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Was wird Festival 20·21 2019 ?

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Was wird Festival 20·21 2019 ?

Dies ist kein Zahlenspiel, obwohl man hier noch die Ziffer 25 hinzufügen könnte. Das Festival, das einst als "Festival van Vlaanderen - Afdeling Vlaams-Brabant" begann, besteht nämlich bereits seit 25 Jahren. Aber dieses Leuven-Festival hat inzwischen eine völlige Umwandlung durchgemacht. Das Festivalteam wollte mit den Leuven-Konzerten mehr Aufmerksamkeit für Musik des zwanzigsten Jahrhunderts und bekam daher den Namen Novecento und auch für zeitgenössische Musik des 21. Jahrhunderts und das bekam den Namen Transit. Als dieses neue 21. Jahrhundert 2018 "volljährig" wurde, war es wieder Zeit für einen neuen Namen. Und für diesen neuen Namen lag eine einfache Lösung auf der Hand. Es wurde einfach "Festival 20-21"

Im vergangenen Jahr gab es viel Aufmerksamkeit für 50 Jahre "Mondlandung". Aber wir konnten dieses Jahr auch zum ersten Mal ein Foto eines "schwarzen Lochs" sehen. Also wollte auch das Festival 20-21 dies dieses Jahr großzügig sehen und wählte eine planetarische Dimension, die Anziehungskraft des Unbekannten. Und das Eröffnungskonzert beginnt dann auch planetarisch. Gustav Holsts The Planets ist zwar nicht wirklich unbekannt, aber die Trombone Unit Hannover bringt eine Aufführung davon, die noch nie zu hören war. "Das wird etwas ganz Außergewöhnliches", sagt Künstlerischer Direktor und Musikologieprofessor an der KU Leuven, Pieter Bergé: "Wir haben diese Menschen wirklich gebeten, das für uns zu schreiben. Als Eröffnungskonzert für unseren Geburtstag werden sie dieses bekannte sinfonische Werk in einer Version für acht Posaunen und Schlagzeug aufführen. Das wird auf jeden Fall Spektakel geben."

Pieter Bergé gibt auch ein Lecture-Recital, bei dem er zusammen mit dem Quator Danel zwei grenzensprrengende Quartette vorstellt, das zweite von Schönberg und die Grosse Fuge von Beethoven.

Auch auf dem Programm stehen das Musikensemble Oxalys mit Britischer Kammermusik, u. a. die Six Metamorphoses von Britten, das Goeyvaerts String Trio kommt mit Werken von Wolfgang Rihm, die "in Mark und Bein" gehen, wie in der Broschüre steht, sein Musik für drei Streicher. Das ist genau worum es bei diesem Festival geht: die Ohren für neue und fremde Entdeckungen öffnen. Denn so oft ist die Klage des Zuhörers nach so einem Konzert: Ich verstehe hier nichts von. Pieter Bergé schrieb einen Festivalessay darüber: Was gibt es da eigentlich zu verstehen? "Man hört oft sagen, dass ein Stück wie das von Schönberg schwer zu verstehen ist, aber man kann das durchaus verstehen, wenn man weiß, was vor sich geht. Verständnis kann dich näher zur Musik bringen und das ist das, was ich zu vertiefen versuche. Darin stecken viele Facetten, aber es geht dabei vor allem darum, die richtige Hörhaltung zu finden", so Bergé.

Gewagtes Konzept: Bach und Berio

Und dann gibt es noch – wie gewöhnlich – einen ganz besonderen Festivalsonntag. Dieses Mal mit einer gewagten Kombination: Bach und Roel Dieltiens mit einer Anzahl von Cellsuiten und Top-Solisten, die Sequenzen von Luciano Berio spielen. Wer Angst vor dieser gewagten Kombination haben könnte, kann seine Sorgen zerstreuen, indem er zuerst die begleitenden Vorträge von Ignace Bossuyt über seinen Bach und von Mark Delaere über Berio hört. Mit einem Tagesticket bekommst du drei Konzerte, zwei Einführungen und ein Mittagessen: hochklassige Unterhaltung von 9 Uhr morgens bis 21.30 Uhr abends.

Wieder auch das Pavel Haas Quartett, mit Janáček (Intimate Letters), Dvořák (sein amerikanisches Streichquartett) und Ervin Schulhoff, ein Komponist aus dem Randgebiet der Moderne. Wenn du Musik eines anderen Klangzauberers aus der jüngsten Musikgeschichte hören möchtest, komm und höre dir das Collectief an, das Werke des französischen Spektralisten Tristan Murail bringt. Nach Meinung der Festivaldirektion: echte Feinschmecker-Musik. Mit dem Wortspiel "finishing touch" schließt das Festival mit noch einer anderen zeitgenössischen Größe, der Finnin Kaija Saariaho mit ihrer Aile du songe, und das Antwerp Symphony Orchestra bringt die fünfte Symphonie des anderen Finnen, Jean Sibelius.

Transit: mehr als nur ein bisschen mehr

Zwischen all diesen Konzerten kannst du noch andere Klänge während des verlängerten Wochenendes von Freitag, 18. bis Sonntag, 20. Oktober während des Transit-Teils des Festivals hören. Dieser spezialisiert sich seit Jahren auf "the sound of tomorrow" unter der sachkundigen Leitung des Musikologen Maarten Beirens, Dozent an der Universität von Amsterdam. Late-Night-Konzerte, kostenlose Konzerte, Premieren und Kreationen, Sofagespräche, alles in den Sälen und dem Café des Leuvener Kunstzentrums STUK. Wenn ich hier zufällig einige Namen aufzähle, siehst du sofort, was du zu hören bekommst: Wim Hendrickx, Daan Janssens, Gerrit Valckenaers, Erich Sleichim, Annelies Van Parijs, alle Namen von Menschen, die heute und morgen Musik machen. Plus eine ganze Reihe ausländischer Gäste und das alles mit traditionellen Besetzungen, Modernistisches, Visuelles, Grafisches, Extremes, Film, Video, Multimediales, Elektronisches….die ganze Palette.

Maarten Beirens, allgemeiner Künstlerischer und Geschäftsführer des Festival 20-21: "Einer der Gründe, warum wir auch den Namen Novecento auslaufen lassen haben und auch mit Festival 20-21 begonnen haben, ist, dass wir neben dem Repertoire dieses Novecento auch neue Dinge bringen wollten, die das Repertoire des 21. Jahrhunderts werden könnten oder vielleicht auch nicht. Und dann bekommst du auch diese interessante Überlappung von Werken aus dem 20. mit dem 21. Jahrhundert. Eine Mischung und eine große Vielfalt an Klassikern von morgen, junge Musik und neue Musik. Wir setzen uns mit dem Experiment auseinander, nicht so sehr mit experimenteller Musik – dieser Begriff kann sehr irreführend sein – sondern mit dem, was noch nicht zum Kanon gehört und offensichtlich ist, sondern mit dem, was gerade passiert, was kommt musikalisch auf uns zu, in 2019 und danach! So soll Transit sein, mit diesem sehr klaren und scharfkantigen Profil."


  • WAS: Festival 20-21 , Muziekklassiekers van Morgen (23/9 t/m 25/10/2019) - Transit. The sound of tomorrow (18-20/10/2019)
  • WO: verschiedene Orte in Leuven (Aula Pieter De Somer, Grote Aula, Stadsschouwburg, Iers College, LUCA Campus Lemmens, STUK)
  • WER: Programm
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