitten im Saal lautstark mit jemandem auf dem Balkon kommuniziert. Ein Junge erscheint zwischen den Kulissen und weist sie an, dringend auf die Bühne zu kommen. Er findet den Durchgang nicht mehr und kriecht dann ostentatativ unter dem Vorhang hindurch auf die Bühne. Der Ton ist damit sofort gesetzt.

Der 'Bolero' von Ravel, in einer Choreographie von Maurice Béjart, gehört als moderner Klassiker sozusagen zum kollektiven Gedächtnis. Daraus etwas völlig anderes zu machen ist eine Herausforderung für echter ausgebildete Künstler. Die Kunst besteht darin, zu sehen und zu hören, die Frische einer ersten Begegnung. Darin gelang es Rustem zu 100%. Was besonders ins Auge fällt, ist das, was eine gut stimulierte und kerngesunde Vorstellungskraft vermag. Ihsan Rustem verfügt über einen analytischen Verstand, gepaart mit synthetischen Fähigkeiten. Er nähert sich der Musik von einer anderen Denkweise und einem anderen Tanzstil. Eine Choreographie ist in der Musik: Bewegung, Linien, Strukturen sehen. Er verarbeitet dies in einem visuell verblüffenden Stil. Nennen Sie es exzentrischen Expressionismus in einer funkelnden Bewegungssprache.

Mit einer soliden klassischen Ausbildung gehören die Tänzer von JBA zu den seltenen Performern, die jedes Genre tadellos beherrschen, ohne sich selbst zu verlieren. 'Bolero' – eine berauschende Erfahrung auch durch die hypnotisierende Musik. JBA bietet als tanzende Körper Widerstand gegen die zwangende Musik von Ravel. Es ist und bleibt reine Magie. Ein Bündel konzentrierter Energie und Ausdruck.

'Bolero' – das humorvollste Stück des dreiteilen Programms, verschmitzt, ausgelassen, mutwillig, brillant und akrobatisch. Die Choreographie macht dabei spielerischen Gebrauch von einer Rose, die überall unerwartet auftaucht und weitergegeben wird.

Die Körper der Tänzer werden zu einem bestimmten Moment gegen den weißen Hintergrund beleuchtet, um die Aufmerksamkeit auf ihre geometrischen Linien und Formen zu lenken. In Marschordnung gehen die fünfzehn Tänzer von JBA über die Bühne. Sie zeigen ein vielfältiges emotionales Spektrum. Eine intensive und beispiellose Tanzaufführung auf hohem künstlerischem Niveau mit ungekannter physischer Kraft und Ausdrucksfähigkeit, die Energie ausstrahlt und das Publikum mit derselben Energie nährt. 'Bolero' bleibt einfach in deinen Gliedern nachklingen. Die repetitive Musik reißt dich mit wie in einem Strudel, immer intensiver und schneller. Die Tänzer klumpen sich zusammen, und bei der Klimaxnote wird ein Körper wie eine Gliederpuppe in die Luft geworfen, wie ein Korken, der aus einer Champagnerflasche knallt, wobei aus dem Publikum Rufe reiner Bewunderung zu hören waren.

Die jungen Tänzer erhielten enthusiastischen Applaus, den sie mit Anmut entgegennahmen. Ihre Beherrschung der klassischen Technik und des Kanons in Kombination mit zeitgenössischem Tanz machen sie zu einer vielseitigen Gruppe.

Tänzer: Lauren Alving, Nanami Auwerkerken, Josepine Bottger, Soazig Drion, Laura Flügel, Maria Girardin, Rinka Matsuura, Ella Matthews, Natsuki Nishiyama, Mafalda Preto, Barbara Scott, Tilly Wightman, Lucas Bierlair, Daimu Nakayama, Akihito Shimogata


© Filip Van Roe
Bolero Ihsan Rustem jba 2023


© Filip Van Roe
Bolero Ihsan Rustem jba 2023


© Filip Van Roe
Bolero Ihsan Rustem jba 2023


© Filip Van Roe
Bolero Ihsan Rustem jba 2023

Dieses dreiteile Programm ist eine Tour de Force, ein spektakulärer Abend mit Meisterschaft und Elan, gefärbt durch JBA. Wir schauen bereits mit großer Erwartung auf eine nächste Aufführung.

Produktion: JBA

Choreographen: Andrew McNicol, Altea Nuñez, Ihsan Rustem

Musik: Enrique Granados, Hans Zimmer & Klimek, Maurice Ravel

Tänzer: Lauren Alving, Nanami Auwerkerken, Josepine Bottger, Soazig Drion, Laura Flügel, Maria Girardin, Rinka Matsuura, Ella Matthews, Natsuki Nishiyama, Mafalda Preto, Barbara Scott, Tilly Wightman, Lucas Bierlair, Daimu Nakayama, Akihito Shimogata

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