Mit Hilfe der Mandoline zeigt Florian Klaus Rumpf die musikalische Vielfalt seiner Geburtsstadt Hamburg. Nach drei Jahren Arbeit entschied sich Rumpf für die endgültige Form des Programms. Über Crowdfunding auf Kickstarter konnte er sein Projekt realisieren. Das Ergebnis ist überraschend und erkundet die Grenzen dessen, was auf einer Mandoline möglich ist.
Florian Klaus Rumpf entschied sich dafür, Hamburg musikalisch zum Klingen zu bringen. Dies tat er nicht, indem er Musik von Komponisten aus seiner Geburtsstadt spielte. Stattdessen wählte er Musik aus, die er mit bestimmten Szenen oder Orten in der Stadt assoziierte. Seine Auswahl erläuterte er im Programmheft. Mit dieser CD als Führer wanderst du durch die Stadt…
Das Album eröffnet fröhlich mit Morgenkaffee an der Binnenalster, einem See im Zentrum Hamburgs. Mit den lebendigen Akkorden von Sazanami Gazelle [Track 01] erwacht die quirlige Stadt zum Leben. Dieses erste Werk stammt vom japanischen Mandolinisten und Komponisten Keizo Ishibashi (°1983). Damit setzt Rumpf bereits vom ersten Stück an seine internationalen Wahlentscheidungen in Szene.
Nach einem Spaziergang am See verklangt ein sanftes Allegro das Hamburger Rathaus, ein imposantes Neorenaissance-Gebäude. Dafür schuf Rumpf eine eigene Bearbeitung von Allegro in D Major, WK 198 [Track 02] des deutschen Komponisten Carl Friedrich Abel (1723-1787). Dieses Werk wurde ursprünglich für Viola da Gamba geschrieben, erklingt aber auf dieser CD auf Barockmandonline. Neben einem stilistischen Kontrast zwischen Ishibashi und Abel sorgt Rumpf für einen Klangfarbenkontrast durch den Instrumentenwechsel. Mit nur zwei Nummern gelingt es ihm, das vielseitige Wesen der Mandolinenfamilie zu demonstrieren und die Reise ist gerade erst begonnen…


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In Julie-O [Track 03] des zeitgenössischen Komponisten Mark Summer (°1958) erkunden wir den Fischmarkt und dann folgt das romantische Preludio No. 16, Op. 152 [Track 04] von Raffaele Calace (1863-1934). Neben den farbenfrohen Werken spiegelt Rumpf auch die dunkle Geschichte Hamburgs in seiner Musikauswahl wider. Mit dem dreiteiligen Remembrance, (op.12, 25 & 26) von Masataka Hori (°1985) blickt Rumpf auf die Nazi-Vergangenheit zurück.
Rumpf integriert auch zwei eigene Kompositionen: das humorvolle Irish Stew [Track 09] und das verträumte Schlaflied [Track 12], das er ursprünglich für seinen Großvater schrieb. Die musikalische Reise endet in der Reeperbahn mit My Lady Jazz [Track 12] von Albert John Weidt (1866-1945). Mit den swingenden Noten dieses Werkes erwacht das Nachtleben zum Leben und der Tag geht zu Ende.
Die Idee dieser musikalischen Reiseführer ist eine erfrischende Idee. Anhand einer vielfältigen Musikauswahl mit verschiedenen Klangfarben, Rhythmen und Emotionen wird Hamburg lebendig. Dabei sind Rumpfs musikalische Assoziationen einzigartig und überraschend. So erkundet er die d-Saite seiner Oktavmandoline in Diferencias [Track 07] von Victor Kioulaphides (°1961) und diese Erkundung lässt ihn an einen Spaziergang durch den Sankt-Pauli-Elbtunnel denken. Im begleitenden Heft bereichert er seine Musikauswahl mit seinem historischen Wissen über die Stadt. Das Ergebnis ist eine gelungene Idee und eine gelungene Umsetzung.
- WER: Florian Klaus Rumpf [Mandoline]
- WAS: A Mandolin's Guide to Hamburg
- AUSGABEN: Ars Produktion ARS38346
- BESTELLEN: JPC