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LUNALIA – ERÖFFNUNGSKONZERT

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· 5 Min. Lesezeit
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LUNALIA – ERÖFFNUNGSKONZERT

Die Onze-Lieve-Vrouw-over-de-Dijle-kirche war das Bühnenbild für das Eröffnungskonzert von Lunalia 2018. Der Begriff „Eröffnungskonzert" wird der magisch fesselnden musikalischen Choreografie nicht gerecht, die über Stile, Jahrhunderte und Instrumentarium hinweg aufgeführt wurde.

In einer Regie von Maja Jantar wurde der Abend als Mondzyklus aufgebaut. Es war der Startschuss für einige Wochen, in denen Mechelen in einer Vielfalt von Stimmen gebadet wird.

Bürgermeister Bart Somers durfte den Startschuss geben und leitete damit Lunalia mit großen Erwartungen ein. In seiner kurzen Rede fasste er wunderbar zusammen, wie Lunalia als eine der Perlen an der Mecheler Kulturkrone passt, in einer reichen Tradition humanistischer Geschichte, in der die Suche nach Schönheit und Gerechtigkeit im Mittelpunkt steht. All dies macht Mechelen zu einer Stadt der Kultur, Gerechtigkeit und Zivilisation.

Die Onze-Lieve-Vrouw-over-de-Dijle-kirche ist als Veranstaltungsort herrlich geeignet für ein solches Event. Die modernistischen Buntglasfenster in dem alten – einige Teile stammen bereits aus dem 14. Jahrhundert – Gebäude bieten eine Vielfalt an Stilen, ohne dass diese miteinander kollidieren. So wurde dieser Abend in diesem Gebäude eingebettet, das die Vielfalt musikalischer Stile empfangen und mit dem Bühnenbild vermischen kann.

Die runde Bühne wurde von zwei ausgezeichneten Flötistinnen, Karin De Fleyt und Carla Rees, besetzt. Sie eröffneten den Abend mit einer Aufführung von Pieces in the shape of a square von Philip Glass. Es versetzte die Zuschauer in einen tranceähnlichen Gemütszustand und erinnerte an die Art und Weise, wie eine Gruppe von Vögeln schwarmweise herumtreibt, hier und da auf der Suche nach neuen Richtungen, aber doch zusammen evolvierend.

Die fesselnde Atmosphäre wurde unterbrochen, als aus dem Nichts Posaunisten die erste Aequale von Anton Bruckner zu spielen begannen. Die etwas traditionelleren Konzertbesucher stießen einen Seufzer der Erleichterung aus. Es unterbrach die zuvor aufgebaute Trance und war der perfekte Übergang zum Locus Iste, ebenfalls von Bruckner, in einer Aufführung des Octopus Kamerkoor u.l.v. Bart van Reyn. Dies brachte den Fokus auf das Sakrale des Ortes zurück, an dem wir uns befanden.

Wie der begleitende Text aus dem Programm jedoch erwähnte, ist nichts so, wie es aussieht. Sakralität und deren Erleben entwickelt sich und kennt verschiedene Formen. Die Stimmenzauberin Natascha Nikeprelevic tauchte aus der Dunkelheit auf der Kanzel der Kirche auf, um dort mit betörendem Gesang einen Gegenpol zum vorangegangenen klassischen Werk zu bieten. Ihr Kehlgesang und die begleitenden Gesten brachten eine Atmosphäre mystischer Verzauberung. Außerhalb der Kirche fiel die Dunkelheit herein, aber innen wurde das Licht in all seinen nächtlichen Facetten besungen. Nach der Schöpfung von Mond und Sonne scheint dies das Funkeln des Sternenhimmels zu sein, gebadet in einem feenhaften blauen Licht.

Nach dem Experimentellen werden wir auf die gleiche Weise wie am Anfang zu Bruckner zurückgebracht. Die zweite Aequale wird erneut von den Posaunisten vorgetragen, diesmal nicht gefolgt vom Locus Iste, sondern vom O Justi. Die Ruhe kehrt in die Kirche zurück und der Fokus liegt wieder auf dem christlichen Mittelpunkt. Es ist eine kleine Erinnerung an die Gerechtigkeit aus der Eröffnungsrede.

Carolina Eyck – Theremin

Danach bekommen wir jedoch wieder ein etwas moderneres Stück in dieser Aufführung. Zwei Stücke dargeboten von Carolina Eyck auf Theremin. Das erste, Eternity, ist eine Eigenkompositon, die uns erneut mit Gesang und dem ätherischen Klang des elektronischen Instruments verzaubert. Durch die Kombination verschiedener Stücke und deren Wiederverwendung bekommen wir das Gefühl, als würden drei verschiedene Sängerinnen und Musikerinnen auf der Bühne stehen. Ihre Eigenkompositon wird gefolgt von einer Bearbeitung von The Ecstasy of Gold von Ennio Morricone. Sie muss sich keineswegs verstecken und unterstreicht erneut die Virtuosität der Musikerin.

Das dritte und letzte Bruckner-Intermezzo bringt uns mit den Füßen auf den Boden zurück. Erneut die erste Aequale auf Posaune, aber diesmal gefolgt vom Ave Maria. Eine Verehrung der Gottesmutter in dieser ihr geweihten Kirche. Es ist der ideale Übergang zum Schlusswerk des Abends, Sarah was ninety years old von Arvo Pärt. Erneut fällt die Choreografie des Geschehens auf. In einer verdunkelten Kirche hört man nichts außer dem Schlagwerk von Gaetan La Mela. Er ist auf einem mobilen Podium positioniert, das durch die Kirche gefahren wird. Vertreibt er die Dunkelheit oder bringt er diese? Das Schlagwerk wird mit zwei Solisten abgewechselt, die mit ihrem harmonischen Gesang das Schlagwerk ablösen. Schließlich kommt die Sopranistin Griet de Geyter als Lichtbringerin mit einem vollen Mond in den Händen nach einer halben Runde durch die Kirche, dem mobilen Podium voraus, für den Finale zurück auf das runde mittlere Podium.

Der Kreis schließt sich, alle Phasen der Verzauberung sind vorbei und bleiben nur noch nachhallend in einer großartigen Erinnerung an ein fantastisches Konzert, entschuldigen Sie, ein fantastisches musikalisches Gesamtspektakel.


  • WAS: Eröffnungskonzert / Event für Lunalia
  • WER: Onze-Lieve-Vrouw-over-de-Dijle-kirche
  • WO & WANN: Eine Auswahl an Künstlern unter der Regie von Maja Jantar
  • FOTOS: Lunalia (Logo & Foto Carolina Eyck) und eigene Fotos
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