Brahms & Korngold, Piano Trios
Feininger Trio
- Label
- CAvi
- Katalognummer
- AVI 8553513
- EAN / Barcode
- 4260085535132
- Erscheinungsdatum
- 22 September 2022
Korngolds Verhältnis zu Brahms Volker Michael sprach mit Pianist Adrian Oetiker In seinem Aufnahmezyklus verbindet das Feininger Trio jedes der drei Klaviertrios, die von Brahms komponiert wurden, mit einem Werk eines anderen Wiener Komponisten: Alexander Zemlinsky, Ernst Krenek und Erich Wolfgang Korngold. Brahms' drei Klaviertrios gehören zu den Meisterwerken des Genres, und die Mitglieder des Feininger Trio interessierten sich dafür, zu erforschen, wie sich das Klaviertrio-Genre im Gefolge des Meisters entwickelt hat. Jüngere Komponisten knüpften an Brahms' Erbe an und öffneten gleichzeitig ein neues Fenster zur Moderne und zum 20. Jahrhundert, und dies war das Hauptkriterium bei der Wahl der drei Paare. Biografische Ähnlichkeiten zwischen Korngold, Krenek und Zemlinsky in ihren frühen Jahren spielten auch eine wichtige Rolle bei der Auswahl durch das Feininger Trio. Trotz großer stilistischer Unterschiede verbindet ein roter Faden das Leben der drei Komponisten mit Brahms. …….In bestimmten Passages bemerken wir sein Bedürfnis, die Tonalität in Frage zu stellen: bereits mit zwölf Jahren muss er gespürt haben, dass die Ausdruckskraft der Tonalität erschöpft war. Er hätte jedoch kein Problem damit, sich in seinen späteren Werken wieder der Tonalität zu bedienen. Vielleicht aufgrund seiner jugendlichen Naivität war Korngold in der Lage, an den Grenzen der Tonalität zu kratzen, ohne die Konsequenzen ausarbeiten zu müssen. Das ist es, was dieses Werk faszinierend macht, über die bloße Tatsache hinaus, dass sein Komponist so jung war, als er es schrieb. Korngold betrachtete sich selbst als einen zutiefst modernen Komponisten: erst später wandte er sich bewusst der Zweiten Wiener Schule ab. Ein wichtiges Element, das Korngold von Brahms unterscheidet, ist Korngolds dramatische, fast operatische Art, musikalische Progressionen zu handhaben: Brahms hätte sich einen so dramatischen Ansatz niemals erlaubt. Die Klavierakkorde im ersten Satz deuten darauf hin, ebenso wie eine Art Impressionismus im Larghetto, wenn die Musik zu gleiten beginnt in Chromatik. Dies sind keine bloßen Effekte: sie entstehen immer aus einem inneren musikalischen Grund. Die erhabene Stimmung des letzten Satzes und die Art, wie das Werk endet, haben eine gewisse freche Kühnheit, die gleichzeitig tiefgreifend konzipiert ist. Korngold schreibt nicht nur kühn: er führt seine Kühnheit bis zu ihren äußersten Konsequenzen. Das Feininger Trio konnte aus einem Werk wie diesem, das anfangs so ungewöhnlich klingt, eine Einheit schaffen, dank der Tatsache, dass die drei Musiker sich bereits sehr gut kennen. Dennoch kann man in ihrem Spiel immer noch hören, wie erstaunt sie angesichts dieser erstaunlichen Leistung eines zwölfjährigen Jungen sind. (Auszug aus den Begleittexten nach Volker Michael).
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